Landesgartenschau 2029: Günzburg, Vaihingen/Enz und die BUGA am Rhein
2029 wird ein Jahr mit drei Schauen. Günzburg will zur „Stadt am Wasser“ werden, Vaihingen an der Enz plant eine Bürgergartenschau mit dem Titel „ENZückt“, und die Bundesgartenschau verteilt sich über 67 Kilometer Rheintal. Nur für die BUGA steht der genaue Zeitraum fest. Diese Seite zeigt, was geplant ist und was noch offen bleibt.

Landesgartenschau 2029: Termine und Überblick
Die Landesgartenschau 2029 in Bayern geht nach Günzburg, in Baden-Württemberg richtet Vaihingen an der Enz die kleinere Gartenschau aus. Dazu kommt nach zwei Jahren Pause wieder eine Bundesgartenschau, verteilt über das Obere Mittelrheintal. Das macht 2029 zum dichtesten Jahr des Kalenders bis 2032. Fest steht bisher nur der Zeitraum der BUGA, die beiden Städte im Süden nennen noch keine genauen Tage.
| Schau | Ort | Termine | Status |
|---|---|---|---|
| Bayerische Landesgartenschau | Günzburg | Eröffnung Frühjahr 2029, Tage offen | Planung beschlossen 2025 |
| Gartenschau Baden-Württemberg | Vaihingen an der Enz | noch nicht veröffentlicht | erste Bauarbeiten |
| Bundesgartenschau | Oberes Mittelrheintal | 19.04. bis 07.10.2029 | Zeitraum beschlossen Mai 2026 |
Günzburg in Bayern: die Stadt am Wasser
Die Geschichte Günzburgs beginnt an seinen Flüssen. Donau, Günz und Nau durchziehen die Stadt, schon die Römer schätzten die Lage. Seit dem 19. Jahrhundert haben Gewerbe und Bauten Teile der Ufer in Beschlag genommen, und genau dort setzt die Landesgartenschau an. Das Leitbild heißt „Stadt am Wasser“: Ufer und Flächen entlang der Flüsse sollen erschlossen, renaturiert und über neue Wege und Stege für Fußgänger und Radfahrer mit der Innenstadt verbunden werden.
Den Zuschlag bekam Günzburg im August 2022, zusammen mit den anderen Orten für 2028 bis 2032. Die Bewerbung hatte das Büro Lohrer.Hochrein verfasst, vorausgegangen war eine umfangreiche Bürgerbeteiligung. Im Juni 2023 gründeten Stadt und Bayerische Landesgartenschau GmbH die Durchführungsgesellschaft. Den Wettbewerb für die Daueranlagen gewann 2023 das Bonner Büro RMP Stephan Lenzen, und am 28. Juli 2025 beschloss der Stadtrat Planung und Durchführung endgültig.
Als zentrales Gelände nennt die Stadt den Bereich am Auweg, dessen brachliegende Flächen belebt und zur Donau hin geöffnet werden sollen. Das Konzept von RMP trägt den Titel „Stadt an drei Strömen“. Es schafft neue Zugänge zum Wasser am nördlichen Donauufer und am Festplatz. An der Hagenweide entsteht ein modellierter Aufenthaltsbereich für alle Generationen.

Was in Günzburg entsteht
Die offizielle Seite der Schau führt fünf Veranstaltungsorte: den Donaupark, die Günzpromenade, den Panoramagarten, den Sportpark auf der Bleiche und die Hagenweide. Die Stadt spricht von drei Gartenschaugeländen mit unterschiedlichem landschaftlichem Charakter, die ein grünes Band verbinden soll. Neue Brücken und ausgebaute Fuß- und Radwege sollen die Mobilität dauerhaft verbessern. Beim Sportpark durften Jugendliche die Planung mitgestalten.
Günzburg ist bereits ein Ziel für Tagesgäste, vor allem wegen des Legolands, der historischen Altstadt und des Donauradwegs. Die Stadt hat angekündigt, bei der Gestaltung der Freiräume und im Programm besonders auf Familien mit Kindern zu achten. Das Interesse vor Ort ist groß: Die öffentlichen Geländeführungen im Sommer 2026 waren ausgebucht, neue Termine soll es im Frühjahr 2027 geben. Für Oktober 2026 lud die Gesellschaft zur Gründung eines Freundeskreises ein.
Vaihingen an der Enz: Bürgergartenschau in Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg ist 2029 ein Jahr der kleineren Gartenschau. Vaihingen an der Enz im Landkreis Ludwigsburg bekam den Zuschlag schon am 3. Juli 2018, mehr als zehn Jahre vor der Schau. Die Stadt nennt ihr Projekt „Bürgergartenschau Vaihingen ENZückt 2029“. Termine hat sie noch nicht veröffentlicht, und auch bwgrün.de führt die Schau bisher als Projekt in Vorbereitung.
Der Weg dorthin war lang. Auf eine Rahmenplanung mit Bürgerbeteiligung, im Dezember 2022 beschlossen, folgte 2023 ein Wettbewerb, den das Land Baden-Württemberg und die Stadt gemeinsam auslobten. Das Preisgericht vergab den ersten Preis im Dezember 2023 einstimmig an RMP Stephan Lenzen, für den städtebaulichen Ideenteil gemeinsam mit dem Büro Yellowz. Im April 2024 folgte der Grundsatzbeschluss zur Durchführung, zum 1. Januar 2025 gründete die Stadt einen Eigenbetrieb. Sein Kernteam arbeitet im früheren Verwaltungsgebäude der Leimfabrik Häcker, mit Blick auf das künftige Gelände.
Die Enz ist das Rückgrat der Planung. Zum Kernbereich gehören das zentral gelegene Enßle-Areal, die historischen Bürgergärten in den Köpfwiesen zwischen Fluss und Altstadt, das Häcker-Areal mit den Industriebauten der alten Leimfabrik, das Weller-Areal einer früheren Gärtnerei und die Enzterrassen mit neu geplanten Sportanlagen am Egelsee. Auf dem ehemaligen Sportplatz ist ein Enzstrand mit Liegewiesen vorgesehen. Parallel lässt das Regierungspräsidium Stuttgart die Enz revitalisieren, und der Enztalradweg soll ausgebaut werden. In einer Befragung sahen 87 Prozent der Teilnehmenden in der Schau eine Chance zur Aufwertung der Stadt.

BUGA Oberes Mittelrheintal 2029
Die Bundesgartenschau 2029 ist keine Schau auf einem Gelände, sondern ein Entwicklungsprojekt für eine ganze Region. Sie erstreckt sich über 67 Rheinkilometer im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal, zwischen Bingen und Rüdesheim im Süden und Lahnstein im Norden. Die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft nennt acht Parks. Als Flächen sind Lahnstein, Sankt Goar und Sankt Goarshausen, Bacharach, Rüdesheim und Bingen vorgesehen. Rheinland-Pfalz und Hessen unterstützen das Projekt, das Budget liegt bei 142 Mio. Euro.
Am 20. Mai 2026 beschloss der Aufsichtsrat den Zeitraum: 19. April bis 7. Oktober 2029. Die Geschäftsstelle ist Ende 2025 von Oberwesel nach Sankt Goar gezogen. Vorbereitet wird schon jetzt, etwa mit Baumfällungen für die Rüdesheimer Rheinanlagen seit Februar 2026, eigenen Staudenmischungen mit den Namen „Rheintraum“ und „Rheinerwachen“ und Bürgerprojekten in einzelnen Dörfern. Als Ziel nennt die Bundesgartenschau-Gesellschaft moderne Mobilitätskonzepte, die beide Rheinseiten verbinden, und eine dauerhafte Aufwertung touristischer Orte.
Wer die Landesgartenschau 2029 trägt und bezahlt
Die drei Schauen haben unterschiedliche Träger. In Günzburg führt die Landesgartenschau Günzburg 2029 GmbH die Planung. Der Stadtrat hatte ihre Gründung einstimmig beschlossen, Gesellschafter sind die Stadt und die gemeinnützige Bayerische Landesgartenschau GmbH. Der Freistaat Bayern bezuschusst über das Umweltministerium die dauerhaften Anlagen einer Landesgartenschau mit bis zu 6 Mio. Euro. Die Landesgartenschau 2029 lebt aber auch vom Ehrenamt: Am 6. Oktober 2026 lädt die Gesellschaft zur Gründungsversammlung eines Freundeskreises ein.
Vaihingen an der Enz organisiert seine Schau über einen Eigenbetrieb der Stadt. Das Land war beim Wettbewerb Mitauslober, und nach Angaben der Stadt gelingt der Umbau nur mit einer Förderung von mehr als der Hälfte der Kosten der Gartenschauprojekte. Die Bundesgartenschau schließlich wird von der BUGA Oberes Mittelrheintal 2029 gGmbH getragen, gegründet am 2. Juli 2019. Seit April 2026 wirbt sie mit der Kampagne „Das Rheintal bewegt sich.“ um die Menschen der Region.

Vom Bodensee zu den Schauen 2029
Günzburg ist von Lindau aus die nächste der drei Schauen. Die Stadt liegt an der Bahnstrecke zwischen Ulm und Augsburg und an der A8. Mit dem Zug führt der Weg über Ulm, mit dem Auto über die A96 und die A7 bis Ulm und dann auf die A8 Richtung Augsburg.
Vaihingen an der Enz liegt nordwestlich von Stuttgart. Mit der Bahn geht es über Ulm nach Stuttgart und von dort mit dem Regionalverkehr weiter. Das Obere Mittelrheintal ist vom Bodensee aus ein Ziel für mehrere Tage. Auf beiden Rheinseiten verlaufen Bahnstrecken, die Orte der BUGA liegen direkt daran, und Schiffe verbinden die Ufer.
Was 2029 sonst zu beachten ist
Weil 2029 drei Schauen fast gleichzeitig laufen, lohnt sich ein Blick auf die Reihenfolge der Ankündigungen. Die BUGA hat ihren Zeitraum gut drei Jahre vorher festgelegt, Donauwörth hatte für 2028 rund zwei Jahre Vorlauf. Für Günzburg und Vaihingen gilt bis dahin: Wer plant, rechnet mit dem üblichen Rahmen von Ende April bis Anfang Oktober und prüft vor der Buchung die offiziellen Seiten. Die Schauen der Nachbarjahre stehen unter Landesgartenschau 2028 und Landesgartenschau 2030, die Übersicht aller Jahre unter Landes- und Bundesgartenschauen bis 2032. Wie eine Stadt nach einer Schau näher ans Wasser rückt, lässt sich schon heute in Lindau sehen, wo die Gartenschau 2021 die Hintere Insel zum See geöffnet hat.
Häufige Fragen
Wo findet die Landesgartenschau 2029 in Bayern statt?
In Günzburg im bayerischen Schwaben, wo Donau, Günz und Nau zusammentreffen. Die Stadt erhielt den Zuschlag im August 2022, der Stadtrat beschloss Planung und Durchführung endgültig am 28. Juli 2025. Veranstalter ist die Landesgartenschau Günzburg 2029 GmbH, gegründet im Juni 2023 von der Stadt und der Bayerischen Landesgartenschau GmbH. Das Leitbild lautet „Stadt am Wasser“.
Wann ist die Landesgartenschau 2029 in Günzburg?
Einen genauen Zeitraum hat der Veranstalter bisher nicht veröffentlicht, Stand September 2026. Genannt wird die Eröffnung im Frühjahr 2029. Bayerische Landesgartenschauen laufen üblicherweise von Ende April bis Anfang Oktober, Donauwörth etwa vom 27. April bis 8. Oktober 2028. Sobald die Tage feststehen, erscheinen sie auf guenzburg2029.de und bei der Bayerischen Landesgartenschau GmbH.
Gibt es 2029 eine Landesgartenschau in Baden-Württemberg?
Nein, 2029 ist in Baden-Württemberg ein Jahr der kleineren Gartenschau. Gastgeber ist Vaihingen an der Enz im Landkreis Ludwigsburg mit der Bürgergartenschau „Vaihingen ENZückt 2029“. Termine sind noch nicht veröffentlicht. Die nächste große Landesgartenschau im Land folgt 2030 in Ulm, rund um die Bundesfestung zwischen Wilhelmsburg und Donau.
Was ist „Vaihingen ENZückt 2029“?
So heißt die Bürgergartenschau in Vaihingen an der Enz. Den Zuschlag erhielt die Stadt am 3. Juli 2018. Im Dezember 2023 gewann das Bonner Büro RMP Stephan Lenzen den Wettbewerb für die Daueranlagen. Die Schau soll die Enzaue renaturieren, Industriebrachen wie das Häcker-Areal einer alten Leimfabrik öffnen und die Enz zwischen Altstadt und Köpfwiesen wieder erlebbar machen. Organisiert wird sie von einem städtischen Eigenbetrieb.
Wann findet die BUGA 2029 statt?
Vom 19. April bis 7. Oktober 2029. Den Zeitraum beschloss der Aufsichtsrat der Bundesgartenschau Oberes Mittelrheintal 2029 gGmbH am 20. Mai 2026. Die Schau erstreckt sich über 67 Rheinkilometer im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal und wird von Rheinland-Pfalz und Hessen unterstützt. Als nächste Schritte nannte die Gesellschaft das Ausstellungskonzept, erste Spatenstiche und die touristische Vermarktung.
Welche Orte gehören zur BUGA 2029?
Die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft nennt als Flächen Lahnstein, Sankt Goar und Sankt Goarshausen, Bacharach, Rüdesheim und Bingen. Insgesamt soll es acht Parks geben, dazu Orte entlang des Flusses, die einen Besuch lohnen. Beide Rheinseiten sollen durch moderne Mobilitätskonzepte verbunden werden. Das Budget liegt bei 142 Mio. Euro, die Geschäftsstelle sitzt in Sankt Goar.
Quellen
- Landesgartenschau Günzburg 2029: offizielle Website
- Stadt Günzburg: Landesgartenschau 2029
- Bayerische Landesgartenschau GmbH: Günzburg 2029
- Stadt Vaihingen an der Enz: Gartenschau 2029
- bwgrün.de: Gartenschau Vaihingen an der Enz 2029
- BUGA29: Durchführungszeitraum beschlossen
- Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft: BUGA Oberes Mittelrheintal 2029
- Bayerisches Umweltministerium: die nächsten Landesgartenschauen
Stand der Angaben: September 2026.