Bund Naturschutz auf der Gartenschau Lindau: Wasserfall und Pavillon
Sechs Wochen vor der Eröffnung war der Beitrag des Bund Naturschutz auf der Gartenschau Lindau im Rohbau fertig. Ein Holzpavillon stand, ein kleiner Wasserfall aus Nagelfluh lief. Freiwillige und Handwerksbetriebe aus der Region hatten dafür nur wenige Tage gebraucht. Was noch fehlte, waren der Steg am Teich und die Bepflanzung.
Meldung vom Redaktionell überarbeitet:

Drei Tage für einen Pavillon
Anfang April 2021 ging es auf der Baustelle des Bund Naturschutz (BN) sichtbar voran. Ein Zimmerer baute gemeinsam mit den Bundesfreiwilligen des Verbands und weiteren Helfern den Ausstellungspavillon auf, und das innerhalb von drei Tagen. Das Dach kam als Spende: Ein Dachdeckerbetrieb übernahm die Eindeckung, ohne dafür eine Rechnung zu stellen.
Der Pavillon war als Ausstellungsraum gedacht. Die Kreisgruppe Lindau wollte dort über die Saison hinweg wechselnde Schauen zeigen, statt eine einzige Dauerausstellung aufzubauen. Für einen Verband, der den Beitrag mit Ehrenamtlichen betreute, war das ein ehrgeiziger Plan, denn jede neue Schau musste in der laufenden Saison aufgebaut, betreut und wieder abgebaut werden. Er ging auf, wie sich im Sommer zeigte.
Nagelfluh aus Scheidegg
Fertig war zur gleichen Zeit der kleine Wasserfall. Seine Felsen stammten aus dem Westallgäu: Der Markt Scheidegg hatte Nagelfluh bereitgestellt, jenes grobe Konglomeratgestein, das in den Tobeln und Schluchten der Gegend verbreitet ist. Ein Landschaftsgärtner hatte den Bau fachlich begleitet.
Die Idee dahinter war einfach und gut lesbar. Das Wasser fiel über die Felsen in einen Teich, der für den Bodensee stand. So zeichnete der Beitrag auf wenigen Quadratmetern den Weg nach, den das Wasser in der Region tatsächlich nimmt: aus den Allgäuer Bergen über die Tobel hinunter zum See. Das Motto der ganzen Schau, „Gartenstrand – vom Berg zum See“, fand hier eine sehr wörtliche Umsetzung. Scheidegg selbst war 2021 mit einem eigenen Außenstandort dabei, mehr dazu auf der Seite über den Außenstandort Scheidegg.
Was im April noch fehlte
Ganz fertig war der Beitrag im April nicht. Als nächster Bauabschnitt stand der Steg am Teich an. Danach sollte die Firma Haas die Pflanzflächen herrichten, bevor die Fläche eingegrünt und ausgestattet werden konnte. Der BN sprach von einer „authentischen“ Dekoration, gemeint waren Pflanzen und Materialien, wie sie an Moorrändern und Bachläufen der Region vorkommen.
Begonnen hatten die Arbeiten erst einen Monat zuvor. Beim Spatenstich im März 2021 war vom Teich nur die ausgehobene Form zu sehen. Zwischen beiden Meldungen lagen Teichfolie, Pumpe und die Felsarbeiten. Für ein Projekt, das überwiegend von Freiwilligen und gespendeten Leistungen lebte, war das ein bemerkenswert kurzer Zeitraum.

Die Naturdetektive im Sommer
Mit der Eröffnung am 20. Mai 2021 lief der Beitrag unter dem Titel „Naturdetektive unterwegs“. Er gehörte zu den Themenbeiträgen, die auf der Seite über die Aussteller der Gartenschau beschrieben sind. Im Pavillon wechselten die Ausstellungen mit dem Gartenjahr: Der Bodensee, die Moore des Landkreises und die großen Stadtbäume Lindaus bekamen jeweils ihren Auftritt. Eine Schau mit dem Titel „Tatort Garten“ machte sichtbar, an welchen Stellen der Artenschutz im eigenen Garten zu kurz kommt. Daneben stellte ein Künstler Arbeiten aus Torf aus, angeregt von den Schmetterlingen, die in einem Zuchtkasten am Stand zu beobachten waren.
Am Teich fand die Umweltbildung „Wunderwelt unter Wasser“ statt. Staunen, Forschen und Anfassen standen dabei im Vordergrund. Das Angebot war Teil des Schulprogramms, das auf der Seite zum Bunten Klassenzimmer beschrieben ist. Während der Themenwochen „Arkadien“ im Juni informierte der Stand zusätzlich über Schmetterlinge und das naturnahe Gärtnern.
Einordnung für heute
Der Pavillon und der Teich waren Ausstellungsbauten für eine Saison. Die Gartenschau endete am 10. Oktober 2021, danach wurde das Gelände zurückgebaut und im Bereich der dauerhaften Anlagen wie Bürgerpark und Uferstufen wieder frei zugänglich. Welche Teile des BN-Beitrags weiterverwendet wurden, ist nicht dokumentiert. Die Kreisgruppe Lindau des Bund Naturschutz ist weiterhin aktiv. 2021 war an ihrem Beitrag auch die Gebietsbetreuung für Moore, Tobel und Bodenseeufer im Landkreis Lindau beteiligt, deren Themen sich im Pavillon wiederfanden.
Wer das Motiv des Wasserfalls im Original sehen möchte, findet es im Westallgäu. Bei Scheidegg stürzt der Rickenbach in der Rohrachschlucht über zwei mächtige Gesteinsstufen in die Tiefe, die Schlucht ist das größte Naturschutzgebiet im Landkreis Lindau und war 2021 als Außenstandort mit der Gartenschau verbunden. Weitere Meldungen aus der Aufbauphase und der Saison 2021 sind in der Übersicht Neuigkeiten gesammelt, das gesamte Ausstellungsgelände stellt die Seite zur Gartenschau Lindau vor.
Häufige Fragen
Was zeigte der Bund Naturschutz auf der Gartenschau Lindau 2021?
Die Kreisgruppe Lindau des Bund Naturschutz baute einen Teich als Sinnbild des Bodensees, einen kleinen Wasserfall für die Allgäuer Tobel und einen Holzpavillon für wechselnde Ausstellungen. Unter dem Titel „Naturdetektive unterwegs“ ging es um Moore, Tobel, Seeufer und naturnahe Gärten. Am Teich fanden Umweltbildungsangebote für Schulklassen und Kindergärten statt.
Woher stammten die Felsen für den Wasserfall?
Die Nagelfluhfelsen stellte der Markt Scheidegg zur Verfügung. Nagelfluh ist ein im Westallgäu verbreitetes Konglomeratgestein aus verbackenem Geröll. Damit brachte der Beitrag ein Stück Allgäuer Landschaft auf die Hintere Insel. Scheidegg war zugleich eine der Partnergemeinden, die 2021 mit eigenen Außenstandorten an der Gartenschau beteiligt waren.
Wer hat Pavillon und Wasserfall gebaut?
Den Pavillon montierte ein Zimmerer innerhalb von drei Tagen, unterstützt von Bundesfreiwilligen des Bund Naturschutz und weiteren Ehrenamtlichen. Die Dachdeckung spendete ein Dachdeckerbetrieb. Beim Wasserfall half ein Landschaftsgärtner, die Pflanzflächen bereitete die Firma Haas vor. Der Beitrag entstand also weitgehend aus Spenden und freiwilliger Arbeit.
Welche Ausstellungen zeigte der Bund Naturschutz im Pavillon auf der Gartenschau Lindau?
Im Pavillon wechselten die Ausstellungen mit dem Gartenjahr, statt einer einzigen Dauerschau. Der Bodensee, die Moore des Landkreises und die großen Stadtbäume Lindaus bekamen jeweils ihren Auftritt. Eine Schau mit dem Titel „Tatort Garten“ machte sichtbar, wo der Artenschutz im eigenen Garten zu kurz kommt. Daneben stellte ein Künstler Arbeiten aus Torf aus, angeregt von den Schmetterlingen in einem Zuchtkasten am Stand.
Quellen
- BUND Naturschutz in Bayern, Kreisgruppe Lindau
- BUND Naturschutz in Bayern e.V.
- Bayerisches Umweltministerium: Regionale Gartenschauen
Stand der Angaben: September 2026.