Lindau 2021 Gartenschau · Insel · See
Gartenschau-Kalender

Landesgartenschau 2026 und 2027 in Bayern und Baden-Württemberg

Ellwangen hat 2026 vorgelegt, danach folgen Bad Windsheim, Donauwörth und Nürnberg: Die Orte der kommenden Landesgartenschauen und Bundesgartenschauen stehen fest, viele Termine auch. Diese Übersicht erklärt, wie Bayern und Baden-Württemberg ihre Schauen vergeben und finanzieren, was bis 2032 geplant ist und warum Lindau 2021 in dieser Reihe einen Schlusspunkt gesetzt hat.

Rosengärten an der Stadtmauer von Überlingen zur Landesgartenschau 2021
Rosengärten an der Stadtmauer, Überlingen 2021 · Foto: Baekemm, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Landesgartenschau: ein Sommer als Fest, ein Park für Jahrzehnte

Wer nach der nächsten Landesgartenschau in Bayern oder Baden-Württemberg sucht, findet zuerst Termine. Hinter jedem Termin steht aber ein Stadtumbau, der Jahre vor der Eröffnung beginnt und lange nach dem letzten Konzert weiterwirkt. Eine Landesgartenschau ist eine Ausstellung auf Zeit, meist von Ende April bis Anfang Oktober, mit Blumenschauen, Themengärten, Bühnen und Führungen. Das Geld fließt aber vor allem in das, was danach bleibt: renaturierte Ufer, neue Brücken und Wege, Spielflächen, entsiegelte Plätze.

Das bayerische Umweltministerium nennt das Format ein „beispielloses Infrastrukturprogramm“, mit dem seit 1980 hunderte Hektar Freifläche in Städten entstanden sind. Gefördert werden in Bayern die dauerhaft errichteten Anlagen mit bis zu 6 Mio. Euro. Seit 2025 bezuschusst der Freistaat zusätzlich die Ausgaben für Vorbereitung und Durchführung, dazu kommen Mittel aus dem europäischen EFRE-Programm. In Baden-Württemberg laufen Förderung und Vergabe über das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und die landeseigene Förderungsgesellschaft bwgrün.de.

Beide Länder haben denselben Anfang. Die erste Landesgartenschau fand 1980 in Ulm und Neu-Ulm statt, als gemeinsame Schau über die Landesgrenze hinweg. Ulm machte aus der Friedrichsau am Stadtrand einen Park, Neu-Ulm gestaltete die Glacisanlagen neu, und ein Uferweg entlang der Donau verband beide Seiten. Fünfzig Jahre später, 2030, kehrt das Format an denselben Fluss zurück: Ulm richtet dann erneut eine Landesgartenschau aus, und Bayern feiert zeitgleich in Nürnberg das Jubiläum seiner Schauen.

Bayern: seit 2023 jedes Jahr eine Landesgartenschau

In Bayern organisiert die gemeinnützige Bayerische Landesgartenschau GmbH mit Sitz am Bavariaring in München die Schauen. Das Umwelt- und das Landwirtschaftsministerium wirken beratend mit. Für jede Schau gründen die Gastgeberstadt und die Landesgesellschaft eine eigene Durchführungsgesellschaft. In Lindau hielt die Stadt 60 Prozent, die Bayerische Landesgartenschau GmbH 40 Prozent. Die Kommunen bewerben sich, eine Fachkommission mit Vertretern des Umwelt-, des Landwirtschafts- und des Bauministeriums wählt aus. Am 17. August 2022 wurden auf diesem Weg die Jahre 2028 bis 2032 auf einmal vergeben.

Lange gab es zwei Stufen. In den Jahren zwischen den großen Schauen fanden kleinere Regionalgartenschauen statt, unter dem Titel „Natur in der Stadt“ oder „Natur in der Gemeinde“. Die Reihe begann 1995 in Waldkraiburg und führte über Cham, Rain am Lech, Tirschenreuth und Pfaffenhofen an der Ilm bis nach Wassertrüdingen 2019. Weil sich beide Formate immer ähnlicher geworden waren, hob der Freistaat die Trennung auf. Seit 2023, beginnend mit Freyung im Bayerischen Wald, gibt es jährlich genau eine Bayerische Landesgartenschau. Nach Kirchheim bei München 2024 folgte Furth im Wald 2025, das mit mehr als 400.000 Besuchern endete.

Selbstverständlich ist diese jährliche Folge allerdings nicht. Schweinfurt zog sich im Oktober 2022 von der Schau 2026 zurück. Tittmoning übernahm, gründete im Dezember 2023 noch eine Durchführungsgesellschaft und stieg im Januar 2024 wieder aus, weil ein angekündigtes Bürgerbegehren alle Schritte bis mindestens April verzögert hätte. Für 2026 blieb keine Zeit mehr. Penzberg, ursprünglich für 2028 ausgewählt, gab im Frühsommer 2024 wegen der angespannten Stadtfinanzen auf, Donauwörth bewarb sich kurzfristig und bekam den Zuschlag. So entsteht im bayerischen Kalender 2026 eine Lücke, während die Jahre danach vollständig besetzt sind.

Baden-Württemberg: Landesgartenschau und Gartenschau im Wechsel

Baden-Württemberg arbeitet mit zwei Größen. Seit 1980 gibt es Landesgartenschauen, seit 2001 zusätzlich kleinere Grünprojekte, die heute Gartenschauen heißen. Begleitet werden die Städte von bwgrün.de, der Förderungsgesellschaft für die Baden-Württembergischen Landesgartenschauen mit Sitz in Ostfildern. Sie berät bei Planung und Programm, betreut den Auftritt des Landes auf den Geländen und ist bei manchen Schauen selbst Gesellschafterin, etwa bei der Landesgartenschau Ellwangen 2026 GmbH.

Im aktuellen Kalender wechseln sich beide Formate fast lückenlos ab. Auf Ellwangen 2026 folgen die Gartenschau Bad Urach 2027, die Landesgartenschau Rottweil 2028, die Gartenschau Vaihingen an der Enz 2029 und die Landesgartenschau Ulm 2030. Für 2031 führt bwgrün.de keinen Ort. Danach geht es weiter mit Offenburg 2032, Benningen und Marbach am Neckar 2033, Bad Mergentheim 2034, Riedlingen 2035 und Rastatt 2036. Die Schauen von 2031 bis 2036 vergab das Land bereits im Dezember 2020, der Vorlauf beträgt also mehr als zehn Jahre.

Wie groß der Unterschied in der Praxis ist, zeigen zwei Nachbarjahre. Ellwangen bespielte 2026 rund 26 ha, Bad Urach 2027 den 14 ha großen Kurpark. Eine Gartenschau ist damit keine Schau zweiter Klasse, aber ein kompakteres Projekt, oft in kleineren Städten. Für Besucher ändert das wenig: Auch Bad Urach verlangt Eintritt, bietet Dauerkarten und ein Programm über 157 Tage.

2026: Ellwangen an der Jagst, Pause in Bayern

Das Jahr 2026 gehört in Süddeutschland allein Baden-Württemberg. Die Landesgartenschau Ellwangen lief vom 24. April bis 4. Oktober 2026 auf rund 26 ha entlang der Jagst. Der Fluss war in den 1950er-Jahren begradigt worden und bekam für die Schau seine Mäander zurück. Das Gelände gliedert sich in Brückenpark, Stadtpark und Auenpark, dazu kommen ein Stadtstrand, ein Naturbeobachtungssteg und der rund zehn Meter hohe Aussichtsturm „Jagstblick“. Eines der beiden Mottos lautete „Lust auf Wandel“.

Beim Publikum war die Schau ein Erfolg. Zur Halbzeit meldete der Veranstalter rund 500.000 Besucher und damit deutlich mehr als die drei anderen Landesgartenschauen des Jahres in Bad Nenndorf, Neuss und Leinefelde-Worbis. Die Zielmarke von 750.000 war nach Angaben der Stadt vier Wochen vor dem Ende erreicht, am Schluss waren es 987.265 Besucherinnen und Besucher. Eine Bundesgartenschau gibt es 2026 nicht. Alle Details, auch zur Anreise vom Bodensee, stehen auf der Seite zur Landesgartenschau 2026.

AI Dasselbe Gartentor in sechs Bildern, vom Frühling bis zum Winter (mit AI erstelltes Bild)
Mit AI erstelltes Bild · Hinweis zu AI-Bildern

2027: Bad Windsheim, Bad Urach und die IGA im Ruhrgebiet

2027 wird dichter. Bayern meldet sich mit Bad Windsheim zurück, vom 29. April bis 3. Oktober 2027 unter dem Motto „#heilsam“. Die Planer von RMP Stephan Lenzen nehmen die Heilquellen des Kurorts als Leitmotiv, Salzkristalle tauchen als Gestaltungselement auf dem ganzen 27 ha großen Gelände auf. Der denkmalgeschützte Teil des Kurparks misst allein 25,7 ha und gilt als größter seiner Art in Bayern.

In Baden-Württemberg findet 2027 keine Landesgartenschau statt, sondern die Gartenschau Bad Urach, laut Veranstalter vom 30. April bis 3. Oktober 2027. Es ist die erste Gartenschau in einem baden-württembergischen Biosphärengebiet, gemeinsam mit dem UNESCO-Biosphärenreservat Schwäbische Alb. Dazu kommt die erste Internationale Gartenausstellung in Nordrhein-Westfalen: Die IGA Ruhrgebiet 2027 läuft vom 23. April bis 17. Oktober 2027 unter dem Motto „Zukunft.Blüht“, mit eintrittspflichtigen Zukunftsgärten in Dortmund, Duisburg und Gelsenkirchen. Mehr dazu unter Landesgartenschau 2027.

Termine 2026 bis 2032 im Überblick

Die folgende Tabelle führt alle Schauen, deren Ort offiziell feststeht. Termine stehen nur dort, wo die Veranstalter sie veröffentlicht haben.

JahrBayern (Landesgartenschau)Baden-WürttembergBund / International
2026keine SchauLandesgartenschau Ellwangen, 24.04. bis 04.10.2026keine
2027Bad Windsheim, 29.04. bis 03.10.2027Gartenschau Bad Urach, 30.04. bis 03.10.2027IGA Ruhrgebiet, 23.04. bis 17.10.2027
2028Donauwörth, 27.04. bis 08.10.2028Landesgartenschau Rottweil, Termine noch offenkeine
2029Günzburg, Termine noch offenGartenschau Vaihingen an der Enz, Termine noch offenBUGA Oberes Mittelrheintal, 19.04. bis 07.10.2029
2030Nürnberg, April bis OktoberLandesgartenschau Ulm, April bis Oktoberkeine
2031Schrobenhausenkein Ort gelistetBUGA Wuppertal
2032LangenzennLandesgartenschau Offenburgnicht vergeben

2028 wird ein Jahr der Brücken. Donauwörth, die 40. Bayerische Landesgartenschau, verwandelt den Volksfestplatz in einen Donaupark und verbindet ihn über neue Brücken über Donau und Wörnitz mit der Altstadt. Rottweil holt den Neckar unterhalb der Altstadt zurück, eine rund 160 Meter lange Fuß- und Radbrücke soll Ende 2027 fertig sein. Beide Schauen beschreibt die Seite Landesgartenschau 2028.

2029 stehen drei Schauen an: Günzburg will unter dem Leitbild „Stadt am Wasser“ die Ufer von Donau, Günz und Nau öffnen, Vaihingen an der Enz plant eine Bürgergartenschau mit dem Titel „ENZückt“, und die Bundesgartenschau verteilt sich auf das Welterbe Oberes Mittelrheintal. Die Übersicht dazu steht unter Landesgartenschau 2029.

2030 ist das Jubiläumsjahr. Nürnberg richtet die erste urbane Landesgartenschau Bayerns aus, rund um den fünf Kilometer langen Stadtgraben, Ulm macht die Bundesfestung zum Thema. Details zu beiden unter Landesgartenschau 2030. Für Schrobenhausen 2031 plant das Büro Geskes.Hack neue Grünanlagen in den Auen von Paar und Weilach, Langenzenn 2032 will rund um eine stillgelegte Ziegelei 2,5 ha entsiegeln.

Bundesgartenschau und IGA: die nationale Ebene

Über den Landesschauen steht die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft. Sie vergibt Bundesgartenschauen und Internationale Gartenausstellungen, die inzwischen oft ganze Regionen erfassen statt eines einzelnen Parks. Die IGA Ruhrgebiet 2027 verteilt sich auf fünf Zukunftsgärten, dazu kommen 60 Projekte in Städten des Ruhrgebiets und private Gärten. Getragen wird sie von der IGA 2027 Ruhrgebiet gGmbH mit Sitz in Essen, für Durchführung und Investitionen nennt die Bundesgartenschau-Gesellschaft 287 Mio. Euro. Das Ziel ist ehrgeizig formuliert: Das Ruhrgebiet soll zur grünsten Industrieregion der Welt werden. Die BUGA Oberes Mittelrheintal 2029 erstreckt sich über 67 Rheinkilometer mit acht Parks, getragen von Rheinland-Pfalz und Hessen, mit einem Budget von 142 Mio. Euro.

Danach folgen die BUGA Wuppertal 2031, die BUGA Dresden 2033 und die BUGA Dessau-Roßlau 2035. Für 2026, 2028 und 2030 nennt die Bundesgartenschau-Gesellschaft keine Schau. Eine häufige Verwechslung betrifft Wuppertal: Die Bundesgartenschau dort ist für 2031 geplant, nicht für 2027. Im Jahr 2027 ist die internationale Schau im Ruhrgebiet der einzige Termin auf Bundesebene.

AI Offener Koffer mit Saatguttüten, Strohhut und einer farbigen Landkarte (mit AI erstelltes Bild)
Mit AI erstelltes Bild · Hinweis zu AI-Bildern

Was von einer Landesgartenschau bleibt

Die Blumen sind das Sichtbarste und zugleich das Vergänglichste. Wechselflor, Hallenschauen und temporäre Pavillons verschwinden nach dem letzten Wochenende im Oktober. Bleiben sollen die Daueranlagen, für die der größte Teil der Fördermittel fließt. Welche das sind, hängt stark vom Ort ab, und genau darin unterscheiden sich die kommenden Schauen am deutlichsten.

In Ellwangen ist es ein Fluss, der seine Windungen zurückbekommen hat. Rottweil renaturiert den Neckar am Schwarzen Felsen, ein Projekt mit mehr als sieben Millionen Euro Volumen, und saniert das Gelände des alten Gaswerks unterhalb der Altstadt. Nürnberg setzt auf Entsiegelung in einer dicht bebauten Innenstadt, der Stadtgraben soll dauerhaft vom vernachlässigten Rasenstreifen zum Park werden. Langenzenn will 2032 rund 2,5 ha versiegelte Fläche um eine stillgelegte Ziegelei öffnen. Bad Windsheim bekommt einen renaturierten Bach mit grünem Klassenzimmer und einen vergrößerten See am Gradierwerk.

Kritik gehört dazu. Rückzüge wie in Tittmoning oder Penzberg zeigen, dass Bürger und Stadträte Kosten und Zeitdruck sehr genau abwägen. Und auch in Lindau wurde nach 2021 über die Zukunft der Flächen gestritten, bis zu einem Bürgerentscheid im September 2022.

Lindau 2021: die letzte „Natur in“-Schau in Bayern

In dieser Reihe hat Lindau einen festen Platz, als Schlusspunkt. „Natur in Lindau 2021“ war die letzte der kleinen bayerischen Regionalgartenschauen, die 1995 in Waldkraiburg begonnen hatten. Unter dem Motto „Gartenstrand – vom Berg zum See“ lief die Schau vom 20. Mai bis 10. Oktober 2021 auf 5,3 ha der Hinteren Insel. Ursprünglich war das Ende für den 26. September geplant, die Verlängerung wurde im Juni beschlossen. Am Ende standen 287.482 Besucher und 8.323 verkaufte Dauerkarten.

Das Jahr 2021 war am Bodensee ungewöhnlich voll. Zeitgleich lief am Nordufer die Landesgartenschau Überlingen, die wegen der Pandemie von 2020 verschoben worden war, in Bayern die große Landesgartenschau Ingolstadt. Was von Lindau blieb, lässt sich heute begehen: der Bürgerpark auf einer früheren Parkplatzfläche und die Uferstufen, die den Zugang zum See öffnen. Für den Bürgerpark gab es 2025 eine Auszeichnung beim Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis. Die ganze Geschichte der Schau steht unter Gartenschau Lindau 2021.

Vom Bodensee zu den kommenden Schauen

Direkt am See ist bis 2032 keine Landes- oder Bundesgartenschau geplant. Für Besucher aus Lindau liegen die Schauen in Baden-Württemberg und Schwaben am günstigsten. Ulm 2030 ist von Friedrichshafen aus über die Südbahn erreichbar, Günzburg 2029 liegt an der Bahnstrecke von Ulm nach Augsburg, Rottweil 2028 erreicht man über Singen und die Gäubahn. Für Ellwangen, Bad Windsheim und Nürnberg führt der Weg über Ulm weiter nach Norden. Fernzüge halten in Lindau seit Dezember 2020 am Bahnhof Lindau-Reutin auf dem Festland.

Wer einen Besuch früh planen will, sollte den Rhythmus der Ankündigungen kennen. Die genauen Tage erscheinen meist etwa zwei Jahre vor der Eröffnung: Donauwörth nannte seinen Zeitraum im April 2026, die BUGA 2029 im Mai 2026. Dauerkarten gehen oft schon im Herbst davor in den Vorverkauf, Bad Windsheim bot seine Dauerkarte bis Oktober 2026 zum halben Preis an. Für alles, was nach 2029 liegt, ist die offizielle Seite der Gastgeberstadt die verlässlichste Quelle, denn Pläne ändern sich dort zuerst.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Gibt es 2026 eine Landesgartenschau in Bayern?

Nein. Für 2026 steht in Bayern keine Landesgartenschau im Kalender. Schweinfurt zog sich im Oktober 2022 zurück, der Ersatzort Tittmoning stieg im Januar 2024 aus, weil ein angekündigtes Bürgerbegehren den ohnehin knappen Zeitplan gesprengt hätte. Das bayerische Umweltministerium führt 2026 deshalb als Jahr ohne Schau. Die nächste Bayerische Landesgartenschau beginnt am 29. April 2027 in Bad Windsheim.

Wo findet die Landesgartenschau 2027 in Bayern statt?

In Bad Windsheim in Mittelfranken, vom 29. April bis 3. Oktober 2027. Das Motto lautet „#heilsam“ und spielt auf die Heilquellen des Kurorts an. Das Gelände umfasst 27 ha, darunter den denkmalgeschützten Kurpark und einen Landschaftspark, die durch ein neu gestaltetes „blau-grünes Herz“ verbunden werden. Veranstalter ist eine Gesellschaft der Stadt und der Bayerischen Landesgartenschau GmbH.

Welche Landesgartenschau fand 2026 in Baden-Württemberg statt?

Die Landesgartenschau Ellwangen, vom 24. April bis 4. Oktober 2026 auf rund 26 ha entlang der Jagst. Im Mittelpunkt steht der Fluss, der in den 1950er-Jahren begradigt worden war und für die Schau wieder Mäander bekommen hat. Zur Halbzeit meldete der Veranstalter rund 500.000 Besucher, die Zielmarke von 750.000 war nach eigenen Angaben vier Wochen vor dem Ende erreicht. Als die Schau schloss, waren es 987.265 Besucherinnen und Besucher.

Was unterscheidet eine Landesgartenschau von einer Bundesgartenschau?

Eine Landesgartenschau wird von einem Bundesland vergeben und gefördert, in Bayern über die Bayerische Landesgartenschau GmbH, in Baden-Württemberg über bwgrün.de. Bundesgartenschauen und Internationale Gartenausstellungen vergibt die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft. Sie sind meist größer und verteilen sich oft auf eine ganze Region, etwa die IGA 2027 auf das Ruhrgebiet oder die BUGA 2029 auf 67 Kilometer Rheintal.

Warum kennt Baden-Württemberg Landesgartenschauen und Gartenschauen?

Seit 1980 veranstaltet das Land Landesgartenschauen, seit 2001 zusätzlich kleinere Formate, die zuerst Grünprojekte hießen und heute Gartenschauen. Beide wechseln sich im aktuellen Kalender weitgehend ab: 2026 Ellwangen als Landesgartenschau, 2027 Bad Urach als Gartenschau, 2028 Rottweil, 2029 Vaihingen an der Enz, 2030 Ulm. Der Unterschied zeigt sich vor allem in der Größe der Gelände und der Budgets.

Was war „Natur in Lindau 2021“?

Die Gartenschau Lindau 2021 lief vom 20. Mai bis 10. Oktober 2021 auf 5,3 ha der Hinteren Insel und zählte 287.482 Besucher. Sie war eine kleine Bayerische Gartenschau der Reihe „Natur in …“, die 1995 in Waldkraiburg begonnen hatte. Lindau war die letzte Schau dieser Reihe, danach legte der Freistaat die kleinen und großen Formate zu einer jährlichen Landesgartenschau zusammen.

Wann werden die genauen Termine einer Landesgartenschau veröffentlicht?

Meist rund zwei Jahre vor der Eröffnung. Donauwörth gab den Zeitraum 27. April bis 8. Oktober 2028 im April 2026 bekannt, der Aufsichtsrat der BUGA 2029 legte 19. April bis 7. Oktober 2029 im Mai 2026 fest. Für Günzburg 2029, Vaihingen 2029, Nürnberg 2030 und Ulm 2030 nennen die Veranstalter bisher nur den Zeitraum April bis Oktober oder das Frühjahr als Beginn.

Wer richtet eine Landesgartenschau aus?

Die Gastgeberstadt, gemeinsam mit der Landesgesellschaft. In Bayern gründen Stadt und Bayerische Landesgartenschau GmbH eine eigene Durchführungsgesellschaft, in Lindau hielt die Stadt 60 und die Landesgesellschaft 40 Prozent. In Baden-Württemberg begleitet bwgrün.de die Kommunen und beteiligt sich teils direkt, etwa an der Landesgartenschau Ellwangen 2026 GmbH. Die dauerhaften Parks gehören danach der Stadt.

Was bleibt nach einer Landesgartenschau?

Die Daueranlagen, also alles, wofür die Fördermittel fließen: renaturierte Flussufer, neue Parks, Brücken und Radwege, entsiegelte Plätze, Spielflächen. Die Wechselflor-Beete, Hallenschauen und temporären Pavillons verschwinden nach dem Herbst. In Lindau sind es der Bürgerpark und die Uferstufen, in Ellwangen die wieder mäandernde Jagst, in Rottweil wird es ein renaturierter Neckarabschnitt unterhalb der Altstadt sein.

Welche kommenden Schauen liegen nahe am Bodensee?

Direkt am See ist bis 2032 keine Landes- oder Bundesgartenschau geplant. Am nächsten liegen Rottweil 2028 am Neckar, Bad Urach 2027 am Rand der Schwäbischen Alb, Günzburg 2029 und Ulm 2030 an der Donau. Ulm ist von Friedrichshafen aus über die Südbahn erreichbar, Rottweil über Singen und die Gäubahn, Günzburg liegt an der Bahnstrecke zwischen Ulm und Augsburg.