Gartenschau Lindau 2021 liegt im Plan: Rundgang über die Baustelle
Im Mai 2020 war die Hintere Insel eine einzige Baustelle. Die Gartenschau war wegen der Pandemie gerade um ein Jahr auf 2021 verschoben worden, die Arbeiten liefen trotzdem weiter. Die Bauleitung meldete: alles im Zeitplan. Ein Rundgang zeigte, wie weit Schützinger Weg, Karlsbastion, Bürgerpark und Uferstufen damals waren.
Meldung vom Redaktionell überarbeitet:

Ein Jahr Aufschub, kein Baustopp
Als diese Bestandsaufnahme entstand, stand der neue Eröffnungstermin gerade erst fest: 20. Mai 2021. Die Pandemie hatte den ursprünglichen Plan für 2020 gekippt. Auf der Baustelle änderte das wenig. Die Bauleitung, die ein Landschaftsarchitekturbüro im Auftrag von Atelier Loidl übernommen hatte, war fast täglich vor Ort und sah die Arbeiten vollständig im Zeitplan, wenn auch mit viel Arbeit vor sich. Die Baufirmen Börner, Haas und Zeba teilten sich die Abschnitte.
Nutzen durfte das Gelände vorab niemand. Das hatte steuerliche Gründe, auch wenn manche Fläche schon fertig aussah. Aus der Bauleitung kam außerdem ein Hinweis, der später oft wiederholt wurde: Lindau sei die erste Gartenschau auf einer Insel. Dazu passt die eher kleine Fläche auf der Insel selbst, die in der Schlussbilanz mit 5,3 Hektar angegeben wurde, ergänzt um die Partnerflächen in Schlachters, Scheidegg und Weiler.
Schützinger Weg und Karlsbastion
Der Rundgang begann am Schützinger Weg. Er war bereits deutlich verbreitert, die Sitzbänke standen. Als Nächstes sollte ein Fundament für Tischtennisplatten gegossen werden. Die Flächen wurden von Anfang an so angelegt, dass sie auch den späteren Bewohnern der geplanten Wohnungen auf der Insel dienen. Hinter den Bänken sollte der fünf Meter breite Inselrundweg beginnen, der bis zur Thierschbrücke führt.
Prellböcke, eine Wartungsgrube und Schienen im Boden erinnerten an die Eisenbahn, die die Hintere Insel über Jahrzehnte geprägt hatte. Diese Spuren sollten bewusst bleiben. Die Gartenschau wollte einen Bogen von der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft schlagen, statt die Geschichte des Ortes unter neuem Rasen verschwinden zu lassen. Möglich wurde das ganze Vorhaben durch die Zwei-Bahnhofs-Lösung: Der Fernverkehr hält seit Dezember 2020 im neuen Bahnhof Lindau-Reutin am Festland, dadurch wurden auf der Hinteren Insel Flächen frei.
Die Karlsbastion versprach den vielleicht schönsten Seeblick des ganzen Geländes. Ihre Sanierung sollte im Juni 2020 abgeschlossen sein, danach war sie barrierefrei erreichbar. Gleich daneben führte eine neue Stahltreppe zum Wasser hinunter.
Luitpoldpark und Bürgerpark
Im Luitpoldpark waren Rosen vorgesehen, und die Wiese über der Tiefgarage sollte das ganze Jahr über blühen, für das Auge ebenso wie für Insekten. Nach der Gartenschau sollte der Park die ruhige Zone der Hinteren Insel bilden.
Ganz anders der Bürgerpark. Wo vorher ein Parkplatz lag, wimmelte es im Mai 2020 noch von Bauarbeitern. Entstehen sollte ein Park von mehr als 17.000 Quadratmetern mit Skateanlage, Bewegungspark, Spielplatz und Sportflächen. An der Skateanlage planten die Skater des Vereins Lindau Move mit, und für Kinder entstand die „Gratwanderung“, ein Klettergerüst in der Form der Bergsilhouette am Schweizer Ufer. Der Park war von Beginn an als dauerhafte Anlage gedacht, das Grün wurde hier vor der Bebauung geplant und gebaut. Das Abrissmaterial des Parkplatzes, rund 1.000 Kubikmeter, wurde vor Ort gebrochen und im Wegebau wiederverwendet.

Uferstufen und Sina-Kinkelin-Platz
Fast fertig waren schon die Uferstufen. Ein Kran hatte die einzelnen Betonteile, jedes mehr als 14 Tonnen schwer, millimetergenau eingepasst. Die Aussicht genossen vorerst nur die Bauarbeiter in der Vesperpause. Schon damals rechneten die Planer damit, dass sich die Stufen nach der Eröffnung zum Treffpunkt der Lindauerinnen und Lindauer entwickeln.
Früher als die Gartenschau selbst sollte der neue Spielplatz am Sina-Kinkelin-Platz öffnen, der außerhalb des späteren Eintrittsbereichs lag. Im Mai 2020 liefen dort Erdarbeiten, die Fundamente für die Spielgeräte wurden gegossen. Die Geräte sollten ab dem 15. Juni geliefert werden, die Eröffnung war für den Herbst 2020 vorgesehen.
Was aus den Plänen wurde
Die Gartenschau öffnete wie geplant am 20. Mai 2021 und lief bis zum 10. Oktober. Bürgerpark und Uferstufen blieben, wie angekündigt, dauerhaft erhalten. Vier Jahre später würdigte der Deutsche Landschaftsarchitektur-Preis 2025 den Bürgerpark mit einer Auszeichnung in der Kategorie „Bauen im Bestand / Historische Anlagen“.
Anders lief es mit den Wohnungen, auf die der Schützinger Weg vorbereitet wurde. Beim Bürgerentscheid vom 25. September 2022 lehnten 74,5 Prozent der Abstimmenden die Wohnbebauung der vier südlichen Baufelder östlich des Bürgerparks ab. Wie es auf der Hinteren Insel weiterging, beschreibt die Seite zur Stadtentwicklung. Weitere Meldungen aus der Bauzeit sammelt die Übersicht Neuigkeiten.
Häufige Fragen
Warum wurde die Gartenschau Lindau von 2020 auf 2021 verschoben?
Die Gartenschau war ursprünglich für 2020 geplant. Wegen der Corona-Pandemie wurde sie im Frühjahr 2020 um ein Jahr verlegt und öffnete am 20. Mai 2021. Die Bauarbeiten auf der Hinteren Insel liefen in dieser Zeit weiter, sodass die Anlagen ein Jahr vor der neuen Eröffnung bereits in weiten Teilen Gestalt angenommen hatten.
Wie groß ist der Bürgerpark auf der Hinteren Insel?
Im Mai 2020 beschrieb die Planung den künftigen Bürgerpark als mehr als 17.000 Quadratmeter große Fläche mit Skateanlage, Bewegungspark, Spielplatz und Sportflächen, grob so viel wie drei Fußballfelder. Vorher lag dort ein Parkplatz. Der Park blieb nach der Gartenschau bestehen und wurde 2025 von der Jury des Deutschen Landschaftsarchitektur-Preises ausgezeichnet.
Was geschah mit dem Abrissmaterial des alten Parkplatzes?
Rund 1.000 Kubikmeter Stein, Asphalt und Beton wurden direkt vor Ort zerkleinert. Das Material kam anschließend im Wegebau und als Füllmaterial auf dem Gelände wieder zum Einsatz. So entfielen Transporte zur Deponie und neues Schüttgut musste nicht angeliefert werden. Die Wiederverwendung gehörte zu den Bausteinen, mit denen die Gartenschau auf einen sparsamen Materialeinsatz setzte.
Wie wurden die Uferstufen in Lindau gebaut?
Im Mai 2020 waren die Uferstufen schon fast fertig. Ein Kran hatte die einzelnen Betonteile, jedes mehr als 14 Tonnen schwer, millimetergenau eingepasst. Die Aussicht genossen vorerst nur die Bauarbeiter in der Vesperpause. Schon damals rechneten die Planer damit, dass sich die Stufen nach der Eröffnung zum Treffpunkt der Lindauerinnen und Lindauer entwickeln, und sie blieben nach der Gartenschau dauerhaft erhalten.
Quellen
- Bayerisches Umweltministerium: Regionale Gartenschauen
- wettbewerbe aktuell: Gartenschau Lindau 2021
- Garten + Landschaft: Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis 2025
Stand der Angaben: September 2026.