Sina-Kinkelin-Platz: Der „große Elefant“ aus Robinienholz ist da
Knapp ein Jahr vor der Gartenschau schwebte in Lindau ein Elefant durch die Luft. Am 25. Juni 2020 setzte ein Autokran die fünf Tonnen schwere Holzfigur auf den Sina-Kinkelin-Platz. Sie wurde zum Mittelpunkt des ersten Lindauer Spielplatzes mit Inklusionsbereich, an der Seite eines kleinen Metallelefanten, den die Stadt seit Jahrzehnten kennt.
Meldung vom Redaktionell überarbeitet:

Ein Elefant am Haken
Am 25. Juni 2020 schwebte über dem Sina-Kinkelin-Platz in Lindau ein Elefant. Ein Autokran hob die tonnenschwere Holzfigur an ihren Standort, wo sie im Fundament verankert wurde. Geladene Gäste sahen zu, wie das künftige Herzstück eines neuen Spielplatzes an seinen Platz gelangte. Für die Gartenschaugesellschaft war es ein besonderer Tag, denn der Spielplatz war über Jahre geplant worden und nahm nun sichtbar Gestalt an.
Die Maße der Figur waren beachtlich: fünf Meter hoch, 2,5 Meter breit und mit Rutsche sieben Meter lang, rund fünf Tonnen schwer, gebaut aus naturbelassenem Robinienholz. In den Tagen nach dem Kraneinsatz wurden Rüssel und Ohren montiert. Der Rüssel dient als Rutsche, im Bauch können sich Kinder an Seilen durch das Innere hangeln, und die Augen sind Gucklöcher.
Der kleine Elefant bleibt
Der große Elefant bekam Gesellschaft von einem alten Bekannten. Der kleine Elefant, ein Klettergerüst aus Metall, stand schon seit Jahrzehnten auf dem Platz und ist vielen Lindauerinnen und Lindauern ans Herz gewachsen. Die Bürgerbeteiligung zur Gartenschau hatte eindeutig ergeben, dass er bleiben soll. So kehrte er mit frischem Anstrich zurück, nun an der Seite einer großen Artgenossin, die in den Plänen gern als seine Mutter beschrieben wurde. Nicht jedes Stück durfte bleiben. Die alte Straßenwalze „Eiserner Josef“ zog zum Baubeginn am 1. April 2020 an den Spielplatz Alpengarten um.
Der Umbau war Teil des Grün- und Freiflächenkonzepts der Stadt. Während der Bauzeit blieben die Wege vom Aeschacher Ufer zum Bahnhof, über die Thierschbrücke und zur Altstadt offen, eine durchgehende Verbindung am Ufer entlang gab es aber vorerst nicht. Der Spielplatz selbst war wegen der Corona-Maßnahmen schon vorher gesperrt gewesen.
Dschungel, Termitenhügel und Wasserstelle
Um die beiden Figuren entstand eine kleine Dschungellandschaft. Ein Kletterwald mit Balken zum Balancieren und Vogelnestern zum Schaukeln umgibt die Elefanten, Termitenhügel dienen als Hüpfelemente, und die Wasserstelle der Tiere wurde zum Wasserspielplatz. Hinzu kamen Schaukeln, ein Sand-Matsch-Bereich für die Jüngsten und unterhalb der Lindenterrasse zwei Bolzplätze mit Kunststoffbelag und Basketballkörben, die den alten Bolzplatz ersetzten.
Die Spielgeräte lieferte die Firma Krambamboul GmbH & Co. KG. Sie kosteten zusammen rund 400.000 Euro und wurden aus dem Städtebauförderungsprogramm bezuschusst. Für die gesamte Neugestaltung rund um den Platz nannte die Gesellschaft Kosten von etwa 2,6 Millionen Euro, einschließlich Planung und Nebenkosten. Ohne die Gartenschau und ihre Förderung wäre ein Spielplatz in dieser Qualität kaum finanzierbar gewesen.

Der erste inklusive Spielplatz der Stadt
Neu für Lindau war der Inklusionsbereich. Bei der Ausschreibung war ausdrücklich verlangt worden, dass auch Kinder mit körperlichen Einschränkungen mitspielen können. Am Rand des Kletterwalds entstand deshalb ein mit dem Rollstuhl gut anfahrbarer Bereich mit Maltafeln, einer Sandbaustelle und Klangspielgeräten. Die Elemente sind so angeordnet, dass Kinder mit unterschiedlichen Einschränkungen in das gemeinsame Spiel hineinfinden. Die Stadt verstand den Platz als Vorbild für Spielplätze in anderen Stadtteilen. Sie bezeichnete ihn und den neuen Spielplatz auf der Hinteren Insel als Leuchttürme ihres Spielplatzkonzepts und kündigte an, die übrigen Anlagen im Stadtgebiet schrittweise zu verbessern.
Eröffnung noch vor der Gartenschau
Obwohl der Sina-Kinkelin-Platz außerhalb des eigentlichen Gartenschaugeländes liegt, gehörte er zum Projekt und wurde mit dessen Fördermitteln umgestaltet. Das hatte einen praktischen Vorteil. Der Spielplatz musste nicht auf die Eröffnung der Schau warten: Am 27. November 2020 gaben die Garten- und Tiefbaubetriebe Lindau, unter deren Regie er gebaut worden war, den Spiel- und Bolzplatz frei. Auch die Wegeverbindung vom Aeschacher Ufer zum Bahnhof war ab diesem Tag wieder offen. Die Bauarbeiten rings um den Platz waren im Dezember 2020 im Wesentlichen abgeschlossen, einzelne Restarbeiten folgten 2021.
Nach der Eröffnung suchte die Gesellschaft noch Namen für die beiden Dickhäuter. Kinder, Eltern und Großeltern konnten Vorschläge einsenden, eine Jury sollte die passenden auswählen, und den Gewinnern winkten zwei Tageskarten für die Gartenschau.
Mehr über Lage und Gestaltung des Platzes steht auf der Seite Sina-Kinkelin-Platz, die übrigen fünf Bereiche stellt das Konzept der Gartenschau vor. Einen zweiten neuen Spielplatz, die „Gratwanderung“, erhielt der Bürgerpark.
Häufige Fragen
Wie groß ist der Holzelefant am Sina-Kinkelin-Platz?
Der große Elefant wurde mit fünf Metern Höhe, 2,5 Metern Breite und sieben Metern Länge einschließlich Rutsche gebaut. Er wiegt rund fünf Tonnen und besteht aus naturbelassenem Robinienholz. Geliefert hat ihn der Spielgerätehersteller Krambamboul. Ein Autokran setzte ihn am 25. Juni 2020 auf sein Fundament, Rüssel und Ohren wurden danach montiert.
Wann wurde der Spielplatz am Sina-Kinkelin-Platz eröffnet?
Der Spiel- und Bolzplatz öffnete am 27. November 2020, also rund ein halbes Jahr vor der Gartenschau. Gebaut hatten ihn die Garten- und Tiefbaubetriebe Lindau im Rahmen der Gartenschau-Projekte. Die wesentlichen Arbeiten rund um den Platz waren im Dezember 2020 abgeschlossen, einzelne Restarbeiten folgten 2021.
Was ist das Besondere am Spielplatz auf dem Sina-Kinkelin-Platz?
Er war der erste Spielplatz in Lindau mit einem Inklusionsbereich. Am Rand des Kletterwalds entstand eine mit dem Rollstuhl gut anfahrbare Zone mit Maltafeln, einer Sandbaustelle und Klangspielgeräten. Dazu kommen der große Holzelefant, der alte kleine Metallelefant, ein Kletterwald, ein Wasserspielplatz und zwei Bolzplätze mit Basketballkörben.
Was kostete der Spielplatz am Sina-Kinkelin-Platz?
Die Spielgeräte der Firma Krambamboul kosteten zusammen rund 400.000 Euro und wurden aus dem Städtebauförderungsprogramm bezuschusst. Für die gesamte Neugestaltung rund um den Platz nannte die Gartenschaugesellschaft Kosten von etwa 2,6 Millionen Euro, einschließlich Planung und Nebenkosten. Ohne die Gartenschau und ihre Förderung wäre ein Spielplatz in dieser Qualität nach damaliger Darstellung kaum finanzierbar gewesen.
Quellen
- Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, Regionalgartenschauen
- Lindau Tourismus, Parks und Gärten
Stand der Angaben: September 2026.