Lindau 2021 Gartenschau · Insel · See
Bayerische Gartenschau 2021

Gartenschau Lindau 2021 im Rückblick: Natur in Lindau und was blieb

Vom 20. Mai bis zum 10. Oktober 2021 wurde der Westen der Lindauer Insel zum „Gartenstrand“. Die kleine Bayerische Gartenschau trug den Namen „Natur in Lindau 2021“, zählte 287.482 Besuche und hinterließ einen Park dort, wo vorher Autos parkten. Hier steht, wie die Schau entstand, wie ihr Gelände aufgebaut war und was davon heute noch zu sehen ist.

Luftbild der Lindauer Insel im Bodensee mit Altstadt, Hafen und Hinterer Insel
Die Insel Lindau aus der Luft · Foto: Böhringer, Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.5

Gartenschau Lindau 2021: der Gartenstrand auf der Hinteren Insel

Am Abend des 10. Oktober 2021 schloss die Gartenschau Lindau 2021 auf der Hinteren Insel zum letzten Mal ihre Tore. Hinter ihr lagen 144 Tage, ein verregneter Sommer, zwei Stürme und eine Pandemie, die den Start schwer gemacht hatte. Geplant war zunächst der 26. September als Schlusstag. Im Juni 2021 beschlossen die Verantwortlichen zusammen mit dem Aufsichtsrat, die Saison um zwei Wochen zu verlängern, und öffneten die Kassen fortan bis 19 Uhr.

Das Motto lautete „Gartenstrand – vom Berg zum See“. Es beschrieb recht genau, was die Planer vorhatten: gegenüber das Alpenpanorama, davor der Bodensee und dazwischen ein Streifen aus Park, Promenade und Ufer, den die Lindauer bis dahin kaum nutzen konnten, weil dort Autos standen, Bahngleise lagen oder dichtes Gebüsch wuchs.

Die Fläche war 5,3 Hektar groß. Das ist wenig. Große Landesgartenschauen belegen oft ein Vielfaches davon, dafür lag das Lindauer Gelände in einer Lage, die kaum eine andere Gartenschaustadt bieten kann: auf einer Insel, ein paar Gehminuten von Hafen, Löwe und Leuchtturm entfernt. Die Veranstalter warben 2021 damit, die erste Bayerische Gartenschau auf einer Insel auszurichten.

Getragen wurde die Schau von der Natur in Lindau gGmbH. Die Stadt Lindau hielt daran 60 Prozent, die gemeinnützige Bayerische Landesgartenschau GmbH aus München 40 Prozent. Den Vorsitz im elfköpfigen Aufsichtsrat hatte die Oberbürgermeisterin. Die Freianlagen entwarf das Berliner Büro Atelier Loidl Landschaftsarchitekten, dessen Arbeit später noch eine Rolle spielen sollte.

Natur in Lindau: ein Format, das mit Lindau endete

Bayern unterschied über Jahrzehnte zwischen zwei Größen von Gartenschauen. Die großen Landesgartenschauen gibt es seit 1980, die erste fand in Neu-Ulm statt. Ab 1995 kamen kleinere Regionalgartenschauen unter dem Titel „Natur in …“ hinzu, den Anfang machte Waldkraiburg. Lindau trug offiziell den Namen „Natur in Lindau 2021“ und war die letzte Schau dieser Reihe, zwei Jahre nach Wassertrüdingen. Seit 2022 gibt es die Trennung nicht mehr, und der Freistaat vergibt jedes Jahr eine Bayerische Landesgartenschau.

Im Alltag spielte das Etikett kaum eine Rolle. Plakate, Tickets und Pressemitteilungen sprachen von der Gartenschau Lindau oder der Bayerischen Gartenschau, das Umweltministerium ordnet Natur in Lindau bei den Regionalgartenschauen ein, und die Wikipedia-Liste der bayerischen Landesgartenschauen führt Lindau als kleine Landesgartenschau. Wer die Schau mit Ingolstadt 2021 vergleicht, sollte die Größenordnung im Kopf behalten. Weniger Fläche, kürzere Wege und ein deutlich stärkerer Bezug zur eigenen Stadt gehörten zum Konzept.

Der Weg nach Lindau begann symbolisch am 8. September 2019 in Wassertrüdingen, wo die Stadt beim Abschlussfest der dortigen Schau die Gartenschau-Fahne übernahm. Einen Tag später wehte sie auf der Insel, 619 Tage vor der geplanten Eröffnung. Der erste Spatenstich folgte am 17. Oktober 2019. Wie es danach weiterging, zeichnet die Geschichte der Gartenschau Lindau Schritt für Schritt nach.

Blick über das Wasser auf die Lindauer Insel mit dem runden Pulverturm
Lindau Insel mit Pulverturm · Foto: qwesy qwesy, Wikimedia Commons, CC BY 3.0

Das Gelände: sechs Bereiche zwischen Hafen und Bürgerpark

Das Gelände bestand aus sechs Bauabschnitten, die zwischen Oktober 2019 und dem Frühjahr 2021 gebaut wurden. Wer am Eingang Süd bei der Eilguthalle startete, lief zuerst über die Schützinger Promenade. Aus einem schmalen, dunklen Uferpfad war ein breiter Weg mit Bänken geworden, gesäumt von seltenen Kolchischen Ahornbäumen und alten Kastanien, die beim Umbau alle stehen blieben.

Danach kam die Karlsbastion, deren Mauern zum Teil aus dem 16. Jahrhundert stammen. Das Gebüsch davor wurde entfernt, eine Rampe macht den Aussichtspunkt seither auch für Menschen im Rollstuhl erreichbar, und eine Stahltreppe führt hinunter zum See. Auf der Schanze steht eine mehr als 100 Jahre alte Ulme, daneben der Sockel des Maximiliansdenkmals, dessen Königsstatue im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen wurde.

Der Luitpoldpark war als ruhiger Teil gedacht. Über der Tiefgarage ersetzten Stauden, Gräser und Sträucher die dünne Rasendecke, 800 Rosen kamen dazu, und in der Mitte stand der hölzerne „Ring for Peace“. Lauter ging es im Bürgerpark zu, der auf einem früheren Parkplatz entstand: mit dem Klettergerüst „Gratwanderung“, einem Kiosk aus Holz, einem Sportband mit Skateanlage, Calisthenics-Geräten und dem Boulderblock des Deutschen Alpenvereins, Sektion Lindau.

Am Bürgerpark liegen die Uferstufen, 120 Meter Betonstufen mit Kiesfläche davor, über die man bei jedem Wasserstand in den Bodensee steigen kann. Etwas abseits, außerhalb des eintrittspflichtigen Bereichs, bekam der Sina-Kinkelin-Platz einen neuen Spielplatz, auf dem der beliebte kleine Elefant eine große Holzelefanten-Mutter an die Seite gestellt bekam. Die Idee hinter den sechs Bereichen erklärt die Seite zum Konzept der Gartenschau, den Rundgang über das Gelände beschreibt der Lageplan in Textform.

Zwischen dem Eingang Nord am Uferweg und dem Bürgerpark lag die temporäre Ausstellungsfläche. Dort zeigten Landschaftsgärtner aus der Region ihre Themengärten, der Bund Naturschutz baute einen kleinen Wasserfall mit Nagelfluhfelsen aus Scheidegg und einen Pavillon, und in der Blumenschau wechselten die Arrangements alle zwei Wochen.

Rückblick auf die Saison zwischen Pandemie und Regen

Dass die Schau überhaupt 2021 stattfand, war nicht selbstverständlich. Im April 2020 verschoben Überlingen und Ingolstadt ihre Landesgartenschauen wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr. Lindau hielt am Termin fest, weil die Bauarbeiten im Zeitplan lagen und man den Einheimischen ihr „Sommer-Wohnzimmer“ am Ufer nicht noch ein weiteres Jahr hinter Bauzäunen vorenthalten wollte.

Die ersten Wochen verliefen unter strengen Auflagen. Besucher mussten sich registrieren und einen negativen Test vorlegen, in den Eingängen galt FFP2-Pflicht, und je nach Inzidenz durften pro Tag nur zwischen 2.500 und 4.000 Menschen aufs Gelände. Reisebusse blieben anfangs ganz aus. Trotzdem kamen am verlängerten Pfingstwochenende rund 6.000 Gäste, und am Pfingstsonntag zählten die Kassen allein mehr als 900 Dauerkarteninhaber.

Im Lauf des Sommers lockerten sich die Regeln, das Wetter blieb launisch. Am 29. Juni 2021 knickte ein Sturm Äste ab, warf Bauzäune um und beschädigte die Gewächshäuser am Schützinger Weg, am nächsten Tag öffnete das Gelände erst mittags. Am 24. Juni wurde die 70.000. Besucherin begrüßt, Ende Juli lag die Zwischenbilanz bei 128.033 Besuchen, und am 2. September war die Marke von 200.000 erreicht.

Das Programm wechselte alle vierzehn Tage das Thema. Auf „Inseltraum“ zum Start folgten „Gipfelglück“, „Arkadien“, „Waldesruh“, die Wüste, das Strandvergnügen, Atlantis, das Erdinnere, der Mond und zum Schluss „Utopia“. Blumenschau, Beete und Begleitprogramm richteten sich jeweils danach aus, und wer eine Dauerkarte hatte, sah das Gelände dadurch kaum zweimal gleich.

Ufer der Hinteren Insel in Lindau mit Bäumen und Blick auf den Bodensee
Hintere Insel, Lindau · Foto: Ulrich prokop, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Gartenschau Lindau 2021 in Zahlen

Am Ende standen 287.482 Besuche in den Büchern. Vor der Pandemie hatte die Gesellschaft mit rund 300.000 gerechnet, angesichts von Testpflicht, Busverbot und 82 Regentagen fiel die Bilanz trotzdem positiv aus. Deutlicher übertroffen wurde das Ziel bei den Dauerkarten: Geplant waren 7.000, verkauft wurden 8.323, die letzte am 11. September.

Die Veranstalter zählten 1.024 Veranstaltungen mit 4.322 Mitwirkenden, 106 Schulklassen beim Programm „Buntes Klassenzimmer“ und 178 angemeldete Busgruppen, sobald diese wieder fahren durften. Ausgeliehen wurden 1.864 SUP-Boards. Den einen Rekordtag gab es auch: 3.914 Besucher an einem Tag. Mehr als 12.000 Gäste reisten mit einem Kombiticket für Schiff oder Bahn an.

Finanziell stützte der Freistaat das Projekt mit 4,8 Millionen Euro aus Gartenschau- und Städtebauförderung. Alle Zahlen im Detail, von den Sonnentagen bis zu den Fundstücken, stehen auf der Seite Zahlen und Bilanz.

Ein Rückblick auf Gärten, Aussteller und Mitmachen

Zur Eröffnung präsentierten sich 40 Aussteller. Drei Fachbetriebe des Garten- und Landschaftsbaus aus der Region legten vier Themengärten an, darunter „Birkenflüstern“ mit einem Laubengang aus verwitterten Holzrahmen und den „Zoomgarten“, der die Bodenseelandschaft im Miniaturformat nachbildete, mit Steinen aus der Schweiz, aus Vorarlberg und aus Süddeutschland für die drei Anrainerstaaten. Ein weiterer Garten spielte mit Spiegelwänden und einer Glasterrasse über einem Koiteich, um zu zeigen, wie groß ein kleiner Reihenhausgarten wirken kann.

Die Blumeninsel Mainau steuerte während der Themenwochen „Arkadien“ einen eigenen Beitrag mit Zitruspflanzen bei. Der Alpenverein legte neben seinem Boulderblock einen alpinen Garten an, als Verweis auf den Alpengarten an der Lindauer Hütte. Und die Kirchengemeinden planten für den Luitpoldpark ein Kirchenschiff mit Segel als Ort für Gottesdienste.

Ein Nebenaspekt, der in keiner Besucherzahl auftaucht: Schon am 29. Juli 2019 wurde im Alten Rathaus ein Freundeskreis gegründet, der die Gartenschau ehrenamtlich unterstützte und sich auch danach um das Grün in der Stadt kümmern wollte. Solche Vereine entstehen bei bayerischen Gartenschauen häufig und kümmern sich oft noch Jahre später um Pflanzungen und Grün in der Stadt. Wer im Rückblick verstehen will, warum die Schau von vielen Lindauern als ihre eigene betrachtet wurde, findet hier einen Teil der Antwort. Die Gartenschau Lindau 2021 war in großen Teilen von Vereinen, Initiativen und Freiwilligen getragen, vom Skateverein Lindau Move bis zum Trommlerzug Lindau-Aeschach, der schon 2019 bei der Fahnenübergabe in Wassertrüdingen gespielt hatte.

Seepromenade auf der Insel Lindau in der Abenddämmerung
Seepromenade auf der Insel Lindau · Foto: böhringer friedrich, Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.5

Was nach dem Gelände-Rückbau blieb

Direkt nach dem Abschlussfest begann der Rückbau. Am 16. Oktober 2021 verkaufte die Gesellschaft im Bürgerpark Stühle, Sonnenschirme, Pflanztröge und Liegestühle, ab dem 30. Oktober war der Uferweg von der Eilguthalle über Schützinger Promenade, Karlsbastion und Luitpoldpark bis zum Kiosk im Bürgerpark und zur Thierschbrücke wieder frei begehbar. Nur die temporäre Ausstellungsfläche blieb wegen der Restarbeiten vorerst gesperrt.

Dauerhaft blieben die Anlagen, für die die Fördermittel gedacht waren. Der Bürgerpark auf dem ehemaligen Parkplatz ist für 30 Jahre rechtlich als Grünfläche gesichert, die Uferstufen öffnen der Stadt einen direkten Zugang zum See, und Boulderblock sowie Skateanlage bekamen einen festen Platz auf der Hinteren Insel. Die Umgestaltung von Sina-Kinkelin-Platz, Karlsbastion und Schützinger Weg war schon vor der Eröffnung abgeschlossen.

Anerkennung kam später von außen. Beim Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis 2025 erhielt der Bürgerpark Lindau eine Auszeichnung in der Kategorie „Bauen im Bestand / Historische Anlagen“. Beim Bundespreis Stadtgrün 2024 war das „Parkband Hintere Insel“ unter dem Titel „Ring aus Inselgärten“ vertreten; die Stadt Lindau meldete den Beitrag als Erfolg.

Die Hintere Insel nach der Gartenschau

Dass auf der Hinteren Insel überhaupt Platz für einen Park war, hing mit der Bahn zusammen. Seit Dezember 2020 halten Fernzüge im neuen Bahnhof Lindau-Reutin auf dem Festland, während der Inselbahnhof als Kopfbahnhof für den Regionalverkehr bleibt. Diese Zwei-Bahnhofs-Lösung machte Flächen frei, die jahrzehntelang von Gleisen, Lokschuppen und Parkplätzen belegt waren.

Die Stadt plante auf einem Teil der Fläche ein neues Wohnquartier, die Gartenschau war als erster Schritt gedacht: erst das Grün, dann die Häuser. So einfach kam es nicht. Beim Bürgerentscheid „Entwicklung Hintere Insel“ am 25. September 2022 lehnten 5.548 Abstimmende (74,5 Prozent) eine Wohnbebauung der vier südlichen Baufelder östlich des Bürgerparks ab, 1.902 stimmten dafür. Das Quorum war erreicht, das Ergebnis bindend. Wie es mit den Flächen weitergeht und welche Debatten es um Parkplätze auf dem früheren Gartenschaugelände gab, beschreibt die Seite zur Stadtentwicklung auf der Hinteren Insel.

Luftaufnahme der Insel Lindau im Bodensee
Die Insel Lindau im Bodensee · Foto: Edda Praefcke, Wikimedia Commons, CC BY 2.5

Die Region als Teil der Schau

Die Gartenschau endete nicht an der Inselbrücke. Unter dem Titel „Die Region macht mit“ gehörten Außenstandorte im Landkreis dazu: die Wasserfälle in Scheidegg, die Hausbachklamm in Weiler und die Obstbau-Versuchsstation in Schlachters mit ihren alten Apfel- und Birnensorten. In Lindau selbst kamen der Lindenhofpark am Villenufer, der Alte Friedhof Aeschach, das Hoyerbergschlössle und ein Natursteg durch den Schilfgürtel hinzu.

Diese Orte waren schon vor 2021 da und sind es heute noch, anders als die Blumenschau auf der Insel. Wer einen Tag in Lindau um einen Ausflug ins Westallgäu ergänzen möchte, findet die einzelnen Stationen unter Die Region macht mit.

Das frühere Gelände heute besuchen

Ein Eintritt wird auf der Hinteren Insel nicht mehr verlangt, Zäune und Kassenhäuschen sind verschwunden. Wer mit dem Regionalzug am Bahnhof Lindau-Insel ankommt, ist in wenigen Minuten am Wasser und kann dem Uferweg folgen, der nach dem Rückbau wieder durchgehend geöffnet wurde. Mit dem Auto bietet sich das Parkhaus Inselhalle (P4) auf der Insel an, auf dem Festland liegen unter anderem P1 Blauwiese und P2 Bleicheweg.

Für die Uferstufen lohnt sich der frühe Abend. Schon im Sommer 2021 wurden sie bei Sonnenschein und zum Sonnenuntergang zum Magneten des ganzen Geländes, und die Lindauer nutzten sie nach dem Ende der Schau weiter als Badeplatz. Wer vorher noch etwas Zeit hat, geht ein Stück zurück zur Karlsbastion: Von der Schanze reicht der Blick über den See bis zu den Bergen, und die Rampe macht den Weg hinauf auch mit Kinderwagen leicht.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Wann fand die Gartenschau Lindau 2021 statt?

Die Schau öffnete am Donnerstag, dem 20. Mai 2021, um 14 Uhr und endete am Sonntag, dem 10. Oktober 2021, mit einem Abschlussfest. Ursprünglich war der 26. September als letzter Tag angesetzt. Im Juni 2021 verlängerten die Verantwortlichen mit Zustimmung des Aufsichtsrats um zwei Wochen, sodass die Saison am Ende 144 Tage dauerte.

Wo lag das Gelände der Gartenschau Lindau 2021?

Das Hauptgelände lag auf der Hinteren Insel, also im westlichen Teil der Lindauer Altstadtinsel. Es umfasste 5,3 Hektar mit Schützinger Promenade, Karlsbastion, Luitpoldpark, Bürgerpark und Uferstufen. Der Sina-Kinkelin-Platz gehörte zum Konzept, lag aber außerhalb des eintrittspflichtigen Bereichs. Dazu kamen Außenstandorte in Scheidegg, Weiler und Schlachters sowie Orte im Lindauer Stadtgebiet.

Was bedeutet der Name Natur in Lindau?

„Natur in …“ war in Bayern der Titel der kleineren Regionalgartenschauen, die es neben den großen Landesgartenschauen gab. Die Reihe begann 1995 in Waldkraiburg. Lindau war 2021 die letzte Schau dieses Formats. Seit 2022 unterscheidet der Freistaat nicht mehr zwischen groß und klein und vergibt jedes Jahr eine Bayerische Landesgartenschau.

Wie viele Menschen besuchten die Gartenschau?

Die Kassen registrierten bis zum Schluss 287.482 Besuche. Vor der Pandemie hatte die Gesellschaft auf rund 300.000 gehofft. Der stärkste Tag brachte 3.914 Besucher auf das Gelände. Gezählt wurden Besuche, nicht einzelne Personen, deshalb stecken in der Summe auch die vielen wiederholten Besuche der 8.323 Dauerkarteninhaber.

Wer veranstaltete die Gartenschau Lindau?

Durchführungsgesellschaft war die Natur in Lindau gGmbH. An ihr waren die Stadt Lindau mit 60 Prozent und die Bayerische Landesgartenschau GmbH mit 40 Prozent beteiligt. Ein Aufsichtsrat mit elf Mitgliedern unter Vorsitz der Oberbürgermeisterin begleitete das Projekt. Wie bei bayerischen Gartenschauen üblich, gingen die geschaffenen Anlagen danach in die Hand der Kommune über.

Was bedeutete das Motto Gartenstrand – vom Berg zum See?

Das Motto verknüpfte zwei Dinge, die Lindau prägen: den Blick über den Bodensee auf die Alpen und das Ufer direkt vor der Stadt. Deshalb gab es auf dem Gelände einen Boulderblock des Alpenvereins und alpine Pflanzungen, am anderen Ende aber Kiesufer, Liegestühle und Stufen ins Wasser. Die Themenwochen spielten dieses Wechselspiel über die ganze Saison durch.

Was ist von der Gartenschau heute noch zu sehen?

Geblieben sind vor allem der Bürgerpark auf dem früheren Parkplatz, die Uferstufen mit Zugang zum See, der neu bepflanzte Luitpoldpark, die sanierte Karlsbastion mit Rampe und die Schützinger Promenade. Boulderblock und Skateanlage wurden dauerhaft auf der Hinteren Insel eingerichtet. Beim Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis 2025 wurde der Bürgerpark ausgezeichnet.

Wie viel Geld floss in die Gartenschau?

Die staatliche Förderung betrug zusammen 4,8 Millionen Euro. Davon stammten 2,6 Millionen Euro aus der Gartenschau-Förderung, etwa für Bürgerpark, Uferstufen, Luitpoldpark und Karlsbastion, und 2,2 Millionen Euro aus der Städtebauförderung, etwa für den breiteren Schützinger Weg und den Spielplatz am Sina-Kinkelin-Platz. Bei der Eröffnung nannte der Umweltminister sieben Millionen Euro als Summe der Arbeiten.

Gab es 2021 weitere Gartenschauen am Bodensee?

Ja. Im selben Jahr lief auf der baden-württembergischen Seite die Landesgartenschau Überlingen, die wegen der Pandemie von 2020 auf 2021 verschoben worden war. Außerdem fanden die große Bayerische Landesgartenschau in Ingolstadt und die Gartenschau in Eppingen statt. Wer eine Dauerkarte für eine der vier Schauen besaß, durfte die anderen drei je einmal ohne Eintritt besuchen.

Wie kommt man heute zum früheren Gartenschau-Gelände?

Am einfachsten mit der Bahn: Regionalzüge fahren bis zum Bahnhof Lindau-Insel, von dort sind es wenige Minuten zu Fuß bis zur Hinteren Insel. Fernzüge halten seit Dezember 2020 in Lindau-Reutin auf dem Festland. Mit dem Auto bietet sich auf der Insel das Parkhaus Inselhalle (P4) an, auf dem Festland unter anderem P1 Blauwiese.