Gartenschauen entwickeln das Land

Die erste Bayerische Landesgartenschau fand 1980 in Neu-Ulm statt. Die Idee dahinter war von Anfang an klar: gärtnerische Attraktionen sollten die Keimzelle für Infrastruktur-Projekte bilden, die auf Jahre hinaus Früchte für die Bürger tragen. Sie wurde von den Verbänden der Gärtner, der Garten- und Landschaftsbauer und der Baumschulen gemeinsam initiiert und wegen ihres hohen Wertes für die Allgemeinheit von Landespolitik und Ministerien über die Jahre gefördert und mitgetragen.

Erste Bayerische Landesgartenschau in Neu-Ulm 1980
Bildarchiv Landesgartenschau Würzburg 1990

 

 

 

 

 

 

Gartenschauen sind also weit mehr, als eine „Werbeveranstaltung“ lokaler gärtnerischer Betriebe – obwohl sie natürlich auch die Leistungsstärke dieses wichtigen Wirtschaftszweiges präsentieren. Sie sind vielmehr ein Impulsgeber für die Entwicklung von Städten und Regionen in Bayern. Sie machen sie bekannter, stärken den Tourismus, verbessern das Investitionsklima, schaffen Arbeitsplätze, gestalten neue städtische Räume, geben ein Thema für gemeinschaftliche Aktivitäten der Bürgerschaft, fördern die Identifikation und den Austausch innerhalb ihrer Stadt, führen Interessengruppen zusammen und setzen kulturelle Highlights.

Oft entstehen Freundeskreise, die sich auch nach Ende der Veranstaltung um die Pflege der Anlagen sowie um die Natur in der Stadt kümmern. Zur Durchführung einer Gartenschau wird in jedem Falle ein gemeinsame Gesellschaft gegründet. Partner sind die jeweilige Stadt und die Gesellschaft zur Förderungen der Bayerischen Landesgartenschauen mbH, die mit ihren Experten und Fachbeiräten die Erfahrung aus vierzig Jahren Gartenschau-Organisation einbringt.

Nach Ende der jeweiligen Veranstaltung wird die Gesellschaft liquidiert und die geschaffenen Einrichtungen gehen in den Besitz der Kommunen über.

Dass die Ziele der Gartenschauen aktueller sind denn je, hat auch mit der aktuellen Entwicklung zu tun: Ökologie, Nachhaltigkeit und Schutz der Artenvielfalt sind die bestimmenden Themen unserer Zeit. Je mehr Kommunen und Bürger in ganz Bayern sie sich auf die Fahnen schreiben, desto besser. Die Bayerischen Gartenschauen sind auch dafür Motor und perfekte Bühne. Die Idee der Gartenschau hat die Neu-Ulmer überzeugt: 2008 waren sie das zweite Mal Gastgeber.