Lindau 2021 Gartenschau · Insel · See
Katalog der Beiträge

Themengärten Gartenschau Lindau 2021: alle Aussteller nach Thema

Zwischen Eingang Nord und Bürgerpark zeigten 2021 Gartenbaubetriebe, Vereine, Ministerien und Partnerstädte ihre Beiträge zum Motto „Gartenstrand – vom Berg zum See“. Dieser Katalog der Themengärten Gartenschau Lindau ordnet die rund 40 Themengärten und Ausstellungen nach ihrem Schwerpunkt, nennt die beteiligten Firmen und Verbände und beschreibt, was in den Beeten, Pavillons und Waggons auf der Hinteren Insel zu sehen war.

AI Holzsteg durch ein Staudenbeet mit Sonnenhut, Lavendel und Gräsern (mit AI erstelltes Bild)
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Themengärten Gartenschau Lindau 2021 im Überblick

Die Themengärten der Gartenschau Lindau 2021 füllten den Teil des Geländes, der nach dem Sommer wieder verschwinden sollte: die Ausstellungsfläche zwischen Eingang Nord und dem neuen Bürgerpark. Wer den Katalog der Themengärten Gartenschau Lindau heute durchgeht, findet dort 40 nummerierte Beiträge, dazu die Seevinothek und die Modellbahngruppe Lindau. Das Spektrum reichte vom Mustergarten eines Allgäuer Fachbetriebs bis zur Friedensausstellung zur Agenda 2030 der Vereinten Nationen.

Der Ausstellerkatalog von 2021 war schlicht durchnummeriert. Hier sind die Aussteller nach Themen sortiert, weil sich so besser zeigt, wer 2021 am Gartenstrand vertreten war: Landschaftsgärtner, Gärtnereien und Baumschulen, Naturschutzverbände, zwei bayerische Ministerien, der Landkreis, Partnerstädte, Kirchen, Künstlerinnen und Vereine aus Sport und Verkehrsgeschichte. Einen Überblick über die gesamte Gartenschau, ihre sechs Bauabschnitte und die Bilanz von 287.482 Besuchen gibt die Seite zur Gartenschau Lindau 2021.

Die meisten Beiträge waren temporär. Einige blieben. Welche das sind, steht im letzten Abschnitt.

Landschaftsgärtner und ihre Mustergärten

Den Kern bildeten vier Gärten, die der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern (VGL Bayern) koordinierte. Drei regionale Fachbetriebe zeigten darin, was ein Hausgarten auf kleiner Fläche leisten kann, und richteten sich damit bewusst an Eigenheimbesitzer. Der Hintergedanke war handfest: Ein gut gestalteter Außenbereich erweitert den Wohnraum und steigert den Wert einer Immobilie.

Herrhammer, ein Betrieb der Gärtner von Eden aus Heimenkirch, baute gemeinsam mit bs LandschaftsArchitekten aus Lindenberg den Garten „Birkenflüstern“. Ein Laubengang aus verwitterten Holzrahmen führte durch eine grün-weiße Waldpflanzung aus Farnen, Gräsern und Anemonen. Die Rahmen rückten immer dichter zusammen und endeten in einem offenen Holzkubus mit einer Wasserschale aus Edelrost-Stahl, dahinter lagen eine geschwungene Treppe, eine Feuerstelle und ein lichter Birkenhain.

Form & Pflanze aus Reichenhofen bei Leutkirch steuerte gleich zwei Gärten bei. Der „Zoomgarten“ bildete den Bodensee in Miniatur ab, allerdings gespiegelt: Die Berge waren als Mulden angelegt, aus denen Iris, Taglilien und Gräser wuchsen, während Lein, Teppichverbene, Steinbrech und Thymian die Zuflüsse markierten. Drei Natursteinflächen standen für die Anrainerstaaten, belegt mit Bärlocher Sandstein aus der Schweiz, Vorarlberger Kieselhartkalk sowie Moränekieseln und Findlingen aus Süddeutschland. Der zweite Garten, „Feng Shui am See: Im Reich der fünf himmlischen Tiere“, ordnete Schildkröte, Tiger, Drache, Phönix und Schlange nach fernöstlicher Lehre an, mit Rosen auf der Tigerseite und Bruchsteinen als Drachenrücken.

Der Betrieb Lehmann aus Sigmarszell-Bösenreutin nahm sich den Reihenhausgarten vor. Im „Garten der Illusionen“ ließen Spiegelwände die kleine Fläche größer wirken, eine Glasterrasse führte über einen Koiteich, und ein Kiesstrand am Hochbeet sollte vergessen lassen, dass man mitten in einer Wohnsiedlung steht. Das war der Garten mit der klarsten Botschaft, denn verdichtetes Bauland macht genau solche Kleinstgärten häufiger.

Ein fünfter Beitrag der Landschaftsgärtner hatte Ausbildungscharakter. Auszubildende des Fachbetriebs Weißmüller aus Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz bauten mit Unterstützung von Herrhammer den Garten „Biodiversität im Garten“, einen Vorgarten mit Duftesche, Totholzhecke, Blumenwiese und Steinhaufen für wärmeliebende Tiere. Die Baustelle diente zugleich als Übungsfeld für Terrassen-, Mauer- und Wegebau; die Entstehung schildert der Beitrag über die Auszubildenden im Garten- und Landschaftsbau. Etwas abseits vom Pflanzenthema zeigte Avitrum mit der „Opensky-Küche“, wie eine vollwertige Küche unter freiem Himmel aussieht.

AI Bauerngarten mit Staketenzaun, Rittersporn und zwei Gartenhäuschen (mit AI erstelltes Bild)
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Sommerblumen, Dahlien und Zitrus: die Pflanzbeiträge

Die großen Beete stammten aus der Pflanzplanung für die Gartenschau und wurden von der Gärtnerei Förth umgesetzt. „Träume am Gartenstrand“ versammelte Sommerblumen aus warmen Ländern, darunter Mexico-Nessel, Leberbalsam, Schmuckkörbchen, Zigarettenblümchen, Zinnien, Sonnenhut und Ziertabak. Im Beet „Farbenfrohe Kraftpakete“ standen Dahlien im Mittelpunkt, begleitet von Prachtkerzen, Schokoladenblume und Elfenspiegel, in zwei Farbfeldern von Rosa und Hellgelb bis Feuerrot und Orange. Für „Weit gereist, hier gestrandet“ wuchsen Präriegräser, Federgras, Eisenkraut und Sonnenhut in alten Bahnwaggons, eine Anspielung auf Pflanzen, die sich entlang von Bahnstrecken ausbreiten.

Ein Beet bezog sich auf die Kunst. „Chagalls blühendes Blau“ entstand als Pflanzkonzept mit einem Kunstexperten, der zeitgleich die Chagall-Ausstellung im Kunstmuseum Lindau zusammengestellt hatte. Sommersalbei, Rittersporn und Iris lieferten das Blau, silberblättrige Pflanzen wie Eukalyptus und Artischocke verstärkten es. Das Beet war damit einer der wenigen Beiträge, die eine Brücke vom Gelände in die Altstadt schlugen, denn wer das Blau im Beet gesehen hatte, konnte die Bilder dazu wenige hundert Meter weiter im Museum ansehen.

Die Insel Mainau schickte „Gepflanztes Gold“: Zitrusbäumchen, die an Großherzog Friedrich I. von Baden erinnerten. Er erwarb die Mainau 1853 und brachte von einer Mittelmeerreise acht Zitrusstämmchen mit, den Grundstock der heutigen Sammlung. Vier Baumschulen, darunter die Baumschule Haage, Kutter Pflanzen, Wörlein Baumschulen und Garten-Land Wohlhüter, zeigten unter dem Titel „Pflanzen auf Reisen“ alte Obstgehölze und Bonsais in regionaltypischen Obstkisten, die immer wieder an neue Stellen im Gelände wanderten. Während der Wüstenwochen im Juli stellte ein Kakteengarten aus Oettingen an der Karlsbastion winterharte Kakteen und Trockenstauden vor.

Naturschutz-Aussteller: Bienen, Schwalben und Moore

Die BUND Naturschutz Kreisgruppe Lindau baute am Eingang Nord einen Teich mit kleinem Wasserfall aus Nagelfluhfelsen, die der Markt Scheidegg zur Verfügung stellte, und daneben einen Holzpavillon. Unter dem Titel „Naturdetektive unterwegs“ ging es um Moore, Tobel, den Bodensee und alte Stadtbäume. Die Ausstellung „Tatort Garten“ zeigte, wo der Artenschutz im Privatgarten zu kurz kommt, und ein Schmetterlingskasten ergänzte Torfarbeiten eines Künstlers.

„Biene trifft Obst“ war ein Gemeinschaftsbeitrag der Erzeugergemeinschaft Lindauer Obstbauern und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises. Drei Apfelsorten standen stellvertretend für den Obstbau am See: Topaz als eine der ersten gegen Schorf und Mehltau resistenten Sorten, Elstar als meistverkaufter Apfel der Region und die neue Sorte Natura/Magicstar. Erklärt wurde, warum mehr als 566 Wildbienenarten in Deutschland auf heimische Blüten, mehrjährige Blühstreifen und gestaffelte Mahd angewiesen sind.

Zwei Imkervereine ergänzten das Thema. Mellifera e.V., 1986 gegründet, stellte in der „Bienenweide“ die wesensgemäße Bienenhaltung vor, bei der die Völker ihre Waben selbst bauen und schwärmen dürfen. Der Bienenzuchtverein Lindau, seit mehr als 120 Jahren aktiv, betrieb ein Bienenhaus; der Verein zählte 115 Mitglieder mit 300 Völkern und rund acht Millionen Flugbienen.

Der Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu widmete sich mit „Flugkünstler in luftiger Höhe“ den Gebäudebrütern. An der Luitpoldkaserne bestand Anfang der 1980er Jahre eine der größten Mehlschwalbenkolonien Süddeutschlands mit 330 Brutpaaren, 2021 waren es noch bis zu 60 Paare. Nistkästen, Fassadengrün und der Verzicht auf Pestizide waren die Gegenmittel, die der Beitrag vorschlug.

AI Bachlauf mit Trittsteinen, Iris und einer Sitznische im Hang (mit AI erstelltes Bild)
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Ministerien, Landkreis und Stadtwerke: Wasser, Wald und Region

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz ließ am Gartenstrand eine „Wissensfähre“ anlegen, mit Stationen an Anlegestelle, Beiboot und Fähre zum Leben im, am und mit Wasser. Aufhänger war der Bodensee als Trinkwasserspeicher für rund fünf Millionen Menschen. Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten war doppelt vertreten: „Faszination Bergwald“ erklärte den Wald als Schutz vor Steinschlag, Muren und Lawinen, „Mehr Grün“ zeigte Hochbeete mit Steingartenpflanzen, Blumen, Obst und Gemüse und bespielte 19 Wochen lang einen Pavillon mit wechselnden Themen.

Der größte Einzelbeitrag kam vom Landratsamt Lindau (Bodensee). Auf 300 m² präsentierte sich der Landkreis mit Pavillon, Regionalgarten und Schaupflanzungen zu Räucherstauden, essbaren und insektenfreundlichen Stauden. Dort liefen auch Dauerausstellungen der Außenstandorte Scheidegg, Weiler und Schlachters sowie die Themenreihen „WasserReich“, „ErdReich“ und „SegensReich“. Wer die Außenstandorte heute besuchen will, findet sie auf der Übersicht der Ausflugsziele rund um Lindau.

Die Stadtwerke Lindau stellten einen „Duschenwald“ auf und verbanden die Abkühlung mit Zahlen. Das Seewasserwerk in Nonnenhorn mit eigenem akkreditiertem Labor liefert jährlich 2,9 bis 3,2 Millionen Kubikmeter Trinkwasser an rund 40.000 Einwohner in Lindau, Bodolz, Wasserburg, Nonnenhorn und Kressbronn, im Sommer an bis zu 80.000 Kunden. Gleich daneben lag die Seevinothek. Die Winzer zwischen Lindau und Nonnenhorn bewirtschaften auf 400 bis 500 Metern Höhe rund 80 Hektar Reben, unter anderem Müller-Thurgau, Grauburgunder, Johanniter und Spätburgunder, und erklärten das an einem kleinen Schauweinberg.

AI Schattengarten mit Funkien, Farnen und einer Steinbank unter alten Bäumen (mit AI erstelltes Bild)
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Partnerstädte und Gartenschauen als Aussteller

Drei Beiträge kamen von außerhalb. Die französische Partnerstadt Chelles, rund 18 Kilometer von Paris entfernt, baute ihren Klostergarten nach: vier Beete mit Kreuzgang, Rosen, Heilkräutern und Eiben, dahinter eine Kulisse mit der Rathausfassade. Das Kloster war um 660 gegründet worden und bestand bis 1790, Teile der Stadtverwaltung sitzen heute in seinen Räumen. Chelles hat rund 60.000 Einwohner, und die Verbindung mit Lindau gilt als eine der lebendigsten Städtepartnerschaften der Stadt: Der Beitrag betonte, dass aus ihr sogar Ehen hervorgegangen seien.

Wangen im Allgäu nutzte den Garten als Werbung für die eigene Landesgartenschau 2024. Ein originaler Sandsteinengel von der spätbarocken Rathausfassade begrüßte die Gäste, dazu kamen Holzkonstruktionen, Pflasterbänder aus Naturstein wie auf dem Gelände der ehemaligen Baumwollspinnerei ERBA und eine Pergola mit Sprühnebel. Die BUGA Erfurt 2021 zeigte „Erfurter Gartenschätze“, darunter die Puffbohne als Maskottchen der Stadt, den Blumenkohl „Erfurter Zwerg“, das Radieschen „Erfurter Riesenrot“ und Färberwaid. Wie Gartenschauen einander ablösen und welche als nächste anstehen, zeigt der Kalender der kommenden Landesgartenschauen.

Frieden, Kirche und Kunst im Luitpoldpark

Lindau hatte 2019 die 10. Weltversammlung von Religions for Peace ausgerichtet, und deren Symbol stand nun am Gartenstrand. Der „Ring for Peace“ ist 7,5 Meter hoch, als Möbiusband gebaut und besteht aus 36 Hölzern aus zertifiziertem Anbau von allen Kontinenten. Die friedens räume Lindau, 2021 zwanzig Jahre alt, und der Verein Friedensregion Bodensee zeigten die Ausstellung „FRIEDENSKLIMA! 17 Ziele für Gerechtigkeit und Frieden“ zu den UN-Nachhaltigkeitszielen. Nach Angaben der Veranstalter war das die erste Präsentation dieser Ziele auf einer bayerischen Gartenschau.

In der Nähe stand der „Kubus im Fluss“ einer Künstlerin aus Friedrichshafen. Außen zeigte er Wüstenboden, innen erklangen Wassergeräusche und Walgesänge. Eine in Lindau geborene Fotografin, 2010 erste Trägerin des Lindauer Kulturpreises, zeigte mit „Faszination Wissenschaft“ Porträts von 60 Forscherinnen und Forschern.

Die evangelischen und katholischen Gemeinden bauten gemeinsam das „Schiff der Kirchen“, in dem jeden Mittwoch um 19 Uhr ein Abendsegen stattfand. Friedhofsgärtner, Steinmetze und Metallgestalter der Region gestalteten mit „TrauerLeben“ einen Friedhofsgarten mit Raum der Erkenntnis und Raum der Stille. Die vhs Lindau schließlich pflegte einen interkulturellen Garten, um den sich Lindauer mit und ohne Zuwanderungsgeschichte gemeinsam kümmerten.

AI Hochbeete mit Salat, Kapuzinerkresse und Kräutern unter einem Rosenbogen (mit AI erstelltes Bild)
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Bahn, Schiff und Stadtgeschichte

Dass die Hintere Insel über Jahrzehnte Bahngelände war, griffen gleich mehrere Aussteller auf. Der Verein Pro Bahn Vorarlberg stellte zwei schmalspurige Niederflurwagen und einen früheren Personenwagen der ÖBB auf und bot zeitweise Fahrten mit einem historischen Triebwagen der Montafoner Bahn an. Im Reisewagen zeigte die Modellbahngruppe Lindau, seit 1981 aktiv, ein Modell der alten Trajektanlage und eine Lok mit fünf Zoll Spurweite; an einzelnen Tagen drehte die Kindereisenbahn ihre Runden.

Das Verkehrsmuseum Lindau erzählte unter „Geschichte in Bewegung“, wie die Eisenbahn 1853 Lindau erreichte und wie ab 1868 Güterwagen per Trajektfähre über den See in die Schweiz rollten, bis dieser Verkehr 1939 endete. Die Stadt Lindau, die Regierung von Schwaben und die Bayerische Landesgartenschau GmbH zeigten im Beitrag „Backward, Forward, Now“, wie Städtebauförderung und Gartenschau die Entwicklung der Hinteren Insel ermöglichten. Wie es dort nach 2021 weiterging, beschreibt die Seite zur Stadtentwicklung auf der Hinteren Insel.

Zwei Firmen bauten Infrastruktur. Das Schalungsunternehmen Peri aus Weißenhorn lieferte die bunten Gerüstregale des Regionalmarkts, und die Lindauer Zeitung richtete im Rosengarten eine Medienlounge mit Virtual-Reality-Brillen ein.

AI Laubengang aus Rosen und Clematis mit Laterne (mit AI erstelltes Bild)
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Sport- und Familienbeiträge am Gartenstrand

Die Sektion Lindau des Deutschen Alpenvereins, mit mehr als 5.000 Mitgliedern der größte Verein der Stadt, stellte unter dem Titel „Basecamp“ einen Boulderblock auf. Dazu holte sie ein Stück des Alpengartens der Lindauer Hütte, die auf 1.744 Metern liegt und mehr als 500 alpine Pflanzen zeigt, an den See. Der Verein Lindau Move baute in Eigenarbeit den Skatepark „Move Plaza“, unterstützt von der Stadt, der Gartenschau und einem Garten- und Landschaftsbaubetrieb.

Für Familien gab es die Spielelandwiese des Ravensburger Spielelands zum Malen, Puzzeln und Lesen und den Gartenstrand selbst mit Sand, Liegestühlen und Blick auf den See. Im Schulklassenprogramm „Buntes Klassenzimmer“ boten viele dieser Aussteller Workshops an, vom Bienenverein bis zum Alpenverein mit einem Schnupperkurs Bouldern.

Was von den Ausstellern auf der Hinteren Insel blieb

Nach dem letzten Tag am 10. Oktober 2021 begann sofort der Rückbau. Am 16. Oktober verkaufte die Gartenschau Sitzmöbel, Sonnenschirme und Ausstellungsteile, am 30. Oktober war der Uferweg von der Eilguthalle über Schützinger Promenade, Karlsbastion und Luitpoldpark bis zum Kiosk im Bürgerpark wieder offen. Die temporäre Ausstellungsfläche mit den Themengärten blieb noch einige Wochen gesperrt.

Zwei Ausstellerbeiträge sind geblieben: der Skatepark von Lindau Move und der Boulderblock, beide heute Teil des Sportbands am Nordrand des Bürgerparks. Wie der Block auf das Gelände kam, schildert der Beitrag über den Boulderblock auf dem Gartenschaugelände. Wer die früheren Standorte der Themengärten Gartenschau Lindau sucht, beginnt am besten am Kiosk im Bürgerpark und geht von dort Richtung Norden; auf den temporären Ausstellungsflächen, auf denen 2021 die Gärten der Landschaftsgärtner standen, sah die Planung von damals ein neues Wohnquartier vor.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Wie viele Themengärten Gartenschau Lindau 2021 gab es insgesamt?

Der Ausstellerkatalog der Gartenschau führte 40 nummerierte Beiträge, dazu kamen die Seevinothek und die Modellbahngruppe Lindau im Reisewagen. Nicht jeder Beitrag war ein Garten im engeren Sinn: Neben bepflanzten Themengärten standen Pavillons, eine Outdoorküche, ein Skatepark, ein Boulderblock und historische Bahnwagen auf dem Gelände.

Welche Landschaftsgärtner bauten die Themengärten der Gartenschau Lindau?

Der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern koordinierte die Beiträge der Landschaftsgärtner. Herrhammer aus Heimenkirch baute mit bs LandschaftsArchitekten den Garten „Birkenflüstern“, Form & Pflanze aus Reichenhofen den „Zoomgarten“ und „Feng Shui am See“, Lehmann aus Sigmarszell-Bösenreutin den „Garten der Illusionen“. Auszubildende des Betriebs Weißmüller legten „Biodiversität im Garten“ an.

Sind die Themengärten Gartenschau Lindau heute noch zu sehen?

Nein, die Themengärten lagen auf der temporären Ausstellungsfläche und wurden nach dem 10. Oktober 2021 zurückgebaut. Am 16. Oktober 2021 fand ein Ausverkauf von Möbeln und Ausstellungsteilen statt. Dauerhaft geblieben sind unter anderem der Bürgerpark mit Spielgerüst, die Uferstufen, der Skatepark von Lindau Move und der Boulderblock.

Wo lagen die Ausstellerbeiträge auf dem Gelände?

Der größte Teil der Gärten lag auf der Ausstellungsfläche zwischen Eingang Nord und dem heutigen Bürgerpark, auf früherem Park- und Bahngelände. Einzelne Beiträge standen an anderen Stellen: Friedensklima und der Kubus im Fluss im Luitpoldpark, die Kakteen während der Wüstenwochen an der Karlsbastion und die Baumschulpflanzen an wechselnden Orten.

Welche Ministerien waren auf der Gartenschau Lindau vertreten?

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz zeigte die „Wissensfähre“ zum Leben im, am und mit Wasser. Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten war mit zwei Beiträgen vertreten: „Faszination Bergwald“ über den Schutzwald der Alpen und „Mehr Grün“ mit Hochbeeten und einem 19 Wochen laufenden Pavillonprogramm.

Was zeigte die Insel Mainau in Lindau?

Die Insel Mainau brachte unter dem Titel „Gepflanztes Gold“ Zitruspflanzen an den Gartenstrand. Der Beitrag erinnerte an Großherzog Friedrich I. von Baden, der die Mainau 1853 als Sommerresidenz erwarb und von einer Mittelmeerreise acht Zitrusstämmchen mitbrachte. Sie bildeten den Grundstock der heutigen Zitrussammlung. Der Beitrag passte in die Themenwochen „Arkadien“ im Juni 2021.

Welche Partnerstädte und Gartenschauen stellten 2021 aus?

Die französische Partnerstadt Chelles zeigte eine Nachbildung ihres Klostergartens mit Rosen, Heilkräutern und Eiben. Wangen im Allgäu warb mit einem Garten samt originalem Sandsteinengel vom Rathaus für die eigene Landesgartenschau. Die BUGA Erfurt 2021 brachte Erfurter Gemüsesorten wie Puffbohne, Blumenkohl „Erfurter Zwerg“ und Färberwaid nach Lindau.

Gab es Aussteller zum Thema Bienen?

Gleich drei. Die Erzeugergemeinschaft Lindauer Obstbauern zeigte mit der Unteren Naturschutzbehörde den Garten „Biene trifft Obst“ über Wildbienen und Apfelsorten. Mellifera e.V. stellte die wesensgemäße Bienenhaltung vor. Der Bienenzuchtverein Lindau, seit mehr als 120 Jahren aktiv, betrieb ein Bienenhaus mit lebenden Völkern, in dem Besucher die Arbeit eines Imkers kennenlernten.

Was hatte die Eisenbahn mit den Ausstellern zu tun?

Das Gelände der Hinteren Insel war lange von Gleisen geprägt. Der Verein Pro Bahn Vorarlberg stellte zwei schmalspurige Niederflurwagen und einen früheren ÖBB-Personenwagen auf. Im Reisewagen zeigte die Modellbahngruppe Lindau Modelle der Trajektanlage, das Verkehrsmuseum Lindau erklärte die Verbindung von Bahn und Schiff seit 1853.

Konnte man die Themengärten mit Kindern besuchen?

Ja, mehrere Beiträge richteten sich ausdrücklich an Familien. Die Spielelandwiese des Ravensburger Spielelands lud zum Malen, Puzzeln und Spielen ein, der BUND Naturschutz schickte Kinder als Naturdetektive an seinen Teich, und an ausgewählten Tagen fuhr die Kindereisenbahn der Modellbahngruppe. Schulklassen besuchten die Aussteller außerdem im Programm „Buntes Klassenzimmer“.