Lindau 2021 Gartenschau · Insel · See
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Sina-Kinkelin-Platz Lindau: der Elefanten-Spielplatz von 2021 heute

Ein kleiner Metallelefant, an dem Generationen von Lindauer Kindern geklettert sind, ist der Grund, warum dieser Platz so bekannt ist. Für die Gartenschau 2021 bekam er Gesellschaft: einen fünf Meter hohen Elefanten aus Robinienholz, einen Kletterwald, einen Wasserspielplatz und den ersten Inklusionsbereich eines Lindauer Spielplatzes. Eröffnet wurde das Ganze schon im November 2020.

Der Kleine See in Lindau mit Ufer und Bäumen
Sina-Kinkelin-PlatzHintere Insel, Lindau
Bereich 6 von 6
Am Kleinen See in Lindau · Foto: Clemens Pohl, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Lage

Nordwestrand der Insel, am Kleinen See

2021

Außerhalb des Zauns, eröffnet im November 2020

Heute

Spielplatz mit Holzelefant und Kletterwald

Ein Platz außerhalb des Zauns

Der Sina-Kinkelin-Platz Lindau ist der einzige der sechs Gartenschau-Bereiche, der nie innerhalb der Eintrittszone lag. Er befindet sich am nordwestlichen Rand der Insel beim Kleinen See, dort wo die Wege vom Aeschacher Ufer zum Bahnhof, über die Thierschbrücke zur westlichen Insel und in Richtung Altstadt und Zwanzigerstraße zusammenlaufen. Wer hier spielen wollte, brauchte auch im Sommer 2021 keine Karte.

Trotzdem war er Teil der Gartenschau und von ihrem Konzept geprägt. Dieselben Ziele galten hier wie auf der Hinteren Insel: hohe Aufenthaltsqualität und ein Angebot, das auf den Ort zugeschnitten ist. Möglich machte den Umbau die Städtebauförderung, die über die Gartenschau nach Lindau floss. Im Grün- und Freiflächenkonzept der Stadt ist der Platz einer von zwei Leuchtturm-Spielplätzen, zusammen mit der Gratwanderung im Bürgerpark.

Wer Sina Kinkelin war

Der Name wirft bei Besuchern regelmäßig Fragen auf. Sina ist die Kurzform von Euphrosine. Sina Kinkelin stammte aus einer wohlhabenden evangelischen Familie der Stadt und beantragte 1858 die Gründung einer evangelischen Mädchenschule. Ein Jahr zuvor hatte in Lindau eine katholische Mädchenschule eröffnet. Die Schule hatte lange ihren Sitz an einem Haus in der Stadt, das heute ein Auktionshaus beherbergt, und entwickelte sich über die Jahrzehnte zur städtischen Realschule und schließlich zum Valentin-Heider-Gymnasium.

Dass ein Platz nach ihr benannt wurde, war eine bewusste Entscheidung des Stadtrats. Die Lindauer Straßennamen erinnerten überwiegend an Männer, und Frauen sollten in der Stadtgeschichte sichtbarer werden. Ihr bekanntester Einsatz galt der Schulbildung von Mädchen, insofern passt ein Ort für Kinder gut zu dem Namen, auch wenn das den meisten Kindern auf dem Elefanten herzlich gleichgültig sein dürfte.

Der kleine Elefant durfte bleiben

Schon vor dem Umbau war der Platz ein Spielplatz, und sein bekanntester Bewohner war ein kleiner Elefant aus Metall. Das Klettergerüst begleitet Lindauer Kinder seit Jahrzehnten. Bei der Bürgerbeteiligung zur Gartenschau kam deutlich heraus, dass die Lindauer an ihm hängen. Also blieb er. Zu Baubeginn am 1. April 2020 wurde er abgebaut, neu lackiert und kehrte an seinen Platz zurück.

Ein anderes Stück Kindheitserinnerung musste dagegen umziehen. Der „Eiserne Josef“, eine alte Dampfwalze, die auf dem Platz stand, wurde von den Garten- und Tiefbaubetrieben der Stadt zum Spielplatz am Alpengarten umgesetzt. In der Pressesprache hieß das damals, der eiserne sei zum fliegenden Josef geworden.

Fünf Tonnen Robinie: der große Elefant

Den Kern des neuen Spielplatzes bildet eine Mutter für den kleinen Elefanten. Der große Elefant ist fünf Meter hoch, zweieinhalb Meter breit und mit Rüsselrutsche sieben Meter lang. Er besteht aus naturbelassenem Robinienholz und wiegt rund fünf Tonnen. Hergestellt hat ihn die Firma Krambamboul. Ein Autokran setzte ihn 2020 auf sein Fundament, danach wurden Rüssel und Ohren montiert.

Das Tier ist begehbar. Im Bauch hangeln sich Kinder an Seilen durch das Innere, die Augen dienen als Gucklöcher, und über den Rüssel geht es wieder hinaus. Nach der Eröffnung rief die Gartenschau einen Namenswettbewerb für die beiden Dickhäuter aus, eine Jury sollte aus den Einsendungen wählen. In einem Kinderbuch zur Gartenschau heißt ein Spielplatzelefant jedenfalls Mücke.

Luftbild von Lindau mit Insel, Kleinem See und Festland
Lindau aus der Luft · Foto: Myratz, Wikimedia Commons, CC BY 3.0 de

Kletterwald, Wasserstelle und Inklusion

Errichtet wurde der Spielplatz in der Regie der Garten- und Tiefbaubetriebe Lindau, kurz GTL. Um die beiden Elefanten wurde ein Dschungel angelegt, der als Kletterwald dient. Es gibt Balken zum Balancieren, Vogelnester zum Schaukeln und Termitenhügel als Hüpfelemente. Die Wasserstelle der Elefanten ist ein Wasserspielplatz für Groß und Klein, dazu kommen luftige Schaukeln und ein Sand- und Matschbereich für die Jüngsten.

Wichtiger als jedes einzelne Spielgerät ist ein Detail am Rand. Der Sina-Kinkelin-Platz war der erste Spielplatz in Lindau mit einem Inklusionsbereich. Diese Fläche ist mit dem Rollstuhl gut anfahrbar und bietet Maltafeln, eine Sandbaustelle und Klangspielgeräte. Die Bauleitung legte Wert darauf, dass dieser Bereich schon in der Ausschreibung ausdrücklich verlangt wurde. Kinder mit und ohne Einschränkungen sollen hier zusammen spielen können, nicht nebeneinander.

Bolzplatz, Milchpilz und weniger Autos

Unterhalb der Lindenterrasse ersetzt ein Spielfeld mit Kunststoffbelag den alten Bolzplatz. Insgesamt entstanden etwas abseits zwei Bolzplätze mit Basketballkörben, an denen sich Jugendliche treffen. Der Milchpilz, ein kleiner Kiosk in Pilzform, kehrte an seinen alten Standort zurück. Rund um den Pilz, vor der WC-Anlage und vor der Kita wurde Natursteinpflaster verlegt.

Eine Entscheidung betraf die Autofahrer: Die Zahl der Autoparkplätze am Platz wurde verringert, dafür gibt es mehr Abstellplätze für Fahrräder. Für einen Spielplatz, an dem ständig Kinder unterwegs sind, ist das die richtige Wahl.

Der Sina-Kinkelin-Platz Lindau im Jahr vor der Gartenschau 2021

Die Bauzeit fiel in das erste Corona-Jahr. Der alte Spielplatz war im Frühjahr 2020 ohnehin wegen der Schutzmaßnahmen gesperrt, mit Baubeginn mussten auch die angrenzenden Wege schließen. Offen blieben die Verbindungen vom Aeschacher Ufer zum Bahnhof, über die Thierschbrücke zur westlichen Insel und in Richtung Altstadt; eine durchgehende Verbindung am Ufer entlang gab es für einige Monate nicht. Bootsanlegestellen und Bootsverleih blieben von Osten her erreichbar.

Im Frühjahr 2020 liefen Erdarbeiten, die Fundamente für die Spielgeräte wurden gegossen, und ab dem 15. Juni kamen die Geräte an. Geplant war eine Fertigstellung im Herbst; die Oberbürgermeisterin nannte beim Sponsorentermin für die Gratwanderung im Herbst 2020 Anfang November als spätesten Termin. Am Ende wurde es der 27. November 2020.

Für die Gartenschau 2021 hatte der Platz eine doppelte Rolle. Er war der Beweis, dass die Förderung schon vor der Eröffnung sichtbare Ergebnisse brachte, und er sollte Vorbild sein. Die Stadt kündigte an, die Qualität der anderen Spielplätze im Stadtgebiet schrittweise zu verbessern, und die Gartenschau-Geschäftsführung bezeichnete den Sina-Kinkelin-Platz als Maßstab für alle Plätze in Lindau.

Luftbild der Insel Lindau mit dem Hafen
Lindau Insel aus der Luft · Foto: Edda Praefcke, Wikimedia Commons, CC BY 2.5

Was der Umbau gekostet hat

Die Gartenschau bezifferte die Gesamtkosten für die Maßnahmen rund um den Platz auf etwa 2,6 Millionen Euro, einschließlich Herstellung, Planung und Nebenkosten. Allein die Spielgeräte kosteten rund 400.000 Euro. Getragen wurde das aus der Städtebauförderung von insgesamt 2,2 Millionen Euro, aus der auch der Schützinger Weg und der Inselweg bezahlt wurden. Beim Spielplatz stand die Rechnung so: 1,6 Millionen Euro Förderung, 600.000 Euro Eigenanteil der Stadt.

Der Sina-Kinkelin-Platz Lindau heute

Eröffnet wurde der Platz am 27. November 2020, fast ein halbes Jahr vor der Gartenschau, pünktlich zur Adventszeit. Damit war er der erste Bereich, den die Lindauer nutzen konnten, während die Hintere Insel noch Baustelle war. Die wesentlichen Arbeiten ringsum waren im Dezember 2020 fertig. Zur Schlussbilanz im Oktober 2021 nannte die Geschäftsführung die Spielplätze ausdrücklich unter den bleibenden Einrichtungen, die bei den Einheimischen hohe Akzeptanz fanden.

Als die Stadt Lindau 2025 die Auszeichnung für den Bürgerpark beim Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis bekannt gab, erwähnte sie auch den Sina-Kinkelin-Platz. Er sei als größte Spiel- und Sportfläche der Insel umfassend erneuert worden. Die Geschichte des großen Elefanten erzählt ausführlicher die Meldung Der große Elefant ist da.

Mit Kindern hinkommen

Wer mit der Bahn anreist, steigt am Bahnhof Lindau-Insel aus und ist in wenigen Minuten am Platz. Mit dem Auto ist das Parkhaus P4 Inselhalle die nächstgelegene Möglichkeit auf der Insel, mit 398 Plätzen und 2 Euro pro Stunde zwischen 8 und 20 Uhr (Stand 09/2026). Weitere Parkplätze auf dem Festland stehen unter Parken in Lindau.

Wer den Spielplatz mit einem Spaziergang verbinden will, geht über die Thierschbrücke zur Hinteren Insel, vorbei an Bürgerpark und Uferstufen bis zum Luitpoldpark. So lassen sich alle Bereiche der Gartenschau in einer Runde erleben; die Übersicht dazu bietet das Konzept der Gartenschau Lindau. Im Sommer lohnt sich Wechselkleidung für die Kinder, denn zur Wasserstelle der Elefanten gehört ein Wasserspielplatz.

KarlsbastionSchützinger WegLuitpoldparkUferstufenBürgerparkSina-Kinkelin-Platz
Lage von Sina-Kinkelin-Platz auf der Hinteren Insel (schematisch).
Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Wo liegt der Sina-Kinkelin-Platz in Lindau?

Der Platz liegt am nordwestlichen Rand der Lindauer Insel, beim Kleinen See und in der Nähe der Inselhalle. Hier treffen sich die Wege vom Aeschacher Ufer in Richtung Bahnhof, über die Thierschbrücke zur westlichen Insel sowie zur Altstadt und zur Zwanzigerstraße. Er lag außerhalb des eingezäunten Gartenschaugeländes, gehörte aber zum Konzept der Gartenschau und wurde mit ihren Fördermitteln umgebaut.

Nach wem ist der Sina-Kinkelin-Platz benannt?

Namensgeberin ist Euphrosine Kinkelin, genannt Sina, aus einer wohlhabenden evangelischen Lindauer Familie. Sie beantragte 1858 die Gründung einer evangelischen Mädchenschule, ein Jahr nachdem in der Stadt eine katholische Mädchenschule eröffnet worden war. Aus dieser Schule ging über Zwischenstufen das heutige Valentin-Heider-Gymnasium hervor. Der Stadtrat wählte den Namen bewusst, um mehr Frauen im Straßenbild sichtbar zu machen.

Wie groß ist der große Elefant am Sina-Kinkelin-Platz Lindau?

Der große Elefant ist fünf Meter hoch, zweieinhalb Meter breit und mit seiner Rüsselrutsche sieben Meter lang. Er wiegt rund fünf Tonnen und besteht aus naturbelassenem Robinienholz. Gebaut hat ihn der Spielgerätehersteller Krambamboul. Ein Autokran hob ihn 2020 an seinen Platz. Im Bauch können Kinder sich an Seilen durch das Innere hangeln, die Augen dienen als Gucklöcher.

Ist der Spielplatz am Sina-Kinkelin-Platz barrierefrei?

Der Spielplatz war der erste in Lindau mit einem eigenen Inklusionsbereich. Am Rand des Kletterwalds liegt eine Fläche, die mit dem Rollstuhl gut anfahrbar ist, mit Maltafeln, einer Sandbaustelle und Klangspielgeräten. Die Elemente wurden so angeordnet, dass Kinder mit unterschiedlichen Einschränkungen an die Spielfläche herankommen. Dieser Punkt wurde schon bei der Ausschreibung ausdrücklich verlangt.

Was hat der Umbau des Sina-Kinkelin-Platzes gekostet?

Die Gesamtkosten für den Umbau rund um den Platz lagen nach Angaben der Gartenschau bei etwa 2,6 Millionen Euro, einschließlich Herstellung, Planung und Nebenkosten. Allein die Spielgeräte kosteten rund 400.000 Euro. Bezahlt wurde das über die Städtebauförderung. Von den Kosten des Spielplatzes übernahm die Förderung 1,6 Millionen Euro, die Stadt musste 600.000 Euro aus eigenen Mitteln aufbringen.

Wann wurde der Spielplatz am Sina-Kinkelin-Platz eröffnet?

Der neue Spiel- und Bolzplatz öffnete am Freitag, 27. November 2020, also fast sechs Monate vor der Gartenschau. Baubeginn war der 1. April 2020. Die wesentlichen Arbeiten rund um den Platz waren im Dezember 2020 abgeschlossen, einzelne Restarbeiten folgten 2021. Damit war der Platz der erste nutzbare Bereich der Gartenschau Lindau 2021 und für viele Familien ein Vorgeschmack auf den Sommer.