Landesgartenschau 2028: Donauwörth in Bayern und Rottweil am Neckar
2028 bauen zwei Städte ihre Flussufer um. Donauwörth, die kurzfristig eingesprungene Gastgeberin der 40. Bayerischen Landesgartenschau, verbindet Donau, Wörnitz und Kaibach mit neuen Brücken. Rottweil holt den Neckar unter der Altstadt zurück. Diese Seite fasst Termine, Planungen und Daueranlagen beider Schauen zusammen und sagt, was noch offen ist.

Landesgartenschau 2028: Termine und Überblick
Die Landesgartenschau 2028 findet in Bayern in Donauwörth statt und in Baden-Württemberg in Rottweil. Beide Städte liegen an Flüssen, zu denen sie im Lauf der Zeit den Zugang verloren haben, und beide nutzen die Schau, um ihn zurückzubekommen. Für Donauwörth stehen die Termine fest, für Rottweil noch nicht. Eine Bundesgartenschau gibt es 2028 nicht. Das Muster ist in beiden Fällen ähnlich: Parkplätze, Industriebrachen und begradigte Ufer werden zu Parks, und neue Brücken verbinden Altstadt und Fluss. Die Unterschiede liegen im Gelände. Donauwörth ist flach und von Wasser umschlossen, Rottweil muss den steilen Hang zwischen Altstadt und Tal überwinden.
| Schau | Ort | Termine | Status |
|---|---|---|---|
| Bayerische Landesgartenschau | Donauwörth | 27.04. bis 08.10.2028 | in Bau, Spatenstich Juli 2025 |
| Landesgartenschau Baden-Württemberg | Rottweil | noch nicht veröffentlicht | in Bau |
| Bundesgartenschau / IGA | keine | entfällt | nächste Schau 2029 |
Donauwörth: die Schau, für die Bayern Ersatz fand
Eigentlich sollte die Bayerische Landesgartenschau 2028 in Penzberg stattfinden. Die Stadt im Landkreis Weilheim-Schongau hatte den Zuschlag im August 2022 bekommen und im Dezember 2023 bereits ihren Planungswettbewerb entschieden. Im Frühsommer 2024 stieg sie aus, Grund waren die angespannten städtischen Finanzen. Donauwörth bewarb sich kurzfristig und wurde im August 2024 als Landesgartenschaustadt 2028 bestätigt, die Urkunde folgte im Oktober.
Seitdem läuft die Planung unter hohem Zeitdruck. Im Juli 2025 war Spatenstich, am 25. April 2026 gab die Stadt bei einer Veranstaltung in der Reichsstraße den Zeitraum bekannt: vom 27. April bis 8. Oktober 2028, 165 Tage. Donauwörth richtet damit die 40. Bayerische Landesgartenschau aus, das Motto lautet „Natur. Verbunden.“. Die Große Kreisstadt im Landkreis Donau-Ries liegt an der Romantischen Straße und ist für Radfahrer am Donauradweg ein bekannter Halt.
Die Kosten des Gesamtprojekts werden auf rund 25,5 Mio. Euro geschätzt, davon muss die Stadt etwa 8,2 Mio. Euro selbst tragen. Das Büro GDLA Gornik Denkel Landschaftsarchitektur verantwortet die Planung, die Brücken plant Schlaich Bergermann Partner aus Stuttgart. Bauherrin ist die Landesgartenschau Donauwörth 2028 GmbH.
Drei Gewässer, ein grünes Band
Donauwörth ist von Wasser umgeben, doch der Bezug dazu ist an vielen Stellen verloren gegangen. Drei Gewässer prägen die Stadt: die Donau, die hier die Wörnitz aufnimmt, und der kleine Kaibach. Die Planung setzt genau an diesen Übergängen an. Schwerpunkte sind Entsiegelung, Klimaresilienz, Naturschutz und nachhaltige Mobilität.
Der größte Umbau betrifft den heutigen Volksfestplatz. Aus einem stark versiegelten Parkplatz wird der Donaupark, ein „Transformationspark“ zum Spielen, Entdecken und Verweilen, zugleich Zentrum der Schau. Der Heilig-Kreuz-Garten wird zu Wörnitzpark und Wörnitzauen weiterentwickelt, naturnah und mit starkem Bezug zum Fluss. Über einen Stadtbalkon ist dieser Bereich mit der Innenstadt verbunden. An der Kleinen Wörnitz, an der Kaibachpromenade und an der Kaibachmündung sind kleinere Eingriffe geplant, die den Schritt ans Wasser öffnen.
Dazu kommen ein neuer Park-and-Ride-Platz, Radverbindungen und naturnahe Wäldchen. Nach Wikipedia sind auch ein Donaustrand und das Schließen einer seit Langem bestehenden Lücke in der Uferpromenade vorgesehen. Zusammen sollen die Flächen ein grünes Band um die Innenstadt bilden, das bis in die Parkstadt reicht.

Die neuen Brücken von Donauwörth
Sichtbarstes Zeichen der Schau werden die Brücken. Über die Donau und die Wörnitz entstehen neue Querungen, ergänzt durch Stege, und in beiden Fällen stehen Fuß- und Radverkehr im Vordergrund. Die neue Donaubrücke soll zum Eingang der Landesgartenschau und des künftigen Donauparks werden. Ihr Überbau ist stützenfrei und hängt an zwei geneigten Seilscharen, getragen von Masten mit rund 20 Metern Höhe. In der Flussmitte macht die Brücke einen sanften Knick und verbreitert sich, damit Fußgänger stehen bleiben und auf Stadtsilhouette und Park schauen können.
Die Wörnitzbrücke hat eine praktischere Aufgabe. Sie bindet den Donaupark an die Altstadt an, dient dem überregionalen Radverkehr und entlastet die stark belastete Friedensbrücke. Radfahrer und Fußgänger können die Wörnitz dort künftig ohne Autoverkehr queren. Am südlichen Ufer bleibt der Baumbestand durch ein kompaktes Widerlager weitgehend erhalten.
Rottweil in Baden-Württemberg: der Neckar unter der Altstadt
Rottweil hat eine besondere Lage. Die Altstadt der nach eigener Darstellung ältesten Stadt Baden-Württembergs sitzt auf einem Felssporn hoch über dem Neckar. Der Fluss vor den Toren war für die Bewohner immer nah und doch nur über Umwege zu erreichen. Die Landesgartenschau soll das ändern und die bisher getrennten Bereiche verbinden: oberen und unteren Stadtgraben, die Neckarauen und den Flusslauf bis zur Mündung der Prim.
Nach bwgrün.de entstehen dabei mehr als 20 ha neue Grünflächen, geplant vom Berliner Büro A24 Landschaft. Am Wettbewerb hatten sich 25 Planungsbüros beteiligt. Insgesamt sind rund 78 Mio. Euro für Daueranlagen und Infrastruktur in der Kernstadt vorgesehen, mehr als 30 Mio. Euro davon kommen aus Förderprogrammen. Die genauen Termine hat die Stadt noch nicht veröffentlicht, Stand September 2026.

Was in Rottweil gebaut wird
Zentrales Projekt ist die Renaturierung des Neckars vom Schwarzen Felsen bis zur Schindelbrücke. Das Regierungspräsidium Freiburg schafft dort mit mehr als sieben Millionen Euro einen naturnahen Flussraum. Jahrzehntelang war der Neckar vor allem zur Energiegewinnung angestaut, jetzt bekommt er seine Dynamik zurück. Ohne die Landesgartenschau, so die Stadt, wären viele dieser Maßnahmen nicht finanzierbar gewesen.
Die neue Landesgartenschaubrücke am Fuß der Stadtmauer ist rund 160 Meter lang und vier Meter breit. Sie überquert Bahngleise und Fluss und verbindet die Innenstadt mit beiden Neckarufern. Die Bauarbeiten haben begonnen, fertig sein soll sie Ende 2027. Am Stadtgraben überwindet eine Kaskadenanlage mit Stufen und zwei kleinen Wasserläufen rund 15 Meter Höhenunterschied. An der Hochbrücke kommt ein Aufzug mit Treppe dazu. Der Obere Stadtgraben wird zum parkartigen „grünen Wohnzimmer“, der Musikpavillon aus den 1950er-Jahren wird saniert statt abgerissen.
Weiter unten im Tal verschwindet Industrie. Auf dem früheren ENRW-Areal sind Gastronomie, Büros, Wohnungen, ein Science-Center und Sitzstufen am Neckar geplant. Das Gelände des alten Gaswerks wird von Altlasten befreit, mit mehr als 2 Mio. Euro aus dem Altlastensanierungsfonds des Landes. Ein Panoramaweg über den Streuobstwiesen führt von der Schindelbrücke bis zur neuen Brücke, die denkmalgeschützte Schindelbrücke selbst bleibt künftig Fußgängern vorbehalten. Bildende Kunst ist unter anderem an einem „skulpTOURhang“ und in den Arkaden des Viadukts geplant.
Anreise vom Bodensee
Rottweil ist von Lindau aus die näher gelegene der beiden Schauen. Mit der Bahn führt der Weg über Friedrichshafen und Radolfzell nach Singen und von dort mit der Gäubahn nach Rottweil. Vom Bahnhof entsteht eine neue, barrierearme Wegeverbindung zur Innenstadt und zum ENRW-Areal. Mit dem Auto geht es über Singen auf die A81, an der Rottweil liegt.
Donauwörth erreicht man vom Bodensee über Ulm oder Augsburg. Von Ulm fährt die Donautalbahn nach Donauwörth, aus Augsburg kommen Züge der Strecke nach Nürnberg. Autofahrer nehmen von Lindau die A96 und dann die A7 bis Ulm oder die Verbindung über Memmingen nach Augsburg. Wie sich Ufer nach einer Gartenschau dauerhaft öffnen lassen, lässt sich vorab in Lindau ansehen: Die Uferstufen auf der Hinteren Insel entstanden für die Schau 2021.
Wie es nach 2028 weitergeht
Beide Länder haben die Folgejahre bereits vergeben. In Bayern schließt 2029 Günzburg an, ebenfalls an der Donau, ein Stück flussaufwärts an der Bahnstrecke zwischen Ulm und Augsburg. In Baden-Württemberg folgt 2029 die kleinere Gartenschau Vaihingen an der Enz, und die Bundesgartenschau kehrt im selben Jahr mit dem Oberen Mittelrheintal zurück. Details stehen auf der Seite Landesgartenschau 2029. Wer zurückblättern will, findet die Schauen des Vorjahres unter Landesgartenschau 2027, alle Jahre bis 2032 in der Übersicht der Landes- und Bundesgartenschauen.
Häufige Fragen
Wann ist die Landesgartenschau 2028 in Donauwörth?
Vom Donnerstag, 27. April, bis Sonntag, 8. Oktober 2028. Der Zeitraum wurde am 25. April 2026 bei einer Veranstaltung in der Reichsstraße bekanntgegeben und umfasst 165 Tage. Donauwörth richtet damit die 40. Bayerische Landesgartenschau aus, unter dem Motto „Natur. Verbunden.“. Veranstalter ist die Landesgartenschau Donauwörth 2028 GmbH, eine Gesellschaft der Stadt und der Bayerischen Landesgartenschau GmbH.
Warum findet die Landesgartenschau 2028 nicht in Penzberg statt?
Penzberg hatte den Zuschlag im August 2022 erhalten und im Dezember 2023 bereits einen Planungswettbewerb entschieden. Im Frühsommer 2024 zog sich die Stadt wegen ihrer angespannten Finanzen zurück. Donauwörth bewarb sich daraufhin kurzfristig, wurde im August 2024 als Landesgartenschaustadt 2028 bestätigt und bekam im Oktober 2024 die Urkunde. Der Spatenstich folgte im Juli 2025.
Wann ist die Landesgartenschau Rottweil 2028?
Die genauen Tage hat Rottweil bisher nicht veröffentlicht, Stand September 2026. Baden-württembergische Landesgartenschauen beginnen üblicherweise im späten April und enden Anfang Oktober, Ellwangen etwa lief 2026 vom 24. April bis 4. Oktober. Sobald der Veranstalter den Zeitraum bekanntgibt, steht er auf rw2028.de. Den symbolischen Staffelstab wollte Rottweil beim Finale in Ellwangen am 4. Oktober 2026 übernehmen.
Was wird für die Landesgartenschau in Rottweil gebaut?
Kernstück ist die Renaturierung des Neckars vom Schwarzen Felsen bis zur Schindelbrücke, ein Projekt mit mehr als sieben Millionen Euro Volumen. Dazu kommen eine rund 160 Meter lange Fuß- und Radbrücke über Neckar und Bahngleise, ein Aufzug zwischen Innenstadt und Stadtgraben, eine Kaskadenanlage über rund 15 Meter Höhenunterschied, ein Panoramaweg und die Sanierung des alten Gaswerks.
Welche Brücken entstehen in Donauwörth?
Geplant sind neue Brücken über Donau und Wörnitz, ergänzt durch Stege, mit klarem Vorrang für Fuß- und Radverkehr. Die Donaubrücke wird stützenfrei von zwei geneigten Seilscharen an rund 20 Meter hohen Masten getragen und macht in Flussmitte einen Knick mit einer Verbreiterung zum Stehenbleiben. Die Wörnitzbrücke entlastet die Friedensbrücke. Geplant hat sie das Stuttgarter Büro Schlaich Bergermann Partner.
Gibt es 2028 eine Bundesgartenschau?
Nein. Die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft nennt für 2028 weder eine Bundesgartenschau noch eine Internationale Gartenausstellung. Nach der IGA Ruhrgebiet 2027 folgt die nächste Bundesgartenschau erst 2029 im Oberen Mittelrheintal, vom 19. April bis 7. Oktober 2029. Im Jahr 2028 sind Donauwörth und Rottweil damit die beiden großen Gartenschauen in Süddeutschland.
Quellen
- Bayerische Landesgartenschau GmbH: Donauwörth 2028
- Landesgartenschau Donauwörth 2028: offizielle Website
- Donau-Ries-Aktuell: Termin der Landesgartenschau Donauwörth steht fest
- Wikipedia: Landesgartenschau Donauwörth 2028
- bwgrün.de: Landesgartenschau Rottweil 2028
- Landesgartenschau Rottweil 2028: Projekt und Daueranlagen
- Landesgartenschau Rottweil 2028: offizielle Website
- Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft: kommende Schauen
Stand der Angaben: September 2026.