Landesgartenschau 2030: Nürnberg und Ulm, 50 Jahre nach Ulm 1980
2030 feiern Bayern und Baden-Württemberg ein gemeinsames Jubiläum. Die erste Landesgartenschau beider Länder fand 1980 in Ulm und Neu-Ulm statt. Fünfzig Jahre später zieht die bayerische Schau in den Nürnberger Stadtgraben, die baden-württembergische kehrt nach Ulm zurück, an die Bundesfestung. Beide nennen April bis Oktober als Zeitraum, genaue Tage fehlen noch.

Landesgartenschau 2030: Termine und Überblick
Die Landesgartenschau 2030 findet in Bayern in Nürnberg und in Baden-Württemberg in Ulm statt. Beide Schauen stehen im Zeichen eines Jubiläums: 1980 richteten Ulm und Neu-Ulm gemeinsam die erste Landesgartenschau beider Länder aus. Eine Bundesgartenschau gibt es 2030 nicht, die nächste folgt 2031 in Wuppertal. Beide Veranstalter nennen April bis Oktober, genaue Tage sind noch nicht veröffentlicht.
| Schau | Ort | Termine | Status |
|---|---|---|---|
| Bayerische Landesgartenschau | Nürnberg, Stadtgraben | April bis Oktober 2030, Tage offen | Planung, Wettbewerbe entschieden |
| Landesgartenschau Baden-Württemberg | Ulm, Bundesfestung | April bis Oktober 2030, Tage offen | Rahmenplan liegt vor |
| Bundesgartenschau | keine | nächste 2031 in Wuppertal |
Nürnberg in Bayern: eine Gartenschau im Stadtgraben
Nürnberg bewarb sich mit einer Idee, die es in Bayern so noch nicht gab. Statt eine Brache am Stadtrand in einen Park zu verwandeln, soll die Schau mitten in der Großstadt stattfinden, im Graben vor der mittelalterlichen Stadtmauer. Der Stadtrat beschloss die Bewerbung am 18. Mai 2022, zehn Kommunen waren im Rennen, im August 2022 kam der Zuschlag. Anfang Mai 2023 folgte die Gründung der Landesgartenschau Urbanes Nürnberg 2030 GmbH, die Stadt und Bayerische Landesgartenschau GmbH gemeinsam tragen.
Der Stadtgraben ist rund fünf Kilometer lang und hat eine Grundfläche von etwa 13,5 Hektar, mit angrenzenden Bereichen sind es rund 20 Hektar. Für eine Gartenschau ist das wenig. Die Stadt gleicht es aus, indem sie sieben Plätze und Straßenräume in und außerhalb der Altstadt einbezieht, in jeder Himmelsrichtung eines. Bisher nutzen vor allem Anwohner und Hundehalter den Graben für Spaziergänge, er besteht überwiegend aus Rasen, Bänke und Blühpflanzen sind selten.
Ausgehoben wurde der Graben ab 1430, fertig war er 1452. Er war im Schnitt zwölf Meter tief und bis zu 20 Meter breit, mit Wasser gefüllt war er nie. Im 19. Jahrhundert wurde er teilweise zugeschüttet, um Straßen in die Vorstädte zu bauen. Nach dem Zweiten Weltkrieg entschied sich die Stadt dagegen, Trümmerschutt hineinzukippen, und stellte Befestigung und Graben wieder her. Seit den 1960er Jahren sind die Zwinger Grünanlagen mit Fußwegen.
Was die Landesgartenschau 2030 in Nürnberg verändern soll
Den Dachwettbewerb gewann das Berliner Büro Sinai. Weiterbearbeitet werden seine Entwürfe für den Stadtgraben, einschließlich der Flächen am Frauentorgraben und unterhalb der Burg, sowie für das Maxtor, den Theresienplatz und die Grasersgasse. Geschwungene Wege sollen durch einen neu modellierten Graben führen, vorbei an Wasserflächen, Dünenheiden mit Kiefern und Moränenhügeln mit Gräsern. Weiß blühende Stauden bilden den Kontrast zu kleinen Gehölzen.
Der Theresienplatz wird zu einem entsiegelten Gartenplatz mit Bäumen, wassergebundener Decke und Staudenfeld, Pflaster bleibt nur an den Rändern. In der Grasersgasse entsteht eine langgestreckte „Baumhalle“ aus kleinkronigen Bäumen und Naturstauden. Am Maxtor soll der Autoverkehr auf der Westseite gebündelt werden. Als Impulsprojekte kommen der Keßlerplatz und die Südstadt.Klima.Meile hinzu. Am Keßlerplatz soll aus einem Parkplatz eine Grünfläche werden, den Wettbewerb gewann das Nürnberger Büro adlerolesch mit der Idee einer „Klimafabrik“. Die Südstadt.Klima.Meile reicht über die Karl-Bröger-Straße bis zum Kopernikusplatz und soll zum Modellprojekt einer klimaresilienten Stadt werden.
Die Schwerpunkte benennt die Gesellschaft klar: Entsiegelung in großem Umfang, Klimawandel, Resilienz, Schwammstadt, die Nutzbarkeit des öffentlichen Raums und die Mobilitätswende. Die Investitionen beziffert die Stadt auf 46 bis 51 Millionen Euro, davon rund 24 Millionen aus dem städtischen Haushalt.

Ulm in Baden-Württemberg: die Bundesfestung als Thema
Ulm richtet die Landesgartenschau 2030 unter dem Titel „Neue Lebensräume für Kultur und Natur“ aus, gewidmet der Bundesfestung. Sie ist nach Angaben von bwgrün.de eine der größten Festungsanlagen Europas und nach der mittelalterlichen und der neuzeitlichen Stadtbefestigung der dritte Befestigungsring der Stadt. Im Stadtbild ist sie trotzdem kaum präsent. Die Bezüge zwischen der Wilhelmsburg, den Glacisanlagen, den Außenforts und der Innenstadt lassen sich heute kaum erleben.
Das Gelände umfasst rund 19 Hektar und reicht von der Wilhelmsburg bis zur Donau. In den 1960er Jahren wurden hier im Geist der autogerechten Stadt viele Festungsteile abgebrochen oder von der B10 überbaut, das Blaubeurer Tor wurde teilweise abgerissen und von der neuen B10-Brücke überspannt. Weil große Verkehrsflächen dazugehören, ist die Aufgabe komplexer als bei vielen früheren Schauen. Ziel ist, den historischen grünen Westglacis-Ring um die Innenstadt wieder zu schließen, Verkehrsflächen zurückzudrängen und neue Geh- und Radwege sowie artenreiches Grün zu schaffen, das auch das Stadtklima verbessert.
Den Rahmenplan erarbeitete ein Team aus asp Architekten (Stuttgart), TREIBHAUS Landschaftsarchitekten (Hamburg) und StetePlanung (Darmstadt). Das Konzept der Bewerbung stammte von Planstatt Senner aus Überlingen und Stuttgart, einem Büro vom Bodensee.
1980: die erste Landesgartenschau in Ulm und Neu-Ulm
Im Dezember 1977 beschloss Baden-Württemberg, künftig Landesgartenschauen auszurichten. Ulm blieben rund zwei Jahre Vorbereitung. Aus der Friedrichsau, einem kaum genutzten Gelände am Stadtrand, wurde auf 30 Hektar ein Park, der bis heute das wichtigste Naherholungsgebiet der Stadt ist. Neu-Ulm auf der bayerischen Donauseite gestaltete zugleich 26 Hektar Glacisanlagen neu. Ein rund 2,5 Kilometer langer Donau-Uferweg verband beide Teile. Die Schau lief vom 14. Mai bis 5. Oktober 1980 und zählte 1,35 Millionen Besucher.
Seither ist die Idee in beiden Ländern gewachsen. In Bayern ist Donauwörth 2028 bereits die 40. Landesgartenschau. Nürnberg richtet die Schau im 50. Jubiläumsjahr aus, Ulm kehrt nach fünfzig Jahren an den Ort des Anfangs zurück, diesmal an die Festungsanlagen und den Westglacis-Ring.

Beteiligung und offene Fragen in Nürnberg
Bayerische Gartenschauen sollen Vorbilder für Bürgerbeteiligung sein, und Nürnberg setzt das in mehreren Runden um. Bisher gab es eine Online-Umfrage, eine Podiumsdiskussion im Netz und Spaziergänge mit dem Oberbürgermeister. Die Bürgervereine haben mehrere der sieben Projekte selbst vorgeschlagen, etwa das Maxtor, den Südstadtpark und den JohannisBoulevard im Westen. Seit Frühjahr 2026 laufen die Beteiligungen zur Südstadt.Klima.Meile und zum Keßlerplatz. Für den 24. September 2026 kündigte die Stadt an, zehn Parkplätze an der Karl-Bröger-Straße mit Rollrasen und Liegestühlen vorübergehend in einen kleinen Park zu verwandeln. Auch ein Freundeskreis der Landesgartenschau hat sich bereits gegründet.
Offen sind noch praktische Fragen, die die Stadt selbst nennt. Teile des Grabens dienen dem Schulsport oder als Kleingärten, dafür braucht es Lösungen. Rettungswege, barrierefreie Zugänge und der Denkmalschutz müssen geklärt werden, die staatliche Schlösserverwaltung muss einbezogen werden. Hinzu kommt die Frage, wie Großveranstaltungen parallel zur Schau laufen können. Planung und Genehmigung sind bis 2028 angesetzt, Ausschreibung und Bau von 2026 bis 2030.
Vom Bodensee nach Nürnberg und Ulm
Ulm ist von Lindau aus gut zu erreichen. Mit der Bahn führt die Südbahn von Friedrichshafen nach Ulm, mit dem Auto geht es über die A96 bis Memmingen und dann über die A7.
Für Nürnberg empfiehlt sich die Bahn. Der Fernverkehr hält seit Dezember 2020 in Lindau-Reutin, der Hauptbahnhof Nürnberg ist ein großer Knoten. Einer der beiden kostenpflichtigen Grabenabschnitte beginnt direkt am Hauptbahnhof und reicht bis zum Plärrer. Nürnberg und Ulm lassen sich auf einer Reise mit mehreren Tagen verbinden. Praktische Hinweise für die Anreise an den Bodensee stehen unter Anreise auf die Lindauer Insel.
Nach 2030: was im Kalender folgt
Nach dem Jubiläumsjahr geht es in beiden Ländern weiter. In Bayern folgen 2031 Schrobenhausen, wo die Auen von Paar und Weilach und der historische Stadtwall im Mittelpunkt stehen, und 2032 Langenzenn, wo rund 2,5 Hektar um eine stillgelegte Ziegelei entsiegelt werden sollen. Baden-Württemberg nennt für 2031 keinen Ort, 2032 folgt Offenburg. Die Bundesgartenschau ist 2031 in Wuppertal zu Gast. Alle Termine im Überblick stehen unter Landes- und Bundesgartenschauen bis 2032, das Vorjahr unter Landesgartenschau 2029. Wie ein Umbau am Wasser eine Innenstadt verändert, zeigt in Lindau die Hintere Insel.
Häufige Fragen
Wo findet die Landesgartenschau 2030 in Bayern statt?
In Nürnberg. Die Stadt bekam den Zuschlag im August 2022 mit dem Konzept einer „Urbanen Gartenschau“. Im Mittelpunkt steht der rund fünf Kilometer lange Stadtgraben um die Altstadt, ergänzt durch sieben Plätze und Straßenräume innerhalb und außerhalb der Mauern. Die Bayerische Landesgartenschau GmbH spricht von der ersten urbanen Landesgartenschau in Bayern.
Wann ist die Landesgartenschau 2030 in Nürnberg?
Die Stadt nennt den Zeitraum April bis Oktober 2030 und eine Eröffnung im April 2030. Genaue Tage sind noch nicht veröffentlicht, Stand September 2026, und auch zu den Eintrittspreisen gibt es noch keine Angaben. Eintritt verlangt wird nur in zwei Abschnitten des Grabens: vom Hauptbahnhof bis zum Plärrer und nordwestlich unterhalb der Burg.
Wo findet die Landesgartenschau 2030 in Baden-Württemberg statt?
In Ulm. Das Gelände umfasst nach Angaben von bwgrün.de rund 19 Hektar und reicht von der Wilhelmsburg bis zur Donau. Thema ist die Bundesfestung Ulm, eine der größten Festungsanlagen Europas. Als Zeitraum nennt bwgrün.de April bis Oktober 2030, genaue Tage stehen noch aus. Weitere Informationen soll die Seite lgs-ulm.de bieten.
Warum ist 2030 ein Jubiläumsjahr?
Die erste Landesgartenschau in Baden-Württemberg und Bayern fand 1980 in Ulm und Neu-Ulm statt, vom 14. Mai bis 5. Oktober. Ulm gestaltete die Friedrichsau, Neu-Ulm die Glacisanlagen, ein rund 2,5 Kilometer langer Uferweg an der Donau verband beide Parks. Laut bwgrün.de kamen 1,35 Millionen Menschen. 2030 feiern beide Länder daher 50 Jahre Landesgartenschauen.
Was kostet die Urbane Gartenschau Nürnberg?
Die Stadt beziffert die Gesamtinvestitionen bis 2030 auf rund 46 bis 51 Millionen Euro, der städtische Anteil soll bei rund 24 Millionen Euro liegen. Die Flächen gehören fast vollständig der Stadt, die auch den Umbau verantwortet. Die Eintrittsgelder für die beiden umzäunten Grabenabschnitte sollen einen Teil der Kosten wieder einspielen.
Gibt es 2030 eine Bundesgartenschau?
Nein. Die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft nennt für 2030 weder eine Bundesgartenschau noch eine Internationale Gartenausstellung. Die nächste Bundesgartenschau nach dem Oberen Mittelrheintal 2029 findet 2031 in Wuppertal statt. Im Jahr 2030 sind Nürnberg und Ulm damit die beiden großen Gartenschauen in Süddeutschland, beide mit Zeitraum April bis Oktober.
Quellen
- Stadt Nürnberg: Urbane Gartenschau Nürnberg 2030
- Bayerische Landesgartenschau GmbH: Nürnberg 2030
- Landesgartenschau Nürnberg 2030: offizielle Website
- bwgrün.de: Landesgartenschau Ulm 2030
- bwgrün.de: Landesgartenschau Ulm/Neu-Ulm 1980
- Bayerisches Umweltministerium: die nächsten Landesgartenschauen
- Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft: kommende Bundesgartenschauen
Stand der Angaben: September 2026.