Lindau 2021 Gartenschau · Insel · See
Chronik Juni 2021

Digitaler Reiseführer zur Gartenschau: der Fairführer als Audioguide

Einen Monat nach der Eröffnung bekam die Gartenschau Lindau einen digitalen Begleiter. Der Fairführer, eine App für Android und iOS, verband einen Audioguide über die Hintere Insel mit einer Karte nachhaltiger Betriebe und Vereine am Bodensee. Die Idee: Wer reist, soll auch sehen, wer in der Nachbarschaft fair und ökologisch wirtschaftet.

Meldung vom Redaktionell überarbeitet:

AI Smartphone mit Gartenplan auf einer Mauer, dahinter Lavendel und eine Insel (mit AI erstelltes Bild)
Mit AI erstelltes Bild · Hinweis zu AI-Bildern

Eine App für Gartenschau und Region

Im Juni 2021, einen Monat nach der Eröffnung, kam für die Gartenschau Lindau ein digitaler Begleiter hinzu. Der „Fairführer“ war eine App für Android und iOS, die zwei Dinge verband: einen Audioguide für das Gartenschaugelände und ein Verzeichnis nachhaltiger Angebote rund um den Bodensee. Der Name war Programm. Die App wollte zeigen, wo in der Nachbarschaft fair und ökologisch gewirtschaftet wird, und das Reisen danach ausrichten. Für eine Gartenschau, die sich selbst als Forum für Klima, Artenvielfalt und schonenden Umgang mit Ressourcen verstand, lag die Zusammenarbeit nahe.

Was der Audioguide erzählte

Der Hörführer setzte bei der Geschichte der Hinteren Insel an. Er erklärte, woher der Schützinger Weg seinen Namen hat, was man von den Uferstufen aus auf dem Festland sieht und wo früher das Reich der Eisenbahner mit Rotunde und Lokschuppen lag. Die Bahn hatte das Gesicht dieses Inselteils über Generationen bestimmt. Prellböcke, eine Wartungsgrube und Schienen im Boden blieben deshalb bewusst als Spuren im neuen Gelände erhalten, und der Audioguide lieferte die Geschichten dazu.

Daneben ging es um die Gärten und Aussteller. Eine Station schilderte, wie der Verein Lindau Move den Skateplatz in Eigenarbeit gebaut hatte. Eine andere erklärte, warum die französische Partnerstadt Chelles mit einem eigenen Garten vertreten war. Wieder eine andere widmete sich der Bedeutung der Farbe Blau im Werk von Marc Chagall. Eingesprochen wurden die Stücke von einer Lindauer Schauspielerin und einem Sprecher, dessen Stimme sonst beim ORF in Vorarlberg zu hören ist. Jede Station dauerte zwischen anderthalb und zweieinhalb Minuten. Kurz genug für einen Halt am Wegrand.

Die Außenstandorte vorab kennenlernen

Auch die Partner der Gartenschau in der Region kamen im Audioguide vor. Wer überlegte, ob sich ein Abstecher lohnt, konnte sich vorab über den Obsthof in Schlachters, die Hausbachklamm in Weiler-Simmerberg oder den nahen Lindenhofpark informieren. Damit griff die App ein Grundprinzip der Schau auf. Das Gelände auf der Insel war nur der Kern, die Region machte mit. Die drei Orte zeigen zugleich die Spannweite des Mottos „vom Berg zum See“: der Obsthof steht für den Anbau im Hinterland, die Klamm für die Landschaft des Westallgäus, der Park für die Gartenkunst direkt am Ufer.

AI Blühender Uferweg zu einem Haus auf einer Anhöhe, davor ein Ruderboot (mit AI erstelltes Bild)
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Nachhaltigkeit als Sehenswürdigkeit

Der zweite Teil der App zielte auf ein alltägliches Problem. Im Supermarkt helfen Siegel wie „Bio“ oder „Fair Trade“ bei der Orientierung. Schwieriger ist es, Produkte zu finden, die nachhaltig hergestellt wurden und zugleich aus der unmittelbaren Umgebung stammen statt aus Portugal oder Südamerika, besonders für Reisende, die sich vor Ort nicht auskennen. Der Fairführer zeigte auf einer Karte Projekte, Institutionen, Unternehmen und Vereine, die ökologisch, wirtschaftlich und sozial nachhaltig arbeiten. Aus solchen Angeboten wurden so eigene Ziele einer Reise, gleichrangig mit Kirchen, Türmen und Aussichtspunkten.

Zum Start war die Zahl der Einträge auf der Karte noch überschaubar. Wer aufgenommen werden wollte, musste die Zulassungsvoraussetzungen prüfen lassen. Betriebe ohne offizielles Nachhaltigkeitszertifikat konnten sich über ein eigenes Programm als „Fairbusiness“ ausweisen lassen. Nach Gesprächen mit Interessenten hielten die Macher fest, dass der Wunsch nach einem solchen Nachweis groß war, weil Vereine und Firmen ihr Engagement auch gegenüber ihrer Kundschaft zeigen wollten.

Kostenlos stöbern, zahlen fürs Zuhören

Das Geschäftsmodell war zweigeteilt. Download, Kategorien und Umgebungskarte waren gratis. Die Audioguides kosteten Geld. Es gab sie für die deutsche, die schweizerische und die österreichische Bodenseeregion sowie für die beiden Gartenschauen des Jahres 2021 in Überlingen und Lindau.

Der praktische Reiz lag in der Unabhängigkeit von festen Terminen. Führungen für Gruppen ab zehn Personen mussten vorab angemeldet werden, dauerten rund anderthalb Stunden und kosteten 95 Euro. Der Audioguide lief dagegen auf dem eigenen Telefon, jederzeit und in beliebiger Reihenfolge. Wer allein oder zu zweit kam, konnte an jeder Station stehen bleiben, zuhören und weitergehen, ohne sich einer Gruppe anschließen zu müssen. In einer Saison, in der Abstandsregeln und Hygienekonzepte den Alltag bestimmten, war das ein echter Vorteil.

Im Juli stellte die Gartenschau den Hörführer noch einmal eigens vor, nachzulesen im Eintrag zur „Fairführung“. Wer die Hintere Insel heute ohne App erkunden will, findet eine Beschreibung der einzelnen Bereiche und ihrer Geschichte unter Gelände der Gartenschau.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Was war der Fairführer zur Gartenschau Lindau?

Der Fairführer war ein digitaler Reiseführer für Android und iOS, der sich auf nachhaltige Angebote spezialisiert hatte. Zur Gartenschau Lindau 2021 bot er einen kostenpflichtigen Audioguide über die Geschichte der Hinteren Insel, die Gärten und die Aussteller. Die Karte mit nachhaltigen Betrieben, Projekten und Vereinen am Bodensee war kostenlos nutzbar.

Was erzählte der Audioguide über die Hintere Insel?

Die Hörstücke erklärten unter anderem, woher der Schützinger Weg seinen Namen hat, was von den Uferstufen aus auf dem Festland zu sehen ist und wo früher Rotunde und Lokschuppen der Eisenbahn standen. Weitere Stationen widmeten sich dem Skatepark des Vereins Lindau Move, dem Garten der Partnerstadt Chelles und der Farbe Blau bei Marc Chagall.

Was kostete der Fairführer?

Download, Kategorien und Umgebungskarte waren gratis. Bezahlen mussten Nutzer nur für die Audioguides. Diese gab es 2021 für die deutsche, die schweizerische und die österreichische Bodenseeregion sowie für die beiden Gartenschauen des Jahres in Überlingen und Lindau. Betriebe konnten sich über ein Programm namens Fairbusiness als nachhaltig ausweisen lassen.

Was war der Vorteil des Audioguides gegenüber einer Gruppenführung auf der Gartenschau Lindau?

Führungen für Gruppen ab zehn Personen mussten vorab angemeldet werden, dauerten rund anderthalb Stunden und kosteten 95 Euro. Der Audioguide lief dagegen auf dem eigenen Telefon, jederzeit und in beliebiger Reihenfolge. Wer allein oder zu zweit kam, konnte an jeder Station stehen bleiben, zuhören und weitergehen, ohne sich einer Gruppe anzuschließen. In einer Saison mit Abstandsregeln und Hygienekonzepten war das ein spürbarer Vorteil.

Quellen

Stand der Angaben: September 2026.