Auf der Hinteren Insel leben

Die Gartenschau ist nur der erste Schritt. Danach verbinden sich Altstadt und neues Wohnquartier zu einem lebenswerten Stadtteil: grün, lebendig und mit herrlichem Blick auf Ufer, See und Berge. Vieles bleibt vom Gartenstrand, viel Neues kommt im Laufe der Zeit hinzu. Wie man in Zukunft auf der hinteren Insel wohnen wird, lesen sie hier. Eines ist schon heute klar: viel schöner geht es kaum.

Dauerhaft grün wohnen

Leben am Bodensee: Dieser Traum wird für Lindauerinnen und Lindauer wahr. Denn nach der Gartenschau gibt es Häuser, Höfe und viel Grün: zum toben, träumen und leben. Während Bürgerpark und Luitpoldpark bleiben, entsteht auf den temporären Ausstellungsflächen ein neues Wohngebiet in Ergänzung zur Altstadt. Mit familiengerechten Wohnungen und dem schönsten Umfeld, dass man sich wünschen kann.

Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen, wie es auf der Hinteren Insel weitergeht

Städtebauliche Entwicklung auf der Hinteren Insel

Es sind zwei Faktoren, die diese notwendig machen. Zum einen der Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Lindau. Nur wenn es gelingt, Grundstücke der Spekulation zu entziehen, ist dies möglich. Deshalb werden auf den städtischen Flächen mindestens 30 Prozent geförderte Wohnungen entstehen.

Zudem braucht die Insel eine vitalisierende Maßnahme. Die Zahl der Einwohner sinkt, für viele Geschäfte und die Gastronomie bedeutet dies vor allem im Winterhalbjahr: zu wenige Kunden. Kindergarten und Grundschule kämpfen seit Jahren um das Überleben. Deshalb braucht die Insel in doppelter Hinsicht mehr Einwohner.

Sie orientiert sich an der Altstadt. Das heißt maximal drei- bis fünfgeschossige Gebäude. Statt dröger Einheitsfassaden ein lebendiger Mix von Baustilen. Kommunikative Plätze, halbprivate Innenhöfe und ausreichend Spielmöglichkeiten im nahegelegenen Bürgerpark: Es entsteht ein lebendiges Quartier.

Das ist noch unklar. Denn der Rahmenplan gibt nur die Grenzen vor. So können Wohnungsgröße und –anzahl dem jeweiligen Bedarf angeglichen werden. Deshalb wird auch nicht das ganze Quartier auf einmal gebaut, sondern über einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren.

Lockerer als in der Altstadt, denn der Freiraum wird von vornherein großzügig eingeplant.

Darüber wird letztendlich der Stadtrat entscheiden. Klar ist: Es sollen Menschen mit guten Ideen zum Zug kommen. Und: Die Grundstücke und Gebäude dürfen nicht zu Spekulationsobjekten werden. Von daher sind Bauherrengemeinschaften, Genossenschaften, aber auch die städtische GWG denkbar.

Die Entwicklung der Hinteren Insel beginnt mit den beiden südlichen Baublöcken im Bereich des ehemaligen Seeparkplatzes P 5. Im Bereich der Bahnflächen soll ab Freimachung der Gleise eine Entwicklung stattfinden. Geplant ist, dass bis zum Jahr 2035 die Bahnflächen voll entwickelt sind und auf den städtischen Flächen die Bauabschnitte 1 und 2, also vier Baublöcke errichtet sein werden. Die vollständige bauliche Entwicklung der Hinteren Insel wird bis zum Jahr 2040 abgeschlossen sein.

Nein, vor allem im Erdgeschoss könnten Gemeinschaftsräume, Handwerker, Bäckereien oder Cafés Platz finden. Kurz: Alles, was zu einem lebendigen Quartier dazugehört. Autos finden ihren Platz in Tiefgaragen, sodass die Straßen und Wege den Fußgängern, Flaneuren und Kindern bleiben.

Die Verwaltung empfiehlt, die städtischen Flächen an eine städtische Entwicklungsgesellschaft zu vergeben, welche die weiteren Planungen und den Bau der Tiefgaragen übernimmt. Diese vermietet oder verpachtet auf Grundlage des Rahmenplans einzelne Parzellen im Rahmen der Konzeptvergabe. Darauf können sich interessierte Mieter-Baugruppen oder anders organisierte Baugruppen bewerben. Die Bewerbungen werden geprüft und dann dem Bau- und Umweltausschuss zum Beschluss vorgelegt. Selbstverständlich können sich Interessierte auch einfach auf eine geeignete Mietwohnung bewerben. Der Stadtrat hat beschlossen, dass die städtischen Flächen auf der Hinteren Insel nicht am freien Markt veräußert werden. Die Flächen der Bahn werden an Investoren veräußert und entwickelt. Diese Wohnungen werden verkauft oder im Rahmen der SoBoN als geförderte Wohnungen zur Miete angeboten.

Die ersten Gebäude werden voraussichtlich ab 2025 errichtet bzw. fertiggestellt werden, so dass ab diesem Zeitraum Wohnungen zur Verfügung stehen werden.

Gebaut werden insbesondere Wohnungen in Mehrfamilienhäusern, die in einer Blockrandbebauung angeordnet werden. Das Besondere ist, dass die Blöcke nicht aus einem einzelnen Haus bestehen, sondern aus verschiedenen unterschiedlich gestalteten Gebäuden bestehen werden. Die Gebäude werden zwischen drei und fünf Geschossen hoch sein. Das heißt, sie sind so hoch wie die Häuser in der Altstadt.

Es werden dort überwiegend Wohnungen verschiedenster Art vorhanden sein, die Erdgeschosszone soll aber unterschiedlich genutzt werden. Dies können gewerbliche Nutzungen wie Büros, Co-Working, Praxen oder Geschäfte, aber auch soziale und gemeinschaftliche Einrichtungen wie eine Quartierskantine, ein Bildungshaus, Gemeinschaftsräume oder Werkstätten sein. Zudem soll auf der Hinteren Insel eine Kita errichtet werden.

Bereits vor der Bebauung wird ein Bürgerpark mit Sitzstufen zum See und einem großen Spielplatz für Jung und Alt errichtet.

Durch die Kürzung der Gleise wird eine neue Fuß- und Radwegeverbindung in Fortsetzung der Maximilianstraße bis hin zur Bodenseeklinik ins neue Quartier geschaffen. Im Bereich der ehemaligen Inselbrauerei sollen die Gewölbekeller geöffnet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Bestandteil des Rahmenplans ist eine Gestaltungsfibel, welche Vorgaben zur Gestaltung der Gebäude, ihrer Fassaden und Dächer, für die Straßenräume sowie für die Bepflanzung macht. Zur Sicherung der architektonischen Qualität der Gebäude werden jeweils Hochbauwettbewerbe durchgeführt. Zudem wird ein Wettbewerb vorgeschaltet, der auf Grundlage des Rahmenplans und der Gestaltungsfibel die Freiräume detailliert plant.

Bereits jetzt ist in der Gestaltungsfibel vorgegeben, dass die Freiflächen mit Ausnahme der Thierschstraße in Naturstein gepflastert werden sollen, da dies gestalterisch und im Sinne der Nachhaltigkeit die hochwertigste Lösung ist. Außerdem soll interessierten Bewohnern die Möglichkeit angeboten werden, Parzellen im öffentlichen Raum eigenständig zu bepflanzen und pflegen zu können. Auf den Dächern sollen große Gemeinschaftsgärten errichtet werden, um privateren Rückzugsraum im Grünen zu gewährleisten.

Der Steg über die Bahngleise war ein vielfacher Wunsch der Bürgerinnen und Bürger. Der Steg wurde in den Rahmenplan aufgenommen und ist als Maßnahme der SoBoN aufgeführt. Sofern die Bahn ihre Zustimmung für die Errichtung des Stegs gibt, kann dieser im Zuge der Entwicklung der Hinteren Insel gebaut werden. Geplant ist, diesen vom nördlichen Quartiersplatz bis zum Lebensmittelmarkt in der Zeppelinstraße zu führen.

Unter den Baublöcken werden Tiefgaragen vorgesehen. Die Tiefgaragen sollen für den Stellplatznachweis der Bewohner und ihren Besuchern dienen. Allerdings wird der Stellplatzschlüssel von 1,0 auf 0,6 reduziert, da in den Tiefgaragen auch noch Stellplätze den Nutzern der Luitpoldkaserne sowie den Bewohnern der Altstadt angeboten werden sollen. Die Reduzierung des Stellplatzschlüssels soll durch großzügige, in den Erdgeschossen vorhandene Fahrradabstellplätzen sowie Carsharing-Angeboten kompensiert werden. Zudem wird eine signifikante Anzahl an Stellplätzen mit E-Ladestationen ausgestattet sein. Im Bereich der Hinteren Insel sind sowohl Haltestellen des Stadtbusses sowie der Bahnhalt auf der Insel zu Fuß vorhanden sein.

Erst die Gartenschau ermöglicht es, den Seeparkplatz P 5 aufzuheben und einer städtebaulichen Entwicklung zuzuführen. Dabei sorgt sie mit ihren Dauermaßnahmen wie dem Bürgerpark dafür, dass öffentliche Freiflächen nicht wie üblich zuletzt errichtet werden, sondern schon von dem Bau der ersten Gebäude in hoher Qualität vorhanden sind. Ohne die Gartenschau und ihre umfangreichen Fördermittel könnten diese Freiflächen nicht in dem Umfang und in dieser Qualität errichtet werden. Außerdem ist durch die Gartenschau der Bürgerpark als Grünfläche auf ungefähr 25 Jahre gesichert.

Das bleibt für Lindau

Eine Gartenschau ist mehr als ein paar Monate gemeinsam zu feiern. Sie ist ein Fest, das dauerhafte Spuren hinterlässt. So dürfen sich die Lindauer über viel Grün, neue Wege, zusätzliche Spielplätze und mehr Zugang zum Wasser freuen. Lebensqualität für Generationen, die am Gartenstrand ihren Anfang nimmt.

Bleibende Werte

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