Lindau 2021 Gartenschau · Insel · See
Zahlen und Fakten

Gartenschau Lindau Zahlen: Besucher, Dauerkarten und Bilanz 2021

Nach 144 Tagen stand fest, was der Gartenstrand auf der Hinteren Insel gebracht hatte: 287.482 Besuche, deutlich mehr Dauerkarten als geplant und eine Saison, die mit Testpflicht, Busverbot und Regen zu kämpfen hatte. Diese Seite sammelt die veröffentlichten Kennzahlen der Gartenschau Lindau 2021 und ordnet ein, was hinter ihnen steckt.

Sonnenuntergang über dem Bodensee, im Vordergrund die Insel Lindau
Abend über Lindau · Foto: Clemenspool, Wikimedia Commons, CC0
287.482Besuche
8.323Dauerkarten
5,3 haGelände
1.024Veranstaltungen
144Tage
3.914Besuche am stärksten Tag
4.322Mitwirkende
106Schulklassen
178Busgruppen
1.864SUP-Ausleihen

Gartenschau Lindau Zahlen im Überblick

Wer zur Gartenschau Lindau Zahlen zusammentragen will, stößt auf eine erstaunlich genaue Abschlussstatistik. Die Durchführungsgesellschaft Natur in Lindau gGmbH veröffentlichte nach dem Ende am 10. Oktober 2021 nicht nur Besucher und Dauerkarten, sondern auch Sonnentage, Fundstücke und ausgeliehene SUP-Boards. Die wichtigsten Werte stehen in der Tabelle, die Einordnung folgt darunter.

KennzahlWertAnmerkung
Laufzeit20. Mai bis 10. Oktober 2021144 Tage, verlängert ab 26. September
Besuche287.482Ziel vor Corona: rund 300.000
Dauerkarten8.323geplant: 7.000, letzte am 11. September
Stärkster Tag3.914 BesucherDatum nicht veröffentlicht
Veranstaltungen1.024mit 4.322 Mitwirkenden
Externe Veranstaltungen128zusätzlich zum eigenen Programm
Schulklassen106Programm „Buntes Klassenzimmer“
Busgruppen178angemeldet, anfangs nicht erlaubt
Führungen7915 ausgebildete Gästeführer
SUP-Verleih1.864 Boardsüber die ganze Saison
Fundstücke582im Fundbüro abgegeben
Wetter62 Sonnentage, 82 Regentage34 °C Maximum, 6 °C Minimum
Fläche5,3 HektarHauptgelände Hintere Insel
Förderung4,8 Millionen EuroGartenschau- und Städtebauförderung

Besucher: 287.482 Besuche in 144 Tagen

Die Zahl der Besucher ist die, auf die alle zuerst schauen. 287.482 Besuche bedeuten im Schnitt knapp 2.000 pro Tag. Das Ziel von 300.000 stammte aus der Zeit vor der Pandemie, und die ersten Wochen zeigten, warum es schwer zu erreichen war. Zum Start am 20. Mai 2021 mussten sich alle Gäste registrieren und einen negativen Test vorlegen, und je nach Inzidenz durften täglich nur 2.500 bis 4.000 Menschen aufs Gelände.

Der Auftakt fiel trotzdem ordentlich aus. Am verlängerten Pfingstwochenende kamen rund 6.000 Besucher, am Pfingstsonntag allein etwa 2.600. Am 24. Juni wurde die 70.000. Besucherin begrüßt, Ende Juli stand der Zähler bei 128.033, und am 2. September passierte der 200.000. Gast die Kasse. Danach blieben noch knapp 40 Tage.

Die Kurve verlief nicht gleichmäßig. Solange die Corona-Auflagen streng waren und der Frühsommer verregnet, blieben viele weg. Mit gelockerten Regeln und besserem Wetter zogen die Zahlen im Hochsommer deutlich an. Die Gesellschaft fasste es zur Halbzeit knapp zusammen: Wenn das Wetter schön ist, kommen die Menschen.

Dauerkarten: Ziel um 1.300 Karten übertroffen

Bei den Dauerkarten fiel die Bilanz klarer aus. Geplant waren 7.000, verkauft wurden 8.323. Schon Ende Juli waren es fast 8.000, die letzte Karte ging am 11. September über den Tresen. Laut den Veranstaltern griffen auffallend viele Jugendliche und junge Familien zu. Das passt zum Gelände, auf dem Skateanlage, Boulderblock und Spielplätze einen großen Teil der Fläche einnahmen.

Die Dauerkarte kostete regulär 95 Euro für Erwachsene, 50 Euro ermäßigt und 20 Euro für Kinder und Jugendliche von 7 bis 17 Jahren. Im Vorverkauf lagen die Preise bei 80, 35 und 15 Euro. Wer eine Karte besaß, durfte die drei anderen Gartenschauen des Jahres 2021 in Überlingen, Ingolstadt und Eppingen je einmal ohne Eintritt besuchen. Und er kam früh morgens ab 7 Uhr aufs Gelände.

Für die Besucherstatistik hatten die Dauerkarten ein eigenes Gewicht. Zur Halbzeit ging etwa ein Drittel der gezählten Besuche auf sie zurück. Ein großer Teil der 287.482 Besuche stammte also von Menschen aus Lindau und der Umgebung, die mehrfach kamen.

Aussicht auf die Insel Lindau mit Hafen und Altstadt
Aussicht auf Lindau am Bodensee · Foto: Je-str, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Tageskarten und Tarife 2021

Die Tageskarte für Erwachsene kostete 16 Euro, ermäßigt 8,50 Euro, für Kinder und Jugendliche 3 Euro. Kinder bis einschließlich sechs Jahre zahlten nichts, Gruppen ab zehn Personen 15 Euro pro Kopf. Ab dem 4. Oktober, in der letzten Woche, sank der Preis für Erwachsene auf 9,50 Euro. Außerdem gab es einen 5er-Block Tageskarten für Erwachsene.

Im Juli 2021 kam ein Abendticket für den Eintritt ab 18 Uhr hinzu. Bis Ende Juli wurde es 844-mal verkauft. Die Kassen waren von 9 bis 19 Uhr geöffnet, auf dem Gelände durfte man bis 23 Uhr bleiben. Alle diese Tarife gelten nur für 2021: Heute kostet der Besuch von Bürgerpark und Uferstufen keinen Eintritt.

Programm, Bildung und Service

1.024 Veranstaltungen in 144 Tagen, das sind rechnerisch gut sieben pro Tag. Getragen wurde das Programm von 4.322 Mitwirkenden, darunter Vereine, Chöre, Schulen und Initiativen aus der Region, dazu kamen 128 externe Veranstaltungen. Die Themen wechselten alle vierzehn Tage, von „Inseltraum“ zum Start bis „Utopia“ im Herbst.

Das Schulprogramm „Buntes Klassenzimmer“ besuchten 106 Schulklassen. Die Workshops fanden im Freien statt und wurden zum großen Teil von Ehrenamtlichen angeboten. Für Gruppen gab es 79 angemeldete Führungen mit 15 dafür ausgebildeten Gästeführern.

Ein paar Werte erzählen eher vom Alltag. 582 Fundstücke wurden abgegeben, was genau, verrät die Statistik nicht. 1.864-mal wurde ein SUP-Board ausgeliehen, und das bei 82 Regentagen.

Panoramablick über den Bodensee in Richtung der Insel Lindau
Blick Richtung Lindau Insel · Foto: qwesy qwesy, Wikimedia Commons, CC BY 3.0

Wetter: 62 Sonnentage, 82 Regentage

Die beiden Wetterzahlen ergeben zusammen genau 144, die Länge der Saison. Mehr Regen- als Sonnentage, das trifft den Eindruck vieler Besucher vom Sommer 2021. Die höchste gemessene Temperatur lag bei 34 °C, die niedrigste bei 6 °C.

Zweimal richteten Stürme Schäden an. Am Nachmittag des 29. Juni 2021 brachen Äste von den Bäumen, Bauzäune fielen um, und die Gewächshäuser am Schützinger Weg wurden stark beschädigt. Am nächsten Tag öffnete die Gartenschau erst um 12 Uhr, nachdem die Bäume auf ihre Standfestigkeit geprüft waren.

Anreise: Busse, Bahn und Schiff

Busgruppen gehörten zu den Verlierern der ersten Wochen, weil Gruppenreisen zunächst verboten waren. Bis Ende Juli kamen trotzdem rund 130 Gruppen, am Ende waren es 178. Mehr als 12.000 Gäste nutzten die Kombitickets mit Schiff und Bahn, und das Kombiticket mit dem Verkehrsverbund bodo fand bis zur Halbzeit mehr als 1.400 Käufer. Ein gemeinsames Ticket mit der Insel Mainau nutzten bis dahin über 700 Menschen.

AI Gartentisch mit Strohhut, Blumenstrauß und einem Korb voller Eintrittskarten (mit AI erstelltes Bild)
Mit AI erstelltes Bild · Hinweis zu AI-Bildern

Fläche, Geld und Träger

Das Hauptgelände war 5,3 Hektar groß. Getragen wurde die Schau von der Natur in Lindau gGmbH, an der die Stadt Lindau 60 Prozent und die Bayerische Landesgartenschau GmbH 40 Prozent hielten. Der Aufsichtsrat hatte elf Mitglieder, den Vorsitz führte die Oberbürgermeisterin.

Der Freistaat förderte das Projekt mit 4,8 Millionen Euro. 2,6 Millionen Euro stammten aus der Gartenschau-Förderung und flossen in Bürgerpark, Uferstufen, Luitpoldpark und Karlsbastion, 2,2 Millionen Euro aus der Städtebauförderung finanzierten unter anderem den breiteren Schützinger Weg und den Spielplatz am Sina-Kinkelin-Platz. Bei der Eröffnung nannte der bayerische Umweltminister sieben Millionen Euro als Gesamtsumme der Arbeiten. Wie sich die Summen auf die Bereiche verteilten, erklärt die Seite zum Konzept der Gartenschau.

Zahlen, die nach der Saison geblieben sind

Besucher und Tickets sind Geschichte, andere Werte lassen sich bis heute nachmessen. Die Uferstufen ziehen sich auf 120 Metern am Bürgerpark entlang, ihre Einzelteile wogen beim Einbau jeweils mehr als 14 Tonnen. Den Bürgerpark selbst bezifferte die Gartenschau-Gesellschaft im Mai 2020 auf mehr als 17.000 Quadratmeter, ungefähr die Fläche von drei Fußballfeldern, und durch die Förderung ist er für 30 Jahre als Grünfläche gesichert.

Kleinere Werte kommen hinzu. Der Boulderblock des Deutschen Alpenvereins bietet 90 Quadratmeter Kletterfläche. Der Holzkiosk zwischen Uferstufen und Spielplatz hat 32 Quadratmeter Grundfläche und war mit 60 Außenplätzen geplant. Am Sina-Kinkelin-Platz kosteten die Spielgeräte rund 400.000 Euro, der große Holzelefant ist fünf Meter hoch, sieben Meter lang und wiegt etwa fünf Tonnen.

Auch die Pflanzen lassen sich zählen, zumindest teilweise. Im Luitpoldpark wurden im Frühjahr 2020 als dauerhafte Pflanzung 800 Rosen gesetzt, im Bürgerpark wurden im November 2020 dreißig neue Bäume gesetzt, und in der Woche vor der Eröffnung kamen rund 10.000 Sommerblumen in die Beete. Eine Gesamtzahl aller Pflanzen hat die Gesellschaft nie veröffentlicht. Beim Bau wurden etwa 1.000 Kubikmeter Abrissmaterial vor Ort zerkleinert und wiederverwendet.

Eine letzte Zahl stammt aus der Zeit danach. Beim Bürgerentscheid über die Bebauung der Hinteren Insel am 25. September 2022 stimmten 5.548 Abstimmende (74,5 Prozent) gegen Wohnungen auf den vier südlichen Baufeldern östlich des Bürgerparks, 1.902 dafür.

Die Bilanz im Vergleich

Allein betrachtet sagen die Zahlen wenig. Vorgängerin Wassertrüdingen, die vorletzte Schau der Reihe „Natur in …“, meldete 2019 nach Angaben aus Lindau rund 336.000 Besucher und mehr als 9.000 Dauerkarten, allerdings ohne Pandemie. Die große Landesgartenschau in Furth im Wald kam 2025 auf mehr als 400.000 Besuche, allerdings als große Landesgartenschau und ohne Pandemieauflagen. Und die Landesgartenschau Überlingen auf der baden-württembergischen Seite des Sees, die im selben Sommer lief, meldete schon Ende September 2021 mehr als 612.000 Besuche, war aber eine große baden-württembergische Landesgartenschau und keine kleine Regionalschau.

Gemessen daran liegt Lindau im erwartbaren Rahmen einer kleinen Schau, die unter erschwerten Bedingungen lief. Die ausführliche Zwischenbilanz steht im Beitrag zur Halbzeitbilanz im Juli 2021, die Stimmen zum Abschluss im Artikel Gartenschau sagt „Servus“. Wie die Schau überhaupt nach Lindau kam, zeichnet die Geschichte der Gartenschau nach.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Wie viele Besucher hatte die Gartenschau Lindau 2021?

Vom 20. Mai bis zum 10. Oktober 2021 registrierten die Kassen 287.482 Besuche. Vor der Pandemie hatte die Gesellschaft mit rund 300.000 gerechnet. Da jeder Eintritt einzeln gezählt wurde, steckt in der Summe auch jeder wiederholte Besuch der Dauerkarteninhaber. Zur Halbzeit Ende Juli ging etwa ein Drittel der Besuche auf Dauerkarten zurück.

Wie viele Dauerkarten wurden verkauft?

Verkauft wurden 8.323 Dauerkarten, obwohl die Planung von 7.000 ausgegangen war. Die letzte Karte ging am 11. September 2021 über den Tresen. Nach Angaben der Veranstalter kauften besonders viele Jugendliche und junge Familien eine Karte. Der reguläre Preis für Erwachsene lag bei 95 Euro, im Vorverkauf bei 80 Euro.

Welcher Tag der Gartenschau Lindau war am stärksten besucht?

Den Höchstwert nennt die Abschlussstatistik mit 3.914 Besuchern an einem einzigen Tag. Ein Datum dazu wurde nicht veröffentlicht. Zum Vergleich: Am Pfingstsonntag, dem stärksten Tag des Eröffnungswochenendes, waren es rund 2.600 Gäste. Zu Beginn der Saison durften je nach Inzidenz ohnehin nur 2.500 bis 4.000 Menschen pro Tag aufs Gelände.

Was kostete der Eintritt 2021?

Eine Tageskarte für Erwachsene kostete zunächst 16 Euro, ab dem 4. Oktober 2021 nur noch 9,50 Euro. Ermäßigte zahlten 8,50 Euro, Kinder und Jugendliche von 7 bis 17 Jahren 3 Euro, jüngere Kinder hatten freien Eintritt. Gruppen ab zehn Personen zahlten 15 Euro pro Kopf. Diese Preise sind historisch, das Gelände ist heute frei zugänglich.

Wie viele Veranstaltungen gab es auf der Gartenschau?

Die Statistik zählt 1.024 Veranstaltungen mit insgesamt 4.322 Mitwirkenden, dazu 128 externe Veranstaltungen. Das Programm richtete sich nach Themenwochen, die alle vierzehn Tage wechselten. Hinzu kamen 106 Schulklassen im „Bunten Klassenzimmer“ und 79 angemeldete Führungen, die von 15 eigens ausgebildeten Gästeführerinnen und Gästeführern begleitet wurden.

Wie fällt die Bilanz der Gartenschau Lindau insgesamt aus?

Gemessen an den Umständen positiv. Das Besucherziel von 300.000 wurde knapp verfehlt, das Dauerkartenziel dagegen um mehr als 1.300 Karten übertroffen. Wichtiger für die Stadt ist, was blieb: Bürgerpark, Uferstufen, Luitpoldpark und Karlsbastion wurden mit 4,8 Millionen Euro Fördergeld dauerhaft umgestaltet, und der Bürgerpark wurde 2025 mit einem Preis ausgezeichnet.