Der Ort der Toten lebt

Ohne den Einsatz eines rührigen Fördervereins wäre der über fünfhundert Jahre alte Aeschacher Friedhof wohl selbst längst Vergangenheit. Denn der bis 1915 genutzte und zunächst unter Denkmalschutz gestellte Gottesacker verfiel durch Umweltschäden und Vandalismus zusehends.

Dabei erinnert er nicht nur an die verstorbenen Mitbewohner aus früheren Zeiten, sondern auch an die bewegte Geschichte der Stadt. 1510 raffte die Pest ein Drittel der Lindauer Bevölkerung dahin, sodass der Rat der Stadt einen Baumgarten in der Nähe einer verfallenen Römervilla kaufte und einen neuen Friedhof anlegen ließ.

Vierhundert Jahre lang war er letzte Ruhestätte der Bürger und entwickelte sich zu einem idyllischen Ort im Stile eines Campo Santo. Die prachtvollen Grabmale an den Umfassungsmauern zeugen noch heute vom Reichtum der Patrizier-Familien, während die Erdgräber in den Rasenflächen für die einfache Bevölkerung vorgesehen waren.

Kultur der Erinnerung

Inzwischen sind die meisten Gräber liebevoll und denkmalgerecht restauriert worden. Denn durch die Initiative des Vereins vergibt die Stadt Gräber an einzelne Privatpersonen, die sie – oft mit großem Aufwand – auf eigene Kosten sanieren. Dafür erhalten sie im Gegenzug das Recht auf eine Urnenbestattung.

Auch die Kröll-Kapelle konnte erhalten werden. Hier organisiert der Verein Veranstaltungen und sorgt so dafür, dass die Insel der Stille mit neuem Leben gefüllt wird.

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