Lindau 2021 Gartenschau · Insel · See
Chronik August 2021

Gartenschau Lindau auf der Suche nach Atlantis: Wasserwochen 2021

Mitte August 2021 tauchte die Gartenschau Lindau thematisch ab. Bis zum 25. August stand das Programm auf der Hinteren Insel unter dem Motto „Atlantis“. Mit der Sagenstadt hatte das wenig zu tun, mit dem Bodensee dafür umso mehr: Wasser zog sich durch Ausstellungen, Führungen, Küche und die Blumenschau.

Meldung vom Redaktionell überarbeitet:

AI Säulenruinen auf einer kleinen Insel zwischen Seerosen (mit AI erstelltes Bild)
Mit AI erstelltes Bild · Hinweis zu AI-Bildern

Ein Motto mit Augenzwinkern

Mitte August 2021 bekam die Gartenschau Lindau ein neues Leitthema. Unter dem Titel „Atlantis“ drehte sich bis zum 25. August ein großer Teil des Programms um das Unterwasserreich der Sage. Mit der versunkenen Inselstadt hatte das Gelände auf der Hinteren Insel wenig gemein, und die Veranstalter gaben offen zu, dass der Begriff weit hergeholt war. Der eigentliche Bezug lag woanders. Wasser, Ufer und der Bodensee zogen sich ohnehin durch fast jeden Bereich des Gartenstrands, von den Uferstufen bis zu den Pavillons der Aussteller, und die Atlantis-Wochen machten diesen roten Faden nur deutlicher sichtbar.

Solche Themenwochen gehörten zum Grundgerüst der Saison. Im Juni hatte etwa „Arkadien“ mit Zitrusfrüchten und mediterranen Anklängen im Mittelpunkt gestanden. Einen Überblick über das gesamte Programm mit seinen 1.024 Veranstaltungen gibt der Rückblick auf die Veranstaltungen.

Der kleine Bodensee am Eingang Nord

Den naheliegendsten Beitrag lieferte der Bund Naturschutz. Sein Teich mit Wasserfall am Eingang Nord war als verkleinertes Abbild des Sees gedacht, mit Wassertieren und Uferpflanzen, die Kinder und Erwachsene aus nächster Nähe beobachten konnten. Wie diese Anlage im Frühjahr entstanden war, schildert der Eintrag über Wasserfall und Pavillon des Bund Naturschutz. Passend zum Motto bot der Verband am 19. August eine Exkursion ins Westallgäu an. Unter dem Titel „Unterwegs zwischen Tobelwald und Wasserfall“ ging es zu den Scheidegger Wasserfällen, einem der Außenstandorte der Gartenschau.

Wasser als Menschenrecht

Ernster wurde es beim Beitrag des Vereins Friedensregion Bodensee und der friedens räume Lindau. Ihre Ausstellung knüpfte an die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen an. Ziel 6 verlangt sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen für alle Menschen, Ziel 14 den Schutz der Ozeane und ihrer Ressourcen, damit das Leben unter Wasser erhalten bleibt. Führungen durch die Schau gab es dienstags und donnerstags zwischen 14 und 16 Uhr. Eine Anmeldung war nicht nötig. Damit stand mitten zwischen Blumenbeeten eine Frage, die weit über Lindau hinausreicht.

AI Verwitterte Steintafel, Muscheln und Wasserpflanzen im flachen Uferwasser (mit AI erstelltes Bild)
Mit AI erstelltes Bild · Hinweis zu AI-Bildern

Rotauge statt Meeresfisch

Auch die Gastronomie griff das Thema auf. In der „Noho Kitchen“ am Schützinger Weg kam ausschließlich Fisch aus dem Bodensee auf den Teller, Meeresfisch stand bewusst nicht auf der Karte. Die Küche setzte stattdessen auf das Rotauge. Dieser Speisefisch galt lange als zweite Wahl, weil er von vielen feinen Gräten durchzogen ist, doch mit neueren Zubereitungstechniken werden diese so weich, dass sie beim Essen kaum noch auffallen. Der Imbiss zeigte damit im Kleinen, worum es der Schau im Großen ging: regionale Produkte statt langer Transportwege.

Nixen in der Blumenschau

In der überdachten Blumenschau wechselten die Arrangements alle 14 Tage, insgesamt zehn Floristikmeisterbetriebe gestalteten die Halle im Lauf der Saison. Zur Atlantis-Phase zeigte die Ausstellung Meerjungfrauen und Nixen, eingefasst in Wasserpflanzen wie Seegras und Schilf. Dazu kamen große Fische aus Metall, Kugelfische aus Pflanzen und allerlei Kreationen aus Muscheln. Ein Gang durch die Halle dauerte nur wenige Minuten, lohnte sich im Lauf des Sommers aber mehrmals, weil sich das Bild alle zwei Wochen vollständig änderte. Eine frühere Ausgabe der Blumenschau beschreibt der Eintrag Strand-Flair in der Blumenschau.

WasserReich im Regionalbeitrag

Der Landkreis Lindau widmete seinen Regionalbeitrag vom 12. bis 25. August dem Thema „WasserReich“ und füllte die zwei Wochen mit eigenen Terminen. Am 19. August erklärte eine Berufsfotografin von 17 bis 19 Uhr, wie Wasser in Landschaftsaufnahmen zur Geltung kommt. Der Kunstverein Wasserburg zeigte am 14. und 15. August die Ausstellung „Auf der Suche nach Atlantis“ einer Lindauer Künstlerin, begleitet von Mal-Aktionen auf einer Großleinwand für Kinder und Erwachsene. Am 16. August führte der Kneippverein Scheidegg zwischen 11 und 16 Uhr vor, wie ein Kneippguss richtig ausgeführt wird. Damit rückten in diesen Wochen auch die Orte im Hinterland stärker ins Bild, die sonst eher am Rand des Programms standen.

Die temporären Beiträge verschwanden mit dem Rückbau im Herbst 2021, die Uferstufen dagegen blieben. Wer heute auf den Uferstufen sitzt, ist an der Stelle, an der das Motto im August 2021 am wörtlichsten zu nehmen war: Die Betonstufen reichen so tief, dass man bei jedem Wasserstand den See erreicht.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Wie lange liefen die Atlantis-Wochen auf der Gartenschau Lindau?

Das Motto „Atlantis“ prägte das Programm ab Mitte August 2021 bis zum 25. August. In diese Zeit fielen der Regionalbeitrag „WasserReich“ des Landkreises Lindau vom 12. bis 25. August, eine Exkursion zu den Scheidegger Wasserfällen am 19. August und die Ausstellung des Kunstvereins Wasserburg am 14. und 15. August. Danach wechselte die Schau zum nächsten Themenschwerpunkt.

Welche Rolle spielte der Bund Naturschutz während der Atlantis-Wochen?

Der Verband betrieb am Eingang Nord einen Teich mit Wasserfall, der als kleines Abbild des Bodensees angelegt war. Dort ließen sich Wassertiere und Uferpflanzen aus der Nähe beobachten. Passend zum Motto bot der Bund Naturschutz am 19. August 2021 außerdem eine Exkursion ins Westallgäu an, die unter dem Titel „Unterwegs zwischen Tobelwald und Wasserfall“ zu den Scheidegger Wasserfällen führte.

Warum wählte die Gartenschau Lindau ausgerechnet das Motto Atlantis?

Einen direkten Bezug zur versunkenen Stadt der Sage gab es nicht, das räumten auch die Veranstalter ein. Das Motto diente als Klammer für ein Thema, das auf dem Gelände ohnehin allgegenwärtig war: Wasser. Uferstufen, Teich, Seezugänge und der Blick über den Bodensee machten die Hintere Insel zu einem naheliegenden Ort für zwei Wochen rund um Seen, Meere und Wasserschutz.

Welchen Bodenseefisch gab es während der Atlantis-Wochen auf der Gartenschau Lindau?

In der „Noho Kitchen“ am Schützinger Weg kam ausschließlich Fisch aus dem Bodensee auf den Teller, Meeresfisch stand bewusst nicht auf der Karte. Die Küche setzte auf das Rotauge. Dieser Speisefisch galt lange als zweite Wahl, weil ihn viele feine Gräten durchziehen. Mit neueren Zubereitungstechniken werden sie jedoch so weich, dass sie beim Essen kaum noch auffallen.