Boulder-Block auf dem Gartenschau-Gelände: 90 m² Kletterfläche vom DAV
Im Januar 2021, vier Monate vor der Eröffnung, entstand auf der Hinteren Insel ein Würfel aus Holz. Die Sektion Lindau des Deutschen Alpenvereins ließ dort einen Boulderblock bauen, die erste Möglichkeit zum Bouldern in der Stadt überhaupt. Dazu kamen ein kleiner Alpengarten und die Idee, von der Insel bis in die Berge zu denken.
Meldung vom Redaktionell überarbeitet:

Ein Würfel aus Holz für die Hintere Insel
Im Januar 2021 wuchs auf dem Gartenschau-Gelände ein ungewöhnliches Bauwerk in die Höhe. Die Sektion Lindau des Deutschen Alpenvereins ließ auf der Hinteren Insel einen Boulderblock errichten, direkt neben Skateplatz, Calisthenics-Anlage und Beachvolleyballfeld. Die Kletter- und Boulderfirma VerSys aus Köln setzte die Holzelemente Stück für Stück zusammen und befestigte sie an einer Unterkonstruktion. Nach nur einer Woche stand der komplette Würfel. Insgesamt 90 Quadratmeter Boulderfläche sollten ab der Eröffnung am 20. Mai zur Verfügung stehen.
Warum Klettern auf einer Gartenschau
Auf den ersten Blick passt eine Kletterwand nicht zu Blumenbeeten. Der Alpenverein begründete die Wahl mit der Beliebtheit des Sports, der Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen anzieht. Zudem füllte der Block eine Lücke. Er war die erste Boulder-Möglichkeit in Lindau überhaupt, und er fügte sich in das Motto der Schau, das den Weg vom Berg zum See beschrieb. Die Berge lagen damit nicht mehr nur als Kulisse am Horizont, sie standen in Form eines Holzwürfels mitten auf dem Gelände.
Der Block gehörte zum Sportband, das die Gartenschau bewusst für junges Publikum anlegte. Den benachbarten Skatepark hatte der Verein Lindau Move zu großen Teilen in Eigenleistung gebaut. Beide Anlagen entstanden auf der Fläche des früheren Parkplatzes, der für die Gartenschau aufgebrochen wurde.
Der Skatepark war ein Gemeinschaftswerk, wie es selten vorkommt. Mitglieder des Vereins steckten 600 bis 800 Arbeitsstunden in Planung und Bau und strichen den Beton an Rampen und Schrägen selbst glatt. Ein Planer aus Innsbruck half unentgeltlich beim Entwurf, die ausführende Garten- und Landschaftsbaufirma stellte Werkzeug und Maschinen, die Wohnungsbaugesellschaft GWG beteiligte sich an den Kosten, und die Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim finanzierte die Sitzgelegenheiten rundherum. Die städtischen Garten- und Tiefbaubetriebe übernahmen schließlich weitere Skateelemente. So wuchs neben dem Boulderblock ein zweites Stück Sportinfrastruktur, das von Anfang an für die Zeit nach der Schau gedacht war.
Kurse, Training und wechselnde Routen
Während der Saison bot der DAV am Block Kurse für Schülerinnen und Schüler an und nutzte ihn für eigene Trainingseinheiten. Mitglieder der Sektion pflegten die Routen den Sommer über und schraubten sie alle paar Wochen neu, damit Stammgäste immer wieder andere Probleme vorfanden. Wie gefragt das Angebot war, zeigte sich schon am ersten Wochenende: Das Sportband mit Skatepark und Boulderblock gehörte an Pfingsten 2021 zu den am dichtesten bevölkerten Bereichen, wie der Eintrag über die ersten Besucher festhält. Am Eröffnungstag hatte sogar der bayerische Umweltminister spontan einen Versuch gewagt, in Anzug und Straßenschuhen, nachzulesen im Bericht über die Eröffnung der Gartenschau.

Ein Alpengarten als Verbindung zur Lindauer Hütte
Neben dem Block legte der Alpenverein einen alpinen Garten auf dem Gelände an. Er sollte eine Brücke zur Lindauer Hütte der Sektion im Montafon schlagen, bei der einer der größten Alpengärten der Region liegt. Von der Gartenschau aus bot der DAV Touren zur Hütte an, damit Interessierte den Garten am Berg selbst ansehen konnten. Die Idee dahinter war schlicht. Wer im Flachland am Seeufer Alpenpflanzen sieht, soll Lust bekommen, sie an ihrem eigentlichen Standort zu besuchen.
Was aus dem Block wurde
Geplant war zunächst, den Block nach der Gartenschau so lange stehen zu lassen, bis auf dem Areal die Wohnbebauung beginnt. Die Planung für die Hintere Insel veränderte sich danach grundlegend. Im Bürgerentscheid vom 25. September 2022 lehnten die Lindauerinnen und Lindauer die Wohnbebauung der vier südlichen Baufelder mit 74,5 Prozent der Stimmen ab. Boulderblock und Skateanlage werden heute als dauerhafte Bestandteile des Parkbands Hintere Insel geführt, das die Stadt beim Bundespreis Stadtgrün einreichte.
Die Anlage liegt in der Nähe des Bürgerparks, der 2025 beim Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis ausgezeichnet wurde. Wie sich das Areal insgesamt entwickelt hat, beschreibt die Seite Stadtentwicklung Hintere Insel. Wer den Block besuchen will, findet ihn zwischen Skateanlage und Calisthenics-Geräten auf der Hinteren Insel, nur wenige Gehminuten vom Bahnhof Lindau-Insel entfernt.
Häufige Fragen
Wie groß ist der Boulderblock auf der Hinteren Insel in Lindau?
Der Block bietet insgesamt 90 Quadratmeter Boulderfläche. Die Kölner Kletter- und Boulderfirma VerSys setzte die Holzelemente im Januar 2021 innerhalb einer Woche auf eine Unterkonstruktion. Zur Eröffnung der Gartenschau am 20. Mai 2021 wurde er in Betrieb genommen. Bauherr war die Sektion Lindau des Deutschen Alpenvereins, die die Routen während der Saison betreute.
Gibt es den Boulderblock der Gartenschau Lindau heute noch?
Ursprünglich sollte der Block nur so lange stehen, bis auf dem Areal gebaut wird. Heute werden Boulderblock und Skateanlage als dauerhafte Bestandteile des Parkbands Hintere Insel geführt, das beim Bundespreis Stadtgrün eingereicht wurde. Die Wohnbebauung der vier südlichen Baufelder lehnten die Lindauer im Bürgerentscheid vom 25. September 2022 ab.
Was bot der DAV während der Gartenschau am Boulderblock an?
Die Sektion Lindau gab Kurse für Schülerinnen und Schüler, nutzte den Block für eigene Trainings und schraubte die Routen alle paar Wochen neu. Daneben legte der Verein einen alpinen Garten auf dem Gelände an und bot Touren zur Lindauer Hütte im Montafon an, bei der einer der größten Alpengärten der Region liegt.
Warum gab es auf der Gartenschau Lindau einen Boulderblock?
Der Alpenverein begründete die Wahl mit der Beliebtheit des Sports, der Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen anzieht. Zudem war der Block die erste Möglichkeit zum Bouldern in Lindau überhaupt. Er passte auch zum Motto „vom Berg zum See“, weil die Berge so nicht nur am Horizont lagen, sondern als Holzwürfel mitten auf dem Gelände standen. Der Block gehörte zum Sportband, das die Schau bewusst für junges Publikum anlegte.
Quellen
- Bundespreis Stadtgrün, Ring aus Inselgärten – Parkband Hintere Insel
- Stadt Lindau, Ergebnis des Bürgerentscheids Entwicklung Hintere Insel
Stand der Angaben: September 2026.