Lindau (B) – Der ideale Park? Klar: Bäume, Büsche, viel Grün und vielleicht noch Blütenpracht. Doch für Oliver Bender und die Mitglieder des Vereins Lindau Move sieht der ideale Park so aus: Bowl, Pyramide, Quarterpipes und Funbox. Bender und seine Mitstreiter sind Skater und werkeln derzeit eifrig an ihrem Park für die Gartenschau: einem Skatepark.

„Das Projekt wird in der Skaterszene schon überregional wahrgenommen. Denn hier agieren Stadt; Gartenschau und ein Verein zusammen. Solche Projekte gibt es vielleicht eine Handvoll in Deutschland“, sagt Bender und schiebt sich die Mütze etwas aus dem Gesicht. Auch, wenn der Wind kalt pfeift, bei der Arbeit gerät er ins Schwitzen.

Vor wenigen Minuten hat er noch mit einer Kelle den Beton an einer Schräge glattgestrichen. 600 bis 800 Arbeitsstunden haben er und die Mitglieder des Vereins Lindau Move bereits in die Planung und den Bau des Skateparks auf der Hinteren Insel gesteckt. Wenn das Wetter mitspielt, dann soll ihr Anteil an der Arbeit in der kommenden Woche zunächst abgeschlossen sein.

Der zukünftige Skatepark ist eine Gemeinschaftsproduktion: „Wir arbeiten hier Hand in Hand“, sagt Vereinsvorsitzender Bender und meint damit nicht nur die bis zu zehn Mitglieder zwischen 17 und 47, die auf der Baustelle eifrig werkeln.

„Auch die Zusammenarbeit mit der Gartenschau und der ausführenden Garten- und Landschaftsbaufirma Haas ist Gold wert“, lobt Bender. So hilft die Firma Haas mit Werkzeug und Maschinen aus. „Auch die Anlieferung des Betons lief über sie, das ist großartig.“

Hand in Hand läuft die Arbeit auch mit der GWG, die sich sowohl finanziell engagiert, als auch einen Materiallieferanten aufgetan hat. „Ich habe echt das Gefühl, dass wir an einem großen gemeinsamen Projekt arbeiten.“

Zwischen Calisthenics und Beachvolleyball

Dieses Projekt heißt zunächst Gartenschau, denn der Skaterpark, der vom ehemaligen Parkplatz weichen musste, liegt auf dem Ausstellungsgelände, zwischen Calisthenics-Geräten und Beachvolleyballfeld. Rundum werden noch die Sitzgelegenheiten kommen, die von der Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim finanziert werden. Und da liegt er gut und soll da auch möglichst dauerhaft bleiben.

„Zunächst war das Thema Skaten auf der Gartenschau nicht so präsent. Wir wollten aber eine neue Anlage haben, und einen neuen Standort und nicht erst in fünf Jahren. Deshalb haben wir auch den Verein gegründet“, erinnert sich Bender.

Manchmal fügen sich Dinge auch ganz einfach. „Die Gartenschau kam dann auf uns zu und dann lief das Ganze“, erinnert sich Bender, der mit seinen 65 Mitgliedern ordentlich mitgeholfen hat, dass es „läuft“. Bei der Konzeption des Skatesparks hat Planer Tun Kintzele aus Innsbruck dem Verein unter die Arme gegriffen – kostenlos.

Damit es weiter läuft und der Skaterpark zur Gartenschau fertig ist, kommt demnächst ein weiterer Partner verstärkt hinzu: die Garten- und Tiefbaubetriebe der Stadt. Sie übernehmen die Kosten der nächsten Skateelemente und modellieren das Gelände so, dass weitere, vorgefertigte Teile in Absprache mit Lindau Move platziert werden können. „Dann entsteht ein Park aus einem Guss“, blickt Bender nach vorn.

Und dann können sich die Jugendlichen auf der Gartenschau dort tummeln? „Nicht nur die Jugendlichen. Skaten ist längst eine generationenübergreifende Sportart. Also sind alle willkommen“, lädt er ein und schiebt sich die Mütze etwas ins Gesicht und baut weiter an dem etwas anderen idealen Park.

Führung mit Oliver Bender

Am Donnerstag, 29. Oktober, findet um 17 Uhr eine Führung mit Oliver Bender statt. Er stellt den Skaterpark und die Sportanlagen auf der Gartenschau vor. Interessierte sind herzlich zu der Führung eingeladen. Anmeldung unter: info@lindau2021.de

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