Lindau 2021 Gartenschau · Insel · See
Chronik Mai 2021

Gartenschau Lindau 2021: 10.000 Sommerblumen vor der Eröffnung

Mitte Mai 2021, eine Woche vor der Eröffnung, zogen die Sommerblumen auf die Hintere Insel. Ein Team der Gärtnerei Förth setzte in drei Tagen rund 10.000 Pflanzen, darunter Löwenmäulchen, Zinnien, Sonnenhut und Ziersalbei. Der Regen dieser Tage war dabei willkommen, die Blüte ließ nach dem kalten April allerdings noch auf sich warten.

Meldung vom Redaktionell überarbeitet:

AI Bunte Sommerblumenbänder auf einer Uferwiese mit kleinem Turmhaus (mit AI erstelltes Bild)
Mit AI erstelltes Bild · Hinweis zu AI-Bildern

Drei Tage, zehntausend Pflanzen

Der Zeitpunkt war genau gewählt. Eine Woche vor der Eröffnung am 20. Mai 2021 und direkt nach den Eisheiligen rückte ein Team der Gärtnerei Förth auf dem Gelände an. Drei Tage lang setzten die Gärtner rund 10.000 Sommerblumen in die vorbereiteten Beete. Unter den Arten waren Löwenmäulchen, Zinnien, Sonnenhut und Ziersalbei.

Das Wetter war in diesen Tagen nass. Für die Pflanzen war das eher ein Vorteil. Frisch gesetzte Jungpflanzen wachsen bei feuchtem Boden besser an, als wenn sie gleich nach dem Pflanzen in praller Sonne stehen. Die Gärtnerei sah den Regen deshalb gelassen.

Knospen zur Eröffnung

Ganz so bunt, wie es die Pläne versprachen, sah es zur Eröffnung noch nicht aus. Sommerblumen brauchen viel Licht, und der April 2021 war schlecht gewesen. Viele Pflanzen standen deshalb noch in der Knospe, als die ersten Besucher kamen. Die Gärtnerei rechnete mit einem schnellen Wechsel ab Juni, wenn Wärme und längere Tage den Pflanzen Schub geben.

Das war für eine Gartenschau kein ungewöhnlicher Befund. Einjährige Sommerblumen erreichen ihre volle Wirkung selten schon im Mai. Für Besucher, die mit einer Dauerkarte mehrfach kamen, hatte das einen Vorteil: Sie konnten zusehen, wie die Beete von Woche zu Woche dichter wurden.

Hinzu kam das Programm. Die Gartenschau wechselte etwa alle zwei Wochen ihre Themenwelt, von Inseltraum und Gipfelglück im Frühsommer bis Utopia im Herbst, und mit jedem Thema verschoben sich auch die Schwerpunkte in Beeten und Pflanzungen. Die Sommerblumen bildeten dafür den Grundstock, der den ganzen Sommer über trug. Schon am ersten Wochenende kamen mehr als 6.000 Besucher auf das Gelände, obwohl viele Sommerblumen erst Knospen trugen.

Ein nasser Sommer für Sonnenkinder

Die Hoffnung auf einen warmen Juni erfüllte sich nur teilweise. Die Schlussbilanz der Gartenschau zählte 62 Sonnentage und 82 Regentage, zweimal richteten Stürme Schäden auf dem Gelände an. Für Pflanzen, die ursprünglich aus Mexiko oder dem Mittelmeerraum stammen, war das kein ideales Jahr. Wie die einzelnen Beete den nassen Sommer überstanden, ist nicht im Detail dokumentiert, geschlossen wurde wegen des Wetters jedenfalls nur einmal zeitweise nach einem Sturm. Am Ende standen 287.482 Besuche in der Bilanz, knapp unter den 300.000, die vor der Pandemie erhofft worden waren.

AI Frisch gesetzte Sommerblumen und Gießkanne in dunkler Erde (mit AI erstelltes Bild)
Mit AI erstelltes Bild · Hinweis zu AI-Bildern

Die Beete und ihre Themen

Die Sommerblumen waren nicht wahllos verteilt. Die Planung der Pflanzungen stammte von einer Landschaftsarchitektin aus Sehnde bei Hannover, die Gärtnerei Förth setzte sie um. Auf der Seite über die Aussteller sind mehrere dieser Beete als eigene Themenbeiträge beschrieben.

Ein Beet mit dem Titel „Träume am Gartenstrand“ spielte mit der Herkunft der Pflanzen. Die meisten Sommerblumen stammen aus warmen, fernen Ländern, und so standen dort Mexico-Nessel, Leberbalsam, Schmuckkörbchen, Zigarettenblümchen, Zinnien, Sonnenhut und Ziertabak zusammen, als Gruß von den Küsten Kretas, vom Südatlantik und aus Mexiko. Ein anderes Beet, „Farbenfrohe Kraftpakete“, drehte sich um Dahlien. Zartes Rosa und Hellgelb trafen dort auf Feuerrot und Orange, begleitet von Schmuckkörbchen, Prachtkerzen, Schokoladenblume und Elfenspiegel.

Besonders gut zum Ort passte „Weit gereist, hier gestrandet“. In alten Waggons wuchsen Gräser aus Prärien, Steppen und europäischen Wiesen, dazwischen einjähriges Eisenkraut und Sonnenhut. Die Idee dahinter: Pflanzen reisen gern entlang von Bahnstrecken, und die Hintere Insel war über lange Zeit ein Bahngelände.

Was blieb und was verging

Sommerblumen sind Pflanzen für eine Saison. Mit dem Ende der Gartenschau am 10. Oktober 2021 hatten sie ihren Zweck erfüllt, der Rückbau des Geländes begann unmittelbar danach. Dauerhaft angelegt wurden dagegen andere Pflanzungen. Im Luitpoldpark etwa wurden 800 Rosen gesetzt, und die Wiese über der Tiefgarage wich Stauden, Gräsern und Sträuchern, die Insekten Nahrung bieten.

Wer heute in Lindau Blumenbeete sehen möchte, findet sie im Lindauer Stadtgarten auf der Insel mit seinen exotischen Bäumen und Beeten. Der Gartenkulturpfad der Stadt verbindet außerdem mehrere Grünanlagen auf Insel und Festland zu kuratierten Spaziergängen.

Wie die Gartenschau zwei Tage nach dieser Meldung öffnete, beschreibt der Beitrag Gartenschau in Lindau eröffnet pünktlich. Die Zahlen der ganzen Saison, von den Besuchen bis zu den Regentagen, stehen auf der Seite Zahlen und Fakten. Alle Meldungen aus dem Jahr 2021 finden sich unter Neuigkeiten.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Wie viele Sommerblumen wurden für die Gartenschau Lindau gepflanzt?

Kurz vor der Eröffnung am 20. Mai 2021 pflanzte ein Team der Gärtnerei Förth rund 10.000 Sommerblumen auf dem Gelände. Die Arbeit dauerte drei Tage und begann direkt nach den Eisheiligen. Eine Gesamtzahl aller Pflanzen der Gartenschau ist nicht überliefert, dazu kamen unter anderem Stauden, Gräser und 800 Rosen im Luitpoldpark.

Warum wurde erst nach den Eisheiligen gepflanzt?

Die Eisheiligen Mitte Mai gelten als Stichtag, nach dem kaum noch Nachtfrost zu erwarten ist. Viele Sommerblumen stammen aus warmen Regionen und vertragen keinen Frost. Deshalb pflanzen Gärtnereien einjährige Sommerblumen in Süddeutschland traditionell erst danach aus. In Lindau lag der Termin damit knapp eine Woche vor der Eröffnung.

Wann standen die Sommerblumen in voller Blüte?

Zur Eröffnung am 20. Mai waren viele Pflanzen noch knospig. Der April 2021 war kalt und trüb gewesen, und Sommerblumen brauchen viel Sonnenlicht. Nach Einschätzung der pflanzenden Gärtnerei sollte die Blüte ab Juni sehr schnell einsetzen. Über den Sommer wechselten die Beete dann ihr Bild bis in den Herbst.

Welche Themenbeete mit Sommerblumen gab es auf der Gartenschau Lindau?

Das Beet „Träume am Gartenstrand“ spielte mit der Herkunft der Pflanzen und zeigte unter anderem Mexico-Nessel, Leberbalsam, Zigarettenblümchen und Ziertabak. In „Farbenfrohe Kraftpakete“ standen Dahlien in Rosa, Hellgelb, Feuerrot und Orange im Mittelpunkt. Besonders gut zum Ort passte „Weit gereist, hier gestrandet“: In alten Waggons wuchsen Gräser aus Prärien und Steppen, weil Pflanzen gern entlang von Bahnstrecken reisen.